Mehr als 31 Schüler

So viele Großklassen gibt es an regionalen Realschulen und Gymnasien

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Landkreise - Große Schulklassen gelten als pädagogisch bedenklich. Eine Kleine Anfrage im Bayerischen Landtag zeigt den Zustand in der Region:

Der Dachauer SPD-Landtagsabgeordnete Martin Güll wollte in einer Kleinen Anfrage von der Bayerischen Staatsregierung wissen, wie viele Klassen an Realschulen und Gymnasien im vergangenen Schuljahr 2017/2018 größer als 30 Schülerinnen und Schüler waren. Güll hatte sich in einer anderen Kleinen Anfrage auch zum Unterrichtsausfall an Bayerischen Schulen erkundigt. 

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Das Bayerische Kultusministerium antwortete mit umfangreichen Angaben dazu. Das Ministerium wies dabei darauf hin, dass der Anteil der Klassen mit über 30 Schülern an der Realschule bayernweit bei lediglich 8,4 Prozent liege, bei Gymnasien bei nur 6,7 Prozent. "Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass die Zuteilung der Lehrerwochenstunden im Bereich der staatlichen Realschulen und Gymnasien nach einem Budgetierungssystem erfolgt."

In diesem Rahmen obliege es der Eigenverantwortung der Schulleitungen, wie sie unter Einbeziehung der konkreten Situation vor Ort mit den zur Verfügung stehenden Lehrerwochenstunden beispielsweise kleinere Klassen bilden oder zusätzliche Stunden für Maßnahmen der individuellen Förderung verwendeten. Eine Rolle könnten dabei beispielsweise die Raumsituation oder Entscheidungen der Schüler für bestimmte Wahlpflichtfächergruppen spielen. 

"Durch das Staatsministerium für Unterricht und Kultus ist lediglich vorgegeben, dass Klassen mit 34 oder mehr Schülern nicht gebildet werden dürfen", bemerkte dieses abschließend. 

Bei den Realschulklassen sticht vor allem der Landkreis Mühldorf am Inn hervor. Dort haben 21,9 Prozent der Klassen mehr als 31 Schüler, was deutlich sowohl über dem Schnitt für Bayern und Oberbayern liegt. Auch die Kreise Altötting und Mühldorf liegen mit 11,6 beziehungsweise 11,9 Prozent leicht über dem Oberbayern-Schnitt. Stadt und Landkreis Rosenheim liegen mit 6,5 beziehungsweise 4,1 Prozent unter dem Schnitt von Freistaat und Bezirk. Das Berchtesgadener Land schließlich hat keine einzige Realschulklasse mit mehr als 31 Schülern vorzuweisen.

Große Klassen an Realschulen in der Region:

Region

insgesamt

26-30 Schüler

Mehr als 31 Schüler

Anteil Klassen mit mehr als 31 Schülern

Bayern

6180

2912

522

8,4 %

Oberbayern

1855

905

199

10,7 %

Altötting

43

26

5

11,6 %

Berchtesadener Land

21

9

-

0

Mühldorf am Inn

73

27

16

21,9 %

Stadt Rosenheim

31

11

2

6,5 %

Rosenheim Land

146

68

6

4,1 %

Stadt und Landkreis Rosenheim

177

79

8

4,5 %

Traunstein

101

52

12

11,9 %

Auch in den Gymnasien im Berchtesgadener Land gibt es keine einzige Klasse mit mehr als 31 Schülern. Hier wiederum liegen Stadt und Landkreis Rosenheim mit 9,2 beziehungsweise 14,7 Prozent über dem Bayern-Durchschnitt beziehungsweise sogar dem des Bezirks. Die übrigen Landkreise bleiben alle, teils deutlich, unter dem Bayern-Schnitt.

Große Klassen an Gymnasien in der Region (ohne Oberstufenkurse):

Region

insgesamt

26-30 Schüler

Mehr als 31 Schüler

Anteil Klassen mit mehr als 31 Schülern

Bayern

7737

3590

520

6,7 %

Oberbayern

2952

1488

326

11 %

Altötting

51

20

2

3,9 %

Berchtesadener Land

60

16

0

0

Mühldorf am Inn

69

31

4

5,8 %

Stadt Rosenheim

87

45

8

9,2 %

Rosenheim Land

122

66

18

14,7 %

Stadt und Landkreis Rosenheim

209

111

26

12,4 %

Traunstein

111

31

4

3,6 %

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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