Verbote in Burghausen und Wasserburg

Wo Böllern in der Region an Silvester verboten ist

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Feuerwerk
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Landkreis - Lärm, Müll und Brandgefahr: Immer mehr Städte verbieten privates Böllern in der Innenstadt. Und das aus gutem Grund.

Seit Freitag werden sie wieder verkauft - Raketen, Böller und andere Spektakel für Silvester. 2017 haben die Deutschen für rund 137 Millionen Euro Böller und Raketen gekauft. Aus Sicherheits- und Umweltschutzgründen wird jedoch immer lauter darüber diskutiert, die Knallerei an Silvester zu verbieten.

Denn nicht nur, dass die Böllerei mitunter gefährlich werden kann und folglich Tausende Feuerwehr- und Arzteinsätze bedeutet, entstehen dadurch jede Menge Müll, Lärm und Feinstaub. Deswegen wird ein Verbot privater Feuerwerke an Silvester gefordert. An diesem einen Tag im Jahr werden laut Deutscher Umwelthilfe (DUH) rund 5.000 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Das entspricht etwa 17 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge. Die Folge: Vor allem Kinder, aber auch etliche Haus- und Wildtiere leiden unter dem Lärm und dem Feinstaub.

"Wir möchten eine Verschiebung der Feuerwerksaktivitäten raus aus der Innenstadt. Entweder auf Flächen am Stadtrand, wo die Menschen ihre Feuerwerkskörper abfeuern können oder noch besser ein professionelles Feuerwerk außerhalb sensibler Zonen, an dem sich alle erfreuen können und welches kaum Feinstaub erzeugt", sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Doch von den Böllern gehen laut Experten noch weitere Gefahren einher: Das Verletzungsrisiko für Menschen ist bei unsachgemäßem Gebrauch recht hoch und historische Gebäude in den Altstädten können durch die Böller in Brand geraten.

Burg Burghausen komplett gesperrt

Daher gibt es einige Städte und Gemeinden in Bayern, die auf die Böllerei an Silvester verzichten, wenn auch zum Teil nur in bestimmten Bereichen. In der Nähe der bayerischen Schlösser, Burgen und Residenzen dürfen zum Beispiel keine Feuerwerkskörper abgebrannt werden. Darüber hat die Bayerische Schlösserverwaltung jüngst informiert. In der Silvesternacht sind aufgrund der Brandgefahr auch einige Schlossplätze und Anlagen gesperrt.

Davon betroffen ist unter anderem die Burg in Burghausen. Dort wird die Zufahrt gesperrt. "Die Zugänge werden durch einen Sicherheitsdienst kontrolliert", heißt es. "Die Hauptburg mit dem inneren Burghof wird komplett gesperrt." Grund für die Sperrung der Anlagen sei vor allem der Schutz der historischen Gebäude.

Verzicht in Wasserburg und Ramsau

Grundsätzlich gilt in allen Städten, dass nur am 31. Dezember und 1. Januar Feuerwerk von jedermann entzündet werden darf. In der Nähe von Kirchen, Kliniken, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandgefährdeten Gebäuden ist dies generell untersagt. Die Regeln sind in der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz festgelegt.

Kommunen können zudem weitere Verbotszonen einrichten. Das hat zum Beispiel die Stadt Wasserburg getan. Die Gemeinde Ramsau bei Berchtesgaden ruft ihre Einwohner seit 2016 als zertifiziertes Bergsteigerdorf dazu auf, auf Feuerwerke zu verzichten. Auch in Inzell und Kirchanschöring ist bereits über den Verzicht diskutiert worden. Wer trotz eines Verbotes böllert, muss mit empfindlichen Geldbußen rechnen.

ksl

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