Unterschriften-Aktion im Raum Rosenheim  

Gemeinsamer Badesee für Hund und Herrchen gefordert 

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Ein Badesee im Landkreis, an den Hunde ungestört mit ihren Besitzern plantschen können, das fordert eine aktuelle Unterschriften-Aktion. 

Landkreis Rosenheim - Wer sich in der Sommerhitze erfrischen möchte, geht an den See. Wer Hundebesitzer ist hat ein Problem und eine sehr geringe Auswahl - der Besuch am Badesee mit Vierbeiner ist vielerorts unerwünscht. Claudia Gorzel reicht es jetzt: Sie setzt sich für einen hundeeigenen Badesee in der Region ein. 

Spätestens seit sich die Gemeinde Halfing gegen die Errichtung eines Hundebadeplatzes am Baggersee entschieden hat, ist die Diskussion in aller Munde. Auch in Übersee am Chiemseeufer wird aktuell über eine Leinenpflicht nachgedacht. Die eine Seite meint, Hunde würden nicht groß stören, die andere wiederum will partout nicht mit einem Hund zusammen im Wasser schwimmen


"Badevergnügen auch als Mensch zurückstellen" 

Claudia Gorzel aus Rosenheim ist Hunde-Physiotherapeutin und selbst Besitzerin von drei Hunden. Früher besaß sie eine kleine Hundepension, die sie aber mittlerweile nicht mehr betreibt. 

Sie kann den Wirbel um Hunde am See nicht nachvollziehen. "Das Thema ist schon sehr lange bei den Leuten im Gespräch und durch Beschlüsse wie für den Halfinger Baggersee flammt die Debatte immer neu auf. Ich möchte jetzt gezielt mit guten Argumenten mit den Vorurteilen aufräumen. Freilich kann man beispielsweise beim Gesichtspunkt Hygiene streiten, aber dann müssen sich die Menschen auch einmal an die eigene Nase fassen." 


Kommentar: Baden mit Hunden - Warum nicht?

Man müsse, so betont Gorzel, "schon ein ganzes Stück im Auto schwitzen", um – wie an ausgesuchten Stellen am Chiemsee, in Aying oder an Gewässern bei Reit im Winkl – einen Badesee zu erreichen, an dem der Hund zusammen mit dem Besitzer gemeinsam unbeschwert ins Wasser springen könne. "Meist sind es in unserer Region Teilabschnitte von Flüssen, Bächen oder Kiesgruben, wo die Fellnasen höchstens geduldet, aber nicht wirklich willkommen sind", erklärt Gorzel. "Als Mensch muss man dabei sein eigenes Badevergnügen deutlich zurückstellen." 

Bereits ein in Frage kommender See im Blick 

Gorzel möchte nun nicht mehr länger tatenlos zusehen und hat als Initiatorin der Facebook-Gruppe "Project DogHouse" eine Unterschriften-Aktion ins Leben gerufen. Darin wird die Errichtung eines Badesees nur für Hund und Herrchen im Landkreis Rosenheim gefordert. "Es ist wirklich schwierig, mit Hunden dort spazieren zu gehen, wo sie ungestört toben oder schwimmen dürfen. Ein solcher Badesee fehlt einfach in der Umgebung. Ich finde, es wird Zeit, den Vierbeinern im Sommer einen Platz zu geben, wo Hund und Halter gemeinsam baden dürfen", unterstreicht Gorzel ihr Anliegen. 

Die Rosenheimerin hat bereits einen in Frage kommenden See in der Nähe von Rosenheim im Blick, möchte aber noch nicht allzu früh verraten, um welchen es sich dabei handelt. Das Grundstück um den See sei mit großen Hecken umzäunt, Publikumsverkehr oder Badegäste gebe es kaum und direkte Nachbarn auch nicht. Der Kiosk am See sei schon lange geschlossen. Doch auch für diesen See brauche es im Falle einer Verwirklichung als Hundebadesee Regeln und Vorschriften, die entsprechend kommuniziert werden und an die sich Hunde und Besitzer halten müssten. 

Die Listen für die Unterschriftensammelaktion liegen an folgenden Stellen aus - und es sollen noch mehr werden:

  • Hundeparadies Stephanskirchen, Kreutangerweg 31 in Stephanskirchen 
  • Dr. Neun Augentierärztin, Kufsteinerstraße 23 in Raubling 
  • Eisy Pet Zoohandlung, Neue Heimat 13 in Rosenheim 
  • Peppers Hunde Snack Bar, Mangsfallstraße 31 in Rosenheim 
  • Dr. Tanja Frey, Prinzregetenstraße 94 in Rosenheim 
  • Vickys Hairroom, Weinstraße 8 in Rosenheim
  • Boutique Rustiko, Aisinger Straße 82A in Rosenheim

Auch online können Unterstützer bei der Petition "Pro Hunde-Badesee" mitmachen und unterzeichnen

Wie geht es weiter? 

Bis Ende des Jahres möchte Gorzel 5.000 Unterschriften sammeln, um zu zeigen, dass das Interesse bei den Leuten vorhanden ist. Danach werde sie sich gezielt an die Gemeinden im Landkreis wenden und selbst wenn der in Frage kommende See nicht realisierbar sei für die Hunde, dann solle das Anliegen weiter an das Landratsamt gehen. 

"Es gibt so viele Seen in der Region, da wird doch wohl einer dabei sein, der sich eignet und den man explizit für Hunde und ihre Besitzer freigeben kann", betont Gorzel abschließend. 

Ihre Meinung zur Unterschriften-Aktion "Badesee für Hunde" 

mb

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