Zig Veranstaltungs-Absagen durch Corona-Ausbreitung in der Region 

"Gesundheit vor Umsatz" - So reagieren die Verantwortlichen

Das Starkbierfest in Rosenheim wurden nach nur drei Tagen abgebrochen - aus Angst vor weiterer Verbreitung des Corona-Virus in der Region. 
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Das Starkbierfest in Rosenheim wurden nach nur drei Tagen abgebrochen - aus Angst vor weiterer Verbreitung des Corona-Virus in der Region. 

Landkreis Rosenheim - Wegen der rasanten Ausbreitung von COVID-19 stehen zahlreiche Veranstaltungen wie Starkbierfeste in der Region auf der Kippe oder werden abgesagt. rosenheim24.de hat mit den Verantwortlichen über die Beweggründe der Entscheidung geredet. 

Nach kurzer Auftakt-Euphorie und nur drei Festtagen wurde das Starkbierfest in Rosenheim wegen der Ausbreitung des Corona-Virus abgebrochen. Veranstalter Auer Bräu folgte mit dieser Entscheidung den Empfehlungen der Stadt Rosenheim und des Gesundheitsamtes.

Pressesprecher Michael Hinterseer erklärt zu der Entscheidung: "Wir haben stundenlang intensiv diskutiert inwiefern wir in solchen unsicheren Zeiten Verantwortung übernehmen und am Ende stand die Sicherheit im Vordergrund. Wir müssen als Region zusammenstehen." 

An den ersten drei Tagen sei der Zuspruch groß gewesen, die Halle gut gefüllt. "Wir erhalten noch immer viel Zuspruch und verständnisvolle Reaktionen auf die Absage", sagt Hinterseer. "Freilich erreichen uns aber auch traurige Mails - für viele Besucher ist das Starkbierfest jedes Jahr wieder ein Highlight und die bedauern die Absage natürlich schon." 

Der wirtschaftliche Schaden für die Veranstalter sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht absehbar, etwaige Umsatzeinbußen wolle man nicht voranstellen. "In diesem Fall gehen Sicherheit und Gesundheit der Bürger ganz klar vor Umsatz", unterstreicht Hinterseer die Entscheidung. 

Kein Starkbierfest in Raubling: "Finanzieller Schaden enorm"

Gar nicht erst starten wird das Starkbierfest in Raubling, das von 13. bis 22. März stattfinden hätte sollen. Diese Entscheidung fiel im Landratsamt Rosenheim, das schriftlich erklärt: "Die für das Gesundheitsrecht zuständigen Fachleute in der Behörde folgten einer Empfehlung des Gesundheitsamtes Rosenheim. Der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Dr. Wolfgang Hierl sieht eine deutlich erhöhte Gefährdungslage in der Region. Dr. Hierl befürchtet, dass Erkrankungen, die mit einer geringen Symptomatik verlaufen, unerkannt bleiben, betroffene Personen das Virus jedoch weiter verbreiten könnten." Der Leiter des Gesundheitsamtes schätzt ein Starkbierfest in der Region als "großen Risikofaktor" ein. 

Dass die Gesundheit vor gehe, das unterstreicht auch Sebastian Kirner im Gespräch mit rosenheim24.de: "Wir bauen im Hintergrund im Raubling gerade das Zelt wieder ab - eine Verschiebung macht für uns keinen Sinn und drum blicken wir eben dem Starkbierfest 2021 optimistisch entgegen. Wir sind nur ein kleiner Teil des gesamten Rades, das von Absagen durch Corona betroffen ist. Als Unternehmen bedauern wir das freilich und leiden unter der Absage, der finanzielle Schaden ist enorm. Aber aus Sicht der Politik ist das die einzig richtige Lösung - anders hätten wir wohl auch nicht gehandelt." 

Auch das Starkbierfest der Freiwilligen Feuerwehr Großkarolinenfeld, das am 21. März hätte stattfinden sollen, wurde abgeblasen, wie einem Post der Floriangsjünger auf Facebook zu entnehmen ist.

Veranstaltungen in den Nachbarlandkreisen Mühldorf und Altötting wurden ebenso gecancelt oder stehen auf der Kippe, wie die zwei übrigen Termine für das Haager Starkbierfest

Lokschuppen trifft Vorsichtsmaßnahmen

Die Saurier-Ausstellung im Rosenheimer Lokschuppen läuft indes weiter. Dr. Peter Miesbeck, der Leiter des Ausstellungszentrums, erklärt, man sei aktuell "noch nicht betroffen" von einer Schließung, er wolle die Entwicklung aber weiter gezielt beobachten: "Wir haben entsprechende Vorkehrungen getroffen, stellen beispielsweise Desinfektionsmittel an den Toiletten und Kassen zur Verfügung." 

An einem durchschnittlichen Besuchertag finden sich mehrere hundert Leute in den Räumen des Lokschuppens wieder, an den Wochenenden bis zu 1000. Allerdings seien diese gestaffelt und nicht gleichzeitig im Lokschuppen unterwegs, sodass jeder seinen individuellen Sicherheitsabstand wahren könne. 

"Wir haben jedoch auch schon Absagen von einzelnen Schulklassen erhalten, bei denen ein Verdachtsfall wegen Corona vorliegt", so Dr. Miesbeck abschließend. 

mb

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