Ein Tag zum Feiern in Rosenheim

Premiere zur Einweihung des neuen Landratsamtes

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Brot und Salz überreichte einem alten Brauch gemäß der Vorsitzende des Kreisverbands Bayerischer Gemeindetag August Voit (von rechts) an Landrat Wolfgang Berthaler, Amtsleiter Ulrich Sedlbauer und dem Leiter Büro Landrat Oliver Winter.

Landkreis Rosenheim - Für die Mitarbeiter des Rosenheimer Landratsamtes war der Samstag ein Tag zum Feiern. Das neue Bürogebäude wurde eingeweiht. Mehr als 100 Mitarbeiter werden in den kommenden Wochen in den Neubau umziehen.

In der kommenden Woche werden die ersten Mitarbeiter die neuen Büros im Erweiterungsbau des Rosenheimer Landratsamtes beziehen. Am 5. Mai wurde der Neubau offiziell eingeweiht. Das Gebäude erhielt den kirchlichen Segen und Architekt Professor Jörg Aldinger übergab dem stolzen Hausherrn - Landrat Wolfgang Berthaler (CSU) - symbolisch die Schlüssel. Die Festrede hielt Bayerns stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner (CSU).

Ilse Aigner beschrieb das neue Gebäude als luftig und sehr hell: "Es steht für das Sinnbild einer Verwaltung. Es ist offen und transparent und Menschen werden gerne hineingehen." Sie erinnerte sich daran, 1990 erstmals als Kreisrätin in das Landratsamt gekommen zu sein: "Ich hätte damals nicht gewagt, mir vorzustellen, 28 Jahre später als stellvertretende Ministerpräsidentin den Neubau einweihen zu dürfen." Ilse Aigner brach eine Lanze für eine gut funktionierende Verwaltung, "denn ohne sie würde unser Staat nicht funktionieren".

Zudem bezog sie in der aktuellen Debatte um das Kreuz in öffentlichen Gebäuden Stellung: "Das ist für mich ganz klar ein Bekenntnis. Das war mir auch in Berlin wichtig, schon dort habe ich ein Kreuz aufgehängt." Ilse Aigner lobte auch die kirchliche Segnung des neuen Bürogebäudes: "Eine Segnung erinnert uns Politiker daran, dass wir Verantwortung haben und für die Bürger da sind."

Lediglich drei Jahre von der Planung bis zur Fertigstellung

Landrat Wolfgang Berthaler begründete in seiner Rede die Notwendigkeit des Neubaus. Zu seinem Amtsantritt 2014 waren die Herausforderungen die zahlreichen Asylbewerber, die ins Land kamen, die zu geringe Personaldecke, die Raumnot, die fehlenden Schulungsräume und Besprechungszimmer.

2015 beauftragte Wolfgang Berthaler einen Architekten im Landratsamt, eine Erweiterung zu prüfen. Letztlich vergingen von der Planung bis zur Fertigstellung lediglich drei Jahre. Die Bauarbeiten "gingen einher mit einer Verschlankung der Organisationsstruktur des Landratsamtes", sagte der Landrat. Er bedankte sich beim Rosenheimer Kreistag, den Mitarbeitern im Landratsamt, dem Büro Aldinger Architekten in Stuttgart, den Ingenieuren, den Handwerkern, bei allen beteiligten Künstlern und vergaß am Ende auch nicht den Hausmeister mit seinem Team.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer (CSU) sagte: "Wir brauchen solche Verwaltungsgebäude, weil wir Servicestelle sind für unsere Bürger und weil niemand glauben darf, dass die Arbeit weniger wird." Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) meinte: "Ich schwanke zwischen Bewunderung und Neid. Das Gebäude zeigt, was mit 46 Gemeinden in einem Landkreis möglich ist." Abschließend meinte die Oberbürgermeisterin: "Wenn die Entscheidungen so eine Qualität haben, wie diese Fassade, dann können wir einer glücklichen Zukunft entgegen sehen."

Brot und Salz zur Einweihung

Der Vorsitzende des Kreisverbands des Bayerischen Gemeindetags, Amerangs Bürgermeister August Voit (CSU), überreichte dem Landrat, Amtsleiter Ulrich Sedlbauer und dem Leiter des Büro Landrat Oliver Winter Brot und Salz. "Das ist alter Brauch", sagte Andreas Voit. "Brot steht symbolisch dafür, dass es euch immer gut gehen soll und das Salz soll für gute innovative Ideen und Einstellungen stehen."

Viel Lob bekam Wolfgang Berthaler von der Vorsitzenden des Personalrates Luise Bauer: "Mit Amtsantritt im Mai 2014 sah Landrat Berthaler die Not und packte an. Nicht nur wir Bürger werden profitieren, sondern auch wir Mitarbeiter."

Beim Rundgang durch das neue Bürogebäude präsentierte Landrat Wolfgang Berthaler (Mitte) der stellvertretenden Ministerpräsidentin Ilse Aigner und dem Bezirkstagspräsidenten Josef Mederer auch sein eigenes Büro.

Bevor die zahlreichen Ehrengäste - darunter die amtierende Regierungspräsidentin Maria Els, ihre Amtsvorgängerin Brigitta Brunner, die Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner und Otto Lederer (beide CSU), Bezirks- und Kreisräte, zahlreiche Bürgermeister sowie Behördenvertreter - den Erweiterungsbau besichtigen konnten, erteilten Dekanin Hanna Wirth und Pfarrer Sebastian Heindl den kirchlichen Segen. Hanna Wirth sagte: "Segen heißt, der Wunsch mit Gott in Einklang zu leben, auch in Frieden zu leben, möchte ich anfügen." Sebastian Heindl ergänzte: "Es geht um nie endende Kommunikation zwischen den Menschen, die hier arbeiten, und den Bürgern. Ihr werdet einander ein Segen sein." Als Geschenk brachten sie Landrat Wolfgang Berthaler ein Kreuz mit. "Wir wollen es nicht verordnen, wir wollen es schenken", sagte Dekanin Hanna Wirth.

Premiere für Landkreismarsch

Musikalisch umrahmt wurde die Einweihungsfeier vom Chor der Bürgermeister sowie den Musikkapellen aus Kiefersfelden, Bernau, Vagen und Wasserburg. Unter der Leitung von Michaela Haindl präsentierten sie erstmals überhaupt einen von Michaela Haindl komponierten Landkreismarsch. Das Premierenpublikum applaudierte begeistert.

In dem neuen Bürogebäude entstanden im Erdgeschoss und fünf Obergeschossen auf einer Nutzfläche von etwa 2.150 Quadratmetern gut 100 Arbeitsplätze. In unmittelbarer Nähe zum großen Sitzungssaal im Altbau liegt der neue kleine Sitzungssaal mit einer Grundfläche von etwa 120 Quadratmetern. Im ersten bis vierten Obergeschoss ordnen sich die Büroräume entlang der Außenfassade an. Im Dachgeschoss wurde neben Technik- und wenigen Büroräumen vor allem Platz für Besprechungen, Seminare und Schulungen geschaffen.

Das neue etwa 21 Meter hohe Gebäude wird mit Fernwärme und Fernkälte versorgt. Zudem wurde auf der Dachfläche eine Photovoltaikanlage errichtet. Der Erweiterungsbau und der Innenhof sind komplett unterkellert. In der Tiefgarage können 42 Fahrzeuge abgestellt werden. Im Kreuzungsbereich Wittelsbacher Straße/Aventinstraße entstand ein kleiner Platz mit Bäumen und Sitzplätzen. Der Innenhof vor dem Haupteingang des Landratsamtes ist mit flach geneigten Rampen barrierefrei erschlossen sowie mit Hochbeeten und einem Brunnen belebt, den der Kiefersfeldener Steinbildhauer Toni Stegmayer entworfen hat.

Nächstes Projekt steht bereits bevor

Besonders freute Landrat Wolfgang Berthaler, dass die Baukosten in Höhe von 17,3 Millionen Euro rund 200.000 Euro unter der ursprünglichen Kostenschätzung blieben. Wenn alle Umzüge in das neue Bürogebäude abgeschlossen sind, werden im Anschluss die Mitarbeiter des benachbarten Kreisjugendamtes in den "Altbau" übersiedeln. Noch im Juli oder August sollen die Bauarbeiten für die Generalsanierung und Erweiterung des Kreisjugendamtsgebäudes beginnen.

Pressemitteilung des Landratsamtes Rosenheim

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