Leser-Meinungen zur Corona-Impfung

„Es liegt an jedem selbst, jetzt Verantwortung für sich und andere zu übernehmen“

Die „Corona-Impfung“ spaltet die Gesellschaft. Auch unsere Leserin Tanja Flötzinger äußert ihre Meinung dazu.
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Die „Corona-Impfung“ spaltet die Gesellschaft. Auch unsere Leserin Tanja Demmelmaier äußert ihre Meinung dazu.

Das Thema „Corona-Impfung“ spaltet die Gesellschaft. Während viele gespannt auf einen Impftermin warten, lehnen andere die Impfung kategorisch ab. Ihr habt uns eure Leserbriefe zu dem Thema geschickt.

Landkreis -  Seit dem 27. Dezember 2020 werden Menschen in Bayern gegen das Coronavirus geimpft. Bis einschließlich Mittwoch, 10. Februar, haben schon 424.597 Menschen im Freistaat die Erstimpfung erhalten. Da der Impfstoff anfangs nicht für alle reicht, wurde eine Reihenfolge für die Impfungen festgelegt.

Die OVB24-Redaktion hat euch gefragt, wie eure Meinungen zur Corona-Impfung sind. Würdet ihr euch gegen Corona impfen lassen, habt ihr die Impfung bereits hinter euch oder seid ihr komplett dagegen?

Pro oder Contra? Das sind eure Meinungen zur Corona-Impfung:

Anm. der Red.: Der Inhalt der Leserbriefe gibt ausschließlich die Meinung der Einsender wieder und spiegelt nicht die Ansicht(en) der Redaktion wieder.

Tanja Demmelmaier aus Garching an der Alz:

Unsere Leserin Tanja Demmelmaier aus Garching an der Alz äußert ihre Meinung zur Corona-Impfung.

Für mich ist das Thema Impfen sehr wichtig. In so einer Ausnahmesituation wie der jetzigen ist es sehr wichtig, dass wir alle zusammenhalten. Es liegt an jedem selbst, jetzt die Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Vor der Impfung habe ich mir auch meine Gedanken gemacht. Dann habe ich mich informiert und belesen und dann stand für mich fest, ich werde mich impfen lassen. Meine erste Impfung fand bereits vor zwei Wochen statt. Bis auf einen leichten Muskelkater war danach nichts zu spüren. Ein Dank auch an alle Hilfsorganisationen, die hinter dem Ganzen stehen und es möglich machen.

Thomas Lippisch aus Eggstätt:

Unser Leser Thomas Lippisch aus Eggstätt äußert seine Meinung zur Corona-Impfung.

Ich werde bald 79 Jahre alt und habe seit „ewigen“ Zeiten Diabetes - ich gehöre also zur Risikogruppe. Ich habe mich, genauso wie meine Frau, via Internet zur Impfung bereits angemeldet. In meinem Alter werde ich sicherlich nicht nochmals Vater. Falls es Langzeitfolgen geben würde, was ich nicht glaube und nicht hoffe, würde ich diese vermutlich nicht mehr erleben. Als Impfstoff möchte ich aber nur den Biontech-Pfizer gespritzt bekommen. Wie ich gelesen habe, begannen die Ursprünge dieser neuen Bio-Technologie bereits 1985. Also eine lange Entwicklungszeit. Ich vertraue diesem Impfstoff. Für Corona-Leugner oder Verharmloser habe ich dagegen absolut kein Verständnis! 

Mit den Maßnahmen, die in München und Berlin entschieden wurden, bin ich in vielen Dingen nicht einverstanden. Das ist mir zu viel „Rasenmäher-Methode“. Die Corona-App habe ich schon lange wieder wegen Nutzlosigkeit gelöscht. Mein Gefühl ist, man wollte einen „schönen, gut geschmückten Tannenbaum erschaffen“. Dann kamen die üblichen Bedenkenträger (Datenschutz). Daraufhin wurde der Baumschmuck wieder abgenommen - das geht zu weit - dann die Zweige abgeschnitten. Das geht ja auch nicht. Nur der Stamm selbst ist übrig geblieben. Den habe ich nun „in den Ofen geschoben“. Nutzlos! Dass die jüngeren Personen wegen eventueller zukünftiger Schwangerschaft und erlebbarer Spätfolgen vorsichtiger sind, kann ich nachvollziehen. Nun, so wie es mit dem leider sehr langsamen Impfstoff-Nachschub aussieht, werden diese Personengruppen noch lange Zeit haben, um über eine Impfbereitschaft nachzudenken. Ich hoffe, dass sich sehr viele impfen lassen, da ich nur dann glaube, dass ein einigermaßen normales Leben wieder möglich ist. Ich möchte endlich wieder unbeschwert zum Wirt gehen - ein Weißbier und einen Schweinsbraten essen - und dort mit Freunden „ratschen“!

Beate Pfliegl-Moussavian aus Bruckmühl:

Vorab: Ich werde mich sicher nicht mit einem derartig neuartigen Impfstoff impfen lassen, der nur ein Jahr Entwicklungszeit aufzuweisen hat. Bis 2019 waren mRNA-Impfstoffe in Deutschland verboten und ich gehe davon aus, dass es dafür gute Gründe gab. Ausgerechnet in einer Pandemie über Schnellzulassungen eine völlig neue Generation von Impfstoffen mehr oder weniger „Zwangsverimpfen“ zu lassen, halte ich für unverantwortlich. Ich hätte erwartet, dass zumindest parallel die Entwicklung gängiger Impfstoffe (wie bei Grippeimpfungen) vorangetrieben wird. 

Nun, angesichts der Tatsache, dass dem deutschen Arzt Dr. Winfried Stöcker, der nachweislich einen funktionierenden Impfstoff entwickelt hat (dessen Wirksamkeit sowohl von Christian Drosten als auch von Hendrik Streeck bestätigt wurde) gegenwärtig mit Strafverfolgung gedroht wird, hält sich mein Vertrauen in die deutsche Impfstrategie in Grenzen. Wie auch immer. Mit den im Moment vorhandenen Impfstoffen werde ich mich nicht impfen lassen .

Florian Schramm aus Oberbayern:

Unser Leser Florian Schramm äußert seine Meinung zur Corona-Impfung.

Meine Frau, die im medizinischen Bereich tätig ist, hat bereits ihre beiden Impfungen von Biontech/Pfizer erhalten. Sie hatte danach keine Nebenwirkungen. Sicher sind noch ein paar Fragen ungewiss, speziell beim Thema langfristige Auswirkungen, aber hier müsste man ja noch sehr viel länger warten. Wir waren zuerst skeptisch aufgrund der doch sehr schnellen Entwicklung und Wirksamkeit des Impfstoffes. Wir hatten aber dann das Glück, mit jemandem aus einem Labor zu sprechen, der uns die Entwicklung des Impfstoffes sehr gut erklären und damit gewisse Bedenken ausräumen konnte. Ich persönlich würde mir diesen Impfstoff von Biontech/Pfizer auch impfen lassen, auch meinen Kindern, wenn wir einen Termin bekommen. Auch bei Moderna wäre ich aktuell eher bereit, aufgrund der hohen Wirksamkeit.   Anders sieht es bei dem Impfstoff von Astrazeneca aus. Hier sind die vielen Berichte in den Medien doch eher so, dass der Impfstoff eine geringere Wirkung, speziell auch auf die Mutationen, zeigt. Das Risiko, trotz Impfung zu erkranken, ist mir hier deutlich zu hoch! Das Impfangebot würde ich bei diesem Impfstoff ablehnen. Ich bin nicht bereit, einen Impfstoff mit schlechterer Qualität (zweiter Klasse) zu nehmen, nur weil er günstiger und leichter zum herstellen ist. Dann verzichte ich lieber auf die Impfung oder warte so lange, bis man die Wahl hat. Notfalls zahle ich mir die Impfung dann selbst.

Frauke Schuster aus Emmerting:

Ägypten, 1970. Im Nildelta brach die Cholera aus und gerüchteweise traten auch in Kairo, wo ich als Kind mit meinen Eltern lebte, schon bald erste Fälle auf. Dieser Ausbruch gehörte zur sogenannten siebten Cholera-Pandemie, die ihren Ursprung vermutlich in Asien nahm und von 1961 bis 1975 für viele Tausend Krankheitsfälle in weiten Teilen der Welt verantwortlich war.

Ein Tagebucheintrag unserer Leserin Frauke Schuster.

Und wie sind wir – meine Eltern und ich – damals mit der Bedrohung durch die Cholera umgegangen? Zum einen haben wir jedes Tröpfchen Wasser, das zum Trinken, Kochen oder Zähneputzen verwendet wurde, mindestens fünf Minuten lang abgekocht und zum anderen gehofft, dass möglichst rasch Impfstoff aus Deutschland eingeflogen werden könne. Eine Pandemie, Warten auf Impfstoff … Schnell lassen sich Parallelen zur heutigen Zeit finden.

Genau deshalb, weil ich bereits als Kind erleben durfte, wie heißbegehrter Impfstoff Menschenleben schützen kann, werde ich mich jetzt mit 63 Jahren gegen Covid-19 impfen lassen, sobald ich die Möglichkeit dazu erhalte. Natürlich möchte ich durch die Impfung mich selbst schützen, schließlich gehöre ich zur Covid-19-Risikogruppe. Aber dadurch, dass ich mich impfen lasse, möchte ich auch dazu beitragen, die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen oder wenigstens zu verlangsamen. Um mitzuhelfen, anderen Menschen Leid zu ersparen. In diesem Sinne hoffe ich, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen, dass sie alle die Impfung gut vertragen und gesund bleiben! 

Was denkt ihr über die Corona-Impfung? Schickt uns eure Leserbriefe

Lasst ihr euch gegen Corona impfen oder habt ihr die Impfung vielleicht schon hinter euch? Hattet ihr hier mit Nebenwirkungen zu kämpfen? Oder seid ihr gegen eine Corona-Impfung? Gerne könnt ihr uns von euren Erfahrungen berichten. OVB24 ist auf Eure Meinungen gespannt. Schickt uns euren Leserbrief zum Thema per Mail an termine@ovb24.de (Kennwort: „Corona-Impfung“ im Betreff).

Bitte sendet uns neben euren Zeilen auch unbedingt euren Namen und euren Wohnort - auch ein Foto von euch könnt ihr gerne mitschicken. Die Redaktion veröffentlicht eure Leserbriefe samt kompletten Namen und Wohnort anschließend in einem Artikel.

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

Corona-Impfung: Impfbereitschaft der Deutschen steigt

Laut einer groß angelegten Pandemie-Studie der Mainzer Universität hat die Impfbereitschaft der Deutschen in den vergangenen vier Monaten deutlich zugenommen - auf etwa 85 Prozent. Die Ergebnisse basieren auf Antworten und Daten von bis zu 5466 Menschen im Alter von 44 bis 84 Jahren. Auch unsere Umfrage zeigt, dass sich die Hälfte der OVB24-Leser (49 Prozent) gegen das Coronavirus impfen lassen wollen (Stand: Montag, 15. Februar, 10.45 Uhr).

jg

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