Erneuerung der Oberleitung Strecke München-Rosenheim

"Die Masten rosten vor sich hin"

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Intensiv wird an der Erneuerung der Oberleitung auf der Strecke München-Rosenheim gearbeitet.

Rosenheim - Bei Pendlern, die von Ostermünchen nach Rosenheim fahren müssen, stößt die Erneuerung der Oberleitungen und die damit verbundenen Sperrungen auf keine Gegenliebe. Dabei waren die Arbeiten dringend notwendig:

Schienenersatzverkehr und massive Veränderungen des Fahrplans - dass die Oberleitungen auf der Strecke München – Rosenheim im Abschnitt Ostermünchen – Rosenheim erneuert werden, dürfte für betroffene Pendler kein Geheimnis mehr sein. 

Laut dem Pressesprecher der Deutschen Bahn Bernd Honerkamp sei dies aber unvermeidbar: “Wir wollen Ihnen deutlich machen: Wenn man eine Oberleitung baut, muss man das Gleis sperren.” Statt eine Sperrung zu vermeiden, setzt die Deutsche Bahn deshalb auf eines: Optimierung.  “Wir möchten möglichst große, aber nur so große Abschnitte machen, damit wir den Verkehr noch aufrechterhalten können”, erkärt Bernd Honerkamp bei einem Ortstermin. So habe man die Strecke in die Abschnitte Ostermünchen - Großkarolinenfeld und Ostermünchen- Rosenheim unterteilt, um die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten.  Zudem würden Züge gekoppelt, Sperrungen in Nachtstunden sowie auf Feiertage gelegt und man hätte sich stärkere Maschinen geholt. 

Rund um die Uhr im Einsatz

Dass ein solches Bauvorhaben immer auch einen Spagat zwischen den Wünschen des Endkunden und dem Machbaren darstellt, werde laut Honerkampf an den Arbeitszeiten der Arbeiter und Monteure deutlich: Rund um die Uhr sei man mit 22 Mann im Einsatz. Anders als auf anderen Strecken werde im Dreischicht-Betrieb gearbeitet. 

Dieser Einsatz ist keine Selbstverständlichkeit: “Früher hatte man mehr Zeit zu bauen. Man führte eine Vollsperrung durch. Heute ist es zeitintensiv. Wenn es da einen falschen Arbeitsablauf gibt, dann schafft man es nicht.”, meinte einer der Monteure gegenüber rosenheim24.de. 

Fundament aus den 1930er Jahren

Die Notwendigkeit der Arbeiten ist vor allem auf das hohe Alter der Anlagen zurückzuführen. Nach dem 1. Weltkrieg war die Strecke Rosenheim-München eine der Ersten, die elektrifiziert wurde. Seitdem stehen die Oberleitungsmasten. Der Zahn der Zeit hat entsprechend an der Anlage genagt: "Das alte Fundament hat angefangen zu bröckeln, die Masten rosten vor sich hin", berichtet Stephanie Mittendorfer, Projektleiterin der DB Netz AG.

Auch die Fundamente würden nach und nach ihren Geist aufgeben. "Es birgt immer die Gefahr - bei Stürmen oder umfallenden Bäumen - dass sehr alte Masten auch nachgeben.", ergänzt die Projektleiterin. Wie bei jedem Haus oder Auto erreiche eine solche Anlage eben die entsprechende Jahresdauer und müsse erneuert werden. 

Oberleitungsarbeiten an der Strecke München-Rosenheim

Danach dürfen die geduldigen Pendler in Sachen Oberleitung aber mit ruhigeren Zeiten rechnen: "Die halten dann erst mal einige Jahrzehnte", versichert Stephanie Mittendorfer. Ab dem  4. Juni kommt es zunächst zu zweigleisige Nachtsperrung bei Überleitstelle Großkarolienenfeld, mit den Arbeiten an sich liege man laut Bahn aber absolut im Zeitplan: Etwa bis zum 5. August sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Strecke München – Rosenheim im Abschnitt Ostermünchen ist von Mitte Mai bis Anfang August von der Erneuerung der Oberleitung betroffen

Rosa Lechner

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