Sturmtief "Fabienne" wütet in Region, Tirol und Salzburg

Vierjähriger wird von umstürzendem Baum lebensgefährlich verletzt

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Bei Marktschellenberg (Landkreis Berchtesgadener Land) stürzte ein Baum auf ein Auto.
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Landkreis - Am Sonntagabend ist Sturmtief "Fabienne" über die Region hinweggefegt. Es wurden zahlreiche umgestürzte Bäume gemeldet, wobei zwei davon auf fahrende Autos stürzten. Es gab außerdem mehrere Verletzte. Inzwischen gibt es eine erste Bilanz:

Das Wichtigste in Kürze:

>>> SERVICE: Wetter in der Region
>>> SERVICE: Hochwassernachrichtendienst Bayern
>>> SERVICE: Wetterwarnungen Deutscher Wetterdienst

>>> Frau (78) in Oberfranken von Baum getroffen und getötet
>>> Über 600 Einsätze in Nord- und Ostbayern
>>> Haager Herbstfest aus Sicherheitsgründen vorzeitig geschlossen
>>> Bäume stürzen bei Marktschellenberg und Niederndorf auf fahrende Autos
>>> Über 300 Einsätze in Region, Tirol und Salzburg - mehrere Verletzte
>>> Fahrgeschäfte auf Münchner Oktoberfest stehen still
>>> Vierjähriger wird von einem umstürzenden Baum lebensgefährlich verletzt. 

UPDATE, 13.35 Uhr - Vierjähriger wird von umstürzendem Baum lebensgefährlich verletzt. 

In Baden-Württemberg wurde ein vierjähriger Junge von einem umstürzenden Baum lebensgefährlich verletzt, berichtet web.de Eine große Buche krachte auf ein Auto, in dem das Kind sich befand. Laut ersten Informationen erlitt der Junge schwere Kopfverletzungen und wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. 

UPDATE, 11 Uhr - "Downburst" wütet in Oberfranken

Ein seltenes Wetterphänomen spielte sich am Sonntag während des Sturmtiefs im oberfränkischen Landkreis Bamberg ab. Eine Fallböe, ein sogenannter Downburst, sorgte mit heftigen Windgeschwindigkeiten entlang der B22 auf hunderten Metern für umgeknickte Bäume. Das berichtet unser Partnerportal tz.de. Schätzungsweise zehn Orte wurden schwer verwüstet, ganze Häuser abgedeckt. Am schlimmsten traf es das 130-Einwohner-Dorf Untersteinach.

Alleine hier beschädigte der Sturm circa 30 bis 40 zum Teil massiv beschädigte Häuser. Aufgrund eines großflächigen Stromausfalls und der teilweise bestehenden Einsturzgefahr der Häuser durften die Bewohner zunächst nicht mehr in ihre Gebäude zurück. Der Rettungsdienst sorgte hier mit Zelten für Notunterkünfte.

UPDATE, 8.55 Uhr - Zwei Freilassinger bei Unfall verletzt

Nun liegt auch der Pressebericht der Polizei zu dem Unfall am Sonntagabend in Marktschellenberg vor. Demnach musste ein bergwärts fahrender Pkw anhalten, da ein Baum quer über der Fahrbahn lag. Im selben Moment fiel ein weiterer Baum auf den stehenden Wagen, welcher mit drei Personen besetzt war. 

Zwei Personen wurden bei dem Unfall verletzt und vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus nach Salzburg gebracht. Hierbei handelt es sich um zwei 27- und 48-jährige Freilassinger. Am Fahrzeug entstand ein wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von etwa 5.000 Euro. Die Feuerwehren Marktschellenberg und Berchtesgaden sicherten die Tiefenbachstraße ab und unterstützten bei der Versorgung der Verletzten. Die Tiefenbachstraße bleibt bis auf weiteres komplett gesperrt, wie die Polizei Berchtesgaden mitteilte.

Baum stürzt bei Marktschellenberg auf Auto

UPDATE, 8.50 Uhr - Blitzeinschlag in S-Bahn bei Feldmoching

Am Sonntagabend gegen 22.20 Uhr schlug ein Blitz in der Nähe des Bahnhofs Feldmoching in die Oberleitung ein. Betroffen davon waren rund 125 Reisende in einer S-Bahn der Linie S1 auf dem Weg Richtung Freising. Aufgrund der Beschädigung der Oberleitung musste erst der Strom abgeschalten und der Bereich durch die Feuerwehr geerdet werden.

Erst dann konnten rund 125 Reisende die S-Bahn verlassen und von Rettungskräften zum etwa 100 Meter entfernten Bahnhof Feldmoching geleitet werden. Eine Sichtung der Reisenden ergab, dass keine Personen verletzt worden waren. Die beschädigte S-Bahn war nicht mehr fahrbereit. Aufgrund der Oberleitungsschäden ist aktuell nach wie vor kein Fahrbetrieb der S1 möglich, wie die Bundespolizei in München nun mitteilte. Darüber hinaus sorgte ein Notarzteinsatz an der Stammstrecke am Montagmorgen für weitere Störungen im S-Bahn-Verkehr.

UPDATE, 8.30 Uhr - 315 Feuerwehrler rund um Salzburg im Einsatz

Auch im Bundesland Salzburg hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun. Insgesamt waren 315 Kräfte von insgesamt 17 Feuerwehren im Einsatz, wie der Landesfeuerverband Salzburg mitteilte. Es gab knapp 25 Einsätze, die meisten davon im Flachgau. 

"Die Tätigkeiten beschränkten sich hauptsächlich auf das Freimachen und Sichern von Verkehrswegen und das Beseitigen von losen Ästen, Baustellenabsicherungen und umgestürzten Bäumen", schrieb der Verband auf seiner Homepage

Außerdem kam es in Nußdorf am Haunsberg durch einen sogenannten Erdschluss zum Brand eines Strommasten. Nachdem der Betreiber den Strom abgestellt hatte, konnten die Feuerwehrkräfte den in Flammen stehenden Masten rasch ablöschen. Verletzt wurde niemand.

UPDATE, 8.10 Uhr - "Hotspots" in Traunstein, Mühldorf, Altötting und BGL

Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord kam es zu rund 100 Einsätzen. Der Schwerpunkt hierbei lag im Bereich rund um Ingolstadt, wo die Retter etwa 65 Mal ausrücken mussten. Insgesamt summieren sich die Einsätze in Oberbayern damit auf rund 260. Rechnet man Tirol und Salzburg (Anm. der Red.: Bilanz folgt in Kürze) hinzu, kommen weit über 300 Einsätze zusammen.

Die "Hotspots" in Sachen Unwetter lagen laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR) zufolge in den Landkreisen Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen. Unter anderem blockierten auf der A95 zwischen Murnau und Eschenlohe umgestürzte Bäume den Verkehr. Auch die Bahnstrecke Murnau - Oberammergau ist derzeit noch wegen umgestürzter Bäume blockiert.

Auch der Südosten von Oberbayern war laut dem Bericht stark betroffen. Dort ging es vor allem in den L andkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting "rund". User von rosenheim24.de berichteten außerdem von einem Stromausfall im südlichen Landkreis Rosenheim. Nach rund 45 Minuten sei der Strom aber wieder da gewesen, hieß es.

UPDATE, 8 Uhr - Rund 160 Einsätze binnen zwei Stunden in Region

Auch für den Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd liegt nun eine erste Bilanz vor. Insgesamt hat es am Sonntagabend binnen zwei Stunden rund 160 unwetterbedingte Einsätze gegeben, wie Pressesprecher Alexander Huber auf Anfrage von rosenheim24.de erklärte. 

Dabei handelte es sich vor allem um Feuerwehreinsätze wegen umgestürzter Bäume. Insgesamt seien drei Menschen leicht verletzt worden. In welchem Zusammenhang die Verletzungen entstanden, konnte der Sprecher noch nicht sagen. Größere Vorkommnisse habe es in der Region aber nicht gegeben, hieß es abschließend.

UPDATE, 7.35 Uhr - Tirol: Baum stürzt bei Niederndorf auf Auto

Auch auf das angrenzende Tirol hatte der Sturm massive Auswirkungen. In Kirchdorf bei Kitzbühel wurde ein Hausdach teilweise abgetragen. Außerdem stürzte in Kössen ein Baum auf ein Hausdach. Zudem wurden im Bereich Erpfendorf, Kirchdorf und Kössen zwischen 22.30 Uhr und 23.30 Uhr zahlreiche umgestürzte Bäume gemeldet, wie die Landespolizeidirektion Tirol nun mitteilte. 

Auch gleich hinter der Grenze zum Landkreis Rosenheim ging es "rund". In der Gemeinde Niederndorf wurden ebenfalls mehrere Bäume umgerissen, wobei einer dieser Bäume auf ein auf der Walchseestraße (B172) fahrendes Auto stürzte. Der Baum schlug im Bereich der Windschutzscheibe ein und beschädigte das Fahrzeug dabei so stark, dass der Fahrer mit schwerem Gerät durch die Feuerwehr befreit werden musste. Der 51-Jährige hatte Glück im Unglück und blieb laut Polizei unverletzt. Am Fahrzeug entstand allerdings Totalschaden. Dieses soll nun in den Morgenstunden abgeschleppt werden. Insgesamt hielten sich die Schäden im gesamten Bundesland aber in Grenzen, wie die Tiroler Tageszeitung am Morgen berichtet.

UPDATE, 7.20 Uhr - Keine Probleme im regionalen Bahnverkehr

Auf den regionalen Bahnverkehr scheint das Sturmtief keine Auswirkungen gehabt zu haben. Pendler können also aufatmen, denn weder die Bayerische Oberlandbahn (BOB) noch die Deutsche Bahn meldeten am Montagmorgen Störungen auf den regionalen Strecken.

Lediglich im Münchner S-Bahn-Verkehr müssen Pendler mit Einschränkungen rechnen. Hier kommt es laut unseres Partnerportals tz.de vor allem auf der Linie S1 zu Problemen.

UPDATE, 6.55 Uhr - Starkregen fegt auch über Oktoberfest

Auch über das Oktoberfest in München ist am Abend Sturmtief "Fabienne" hinweggefegt. Nach Angaben des Veranstalters blieb es allerdings bei "sintflutartigem Regen". Der befürchtete Orkan sei ausgeblieben, hieß es. Das Gelände musste auch nicht geräumt werden.

Yvonne Heckl von der Veranstaltungsgesellschaft der Münchner Schausteller sagte am Sonntagabend unserem Partnerportal tz.de: "Die Straßen haben sich geleert. Die Schausteller befolgen genau, was in ihren Prüfbüchern bezüglich des Wetters vorgeschrieben ist. Es gibt Fahrgeschäfte, die bei Windstärke 6 ihren Betrieb einstellen. Die meisten haben einen Windfühler und das geht automatisch. Eine generelle Anweisung zum Abstellen von der Stadt gibt es nicht. Die Frage erübrigt sich aber, da die Straßen leer sind."

UPDATE, 6.30 Uhr - Retter fliegen verletzten Urlauber aus

Am Sonntagabend waren die Retter außerdem bei einem Bergunfall an der Rabenwand gefordert.

Kurz bevor Sturmtief "Fabienne" am Sonntag die Region erreichte, mussten die Retter am späten Nachmittag noch zu einem schwierigen Einsatz an der Rabenwand in Schönau am Königssee (Landkreis Berchtesgadener Land) ausrücken. Dort war ein Urlauber aus Berlin rund 40 Meter abgestürzt.
Dabei drängte vor allem die Zeit, um den schwer verletzten Mann und dessen Gattin noch rechtzeitig vor dem Sturm mit dem Hubschrauber in Sicherheit zu bringen. Wenig später hätte "Christopherus 6" wegen des Orkans nicht mehr fliegen können.

UPDATE, 6.15 Uhr - 600 Einsätze in Oberfranken und Oberpfalz

"Fabienne" hat am Sonntagabend leider auch ein Todesopfer gefordert. Wie bereits berichtet, war eine 78-jährige Frau in Ebrach (Landkreis Bamberg) von einem Baum erschlagen worden. In Oberfranken scheint der Orkan besonders schlimm gewütet zu haben. Laut Angaben des zuständigen Polizeipräsidiums gab es dort rund 300 unwetterbedingte Einsätze für die Rettungskräfte. 

In der Oberpfalz waren es laut einem Bericht der Passauer Neuen Presse sogar rund 330 Einsätze. In Neumarkt (Oberpfalz) waren mehrere Verletzte zu beklagen, als ein Kirtabaum auf ein Festzelt gestürzt war.

Im Süden Bayerns scheint das Ganze glimpflicher ausgegangen zu sein. In Niederbayern gab es "nur" etwa 100 Einsätze, das für die Region zuständigen Polizeipräsidium Oberbayern Süd sprach am späten Abend von "keinen schlimmeren Einsätzen". Eine genaue Bilanz soll aber im Laufe des Montags veröffentlicht werden.

UPDATE, 5.45 Uhr - Haager Herbstfest vorzeitig geschlossen

Wegen "Fabienne" schloss auch das Haager Herbstfest (Landkreis Mühldorf) am Sonntagabend vorzeitig seine Pforten. "Leider mussten wir aus sicherheitstechnischen Gründen heuer früher Schluss machen. Das Orkantief Fabienne veranlasste uns, das Herbstfest um 20 Uhr zu schließen. Wir bitten um euer Verständnis", hieß es in einem Facebook-Post des Veranstalters.

Die Besucher zeigten für die Maßnahme viel Verständnis, wie am frühen Montagmorgen aus den Kommentaren herauszulesen war. "Es war a super Fest, Entscheidung war richtig, auch wenn jetzt einige Jammern und Schimpfen, aber wenn was passiert, wird noch mehr gejammert und geschimpft. Freu mich auf nächstes Jahr", schrieb ein User unter den Beitrag.

UPDATE, 5.30 Uhr - Baum stürzt auf Auto in Marktschellenberg

Kurz vor 23 Uhr ereignete sich am Sonntagabend ein schwerer Unfall in Zusammenhang mit Sturmtief "Fabienne". In Marktschellenberg (Landkreis Berchtesgadener Land) war im Tiefenbachgraben ein Baum auf ein fahrendes Auto gestürzt und hatte dieses unter sich begraben.

Insgesamt 60 Einsatzkräfte wurden alarmiert. Diese hatten bei starkem Regen aber große Probleme, zur Unfallstelle zu gelangen, da die Gefahr drohte, dass weitere Bäume auf die Straße stürzen würden.

Letztlich konnten die Retter aufatmen. Die drei Insassen wurden laut der Presseagentur Aktivnews bei dem Unfall wohl nicht schwer verletzt. Sie konnten sich alle noch selbst aus dem Auto befreien und sich in Sicherheit bringen.

Die Erstmeldung:

Am Sonntag hatte der Deutsche Wetterdienst in den Landkreisen Mühldorf, Rosenheim, Altötting, Traunstein und Berchtesgadener Land vor schweren Gewittern mit Orkanböen gewarnt. Die Warnung galt zunächst von 20 bis etwa 23 Uhr. Die Warnungen können Sie HIER nachlesen.

"Von Nordwesten ziehen Gewitter auf. Dabei gibt es orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten um 110 Kilometern pro Stunde sowie Starkregen mit Niederschlagsmengen bis 20 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit", hieß es in der Meldung unter anderem.

Am Abend wurde dann teilweise bereits Entwarnung vermeldet. Das Unwetter sei deutlich ungefährlicher ausgefallen, als nachmittags noch vermutet wurde. Trotzdem wird empfohlen, Wälder und Gebiete mit vielen Bäumen zu meiden. Kurz nach Mitternacht wurden dann alle Warnungen aufgehoben.

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