Feierliche Zertifikatsverleihung im Schüler- und Studentenzentrum Rosenheim

27 neue Krisen- und Resilienzpädagogen für die Region

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Die neuen Krisen- und Resilienzpädagogen

Rosenheim - Im Rahmen einer Feierstunde fand im Rosenheimer Schüler- & Studentenzentrum im Beisein zahlreicher Ehrengäste eine Zertifikatsverleihung der Krisen- und Resilienzpädagogen statt. 

Bereits zum vierten Mal lud das Schüler- und Studentenzentrum Rosenheim Lehrer, Schulleiter, Vertreter der Erzdiözese München und Freising sowie zahlreiche weitere Ehrengäste zur feierlichen Zertifikatsverleihung der neuen Krisen- und Resilienzpädagogen in Rosenheim, Traunstein und dem Berchtesgadener Land. 

In einem dreijährigen Fortbildungskurs hatten die Lehrkräfte, Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter gelernt, Krisensituationen, die im Schulleben vorkommen, zu erkennen, um Schülerinnen und Schüler, Eltern und Kollegen professionell beraten und erste Schritte aus der Krise aufzeigen zu können. 

Lehrer sind oft mit Krisen konfrontiert

Die Liste möglicher Krisen im Schulbereich ist lang. Doch über Drogenmissbrauch, Gewalt und Mobbing, häusliche und sexuelle Gewalt, Todesfälle, Suizidandrohungen und Traumatisierungen werde oft nicht gesprochen. Meist seien Lehrer verunsichert, wenn sie mit solchen Krisensituationen konfrontiert würden. Weder im Studium noch in der Lehrerausbildung seien diese Themen vorgekommen, betonten Martin Berwanger, der Initiator der Krisen- und Resilienzpädagogik und Berufsschullehrer aus Traunstein, und Werner Kassler, Krisenseelsorger und Lehrer am Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium in Rosenheim. 

Sie kennen solche Situationen, wenn man mitten im Leben plötzlich und unerwartet mit den Themen Tod, Suizid und Gewalt konfrontiert wird. „Ich fühlte mich damals verunsichert und hatte Angst etwas falsch zu machen“, erzählt Martin Berwanger heute. 

Fortbildungskurs mittlerweile seit zehn Jahren erfolgreich

Dies sei vor mittlerweile zehn Jahren der Startschuss für einen Fortbildungskurs gewesen, der Lehrerinnen und Lehrer fit macht, um auf solche Krisensituationen ihrer Schülerinnen und Schüler professionell reagieren zu können. Außerdem sollte so auch eine Vernetzung mit externen Beratungsstellen und Experten, wie Pädagogen, Psychologen, der Drogenberatung oder der Polizei, ermöglicht werden. 

Wertevermittlung unterstützt Resilienz der Schülerinnen und Schüler

Von der Notwendigkeit einer gestärkten Wertevermittlung sprach Oberstudiendirektorin Barbara Spöttl, Schulleiterin der Fach- und Berufsoberschule Traunstein, in ihrem Grußwort mit Blick auf den in Bayern geltenden Bildungs- und Erziehungsauftrag. Wer Geist und Körper, Wissen und Können, Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und vor der Gleichberechtigung von Mann und Frau, Verantwortungsgefühl, Hilfsbereitschaft, einen demokratischen Geist, Heimatliebe und Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Schöne und Gute vermittle, unterstütze auch die Resilienz der Schülerinnen und Schüler, so Spöttl. 

Die kirchliche Schulbeauftragte Alexandra Kastner, selbst eine Krisen- und Resilienzpädagogin, vertrat das Ressort Bildung der Erzdiözese München und Freising betonte in ihrem Grußwort, dass die Krisen- und Resilienzpädagogik eine empathische Haltung gegenüber den Schülerinnen und Schülern in erheblichem Maße fördere

Auszeichnung der Teilnehmer mit einem Zertifikat

Zusammen mit dem Fachbereichsleiter für Schulpastoral, Pastoralreferent Gerhard Schneider, überreichten schließlich die Kursleiter im Rahmen der Feierstunde den 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Zertifikate. Damit hat bereits die vierte Kursgruppe die dreijährige Fortbildung zum Krisen- und Resilienzpädagogen erfolgreich abgeschlossen. Ein fünfter Kurs startete bereits mit erneut über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im vergangenen April.

Pressemeldung Krisenseelsorge im Schulbereich

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