Am Montag 26. November

Virale Protestaktion: Autofahrer der Region sollen Tankstellen boykottieren

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Deutschland - Finger weg von den Zapfsäulen am 26. November. So lautet die Kernnachricht eines Aufrufes, welcher mittels Kettenbrief rasant über Facebook, Whatsapp und andere sozialen Netzwerke verbreitet wird. 

Seit Wochen steigen die Spritpreise. Auch hier in der Region kann man für unter 1,50 Euro pro Liter schon lange nicht mehr tanken. Auch gut und gerne kostet der Liter Benzin mittlerweile über 1,60 Euro. 

Laut ADAC ist der Preis für einen Liter Benzin seit Januar 2018 von 1,35 Euro auf 1,51 Euro im Oktober gestiegen. Im selben Zeitraum entwickelte sich der Liter Diesel von 1,20 Euro auf 1,38 Euro. Allein von September auf Oktober stieg der Benzinpreis um 1,4 Cent und der Dieselpreis sogar um 5,1 Cent an, berichtet noz.de.

Den deutschen Autofahrern reichts

Den deutschen Autofahrern reichts. Unbekannte starteten deshalb einen Aufruf zu einer Protestaktion. 

Aufgrund der steigenden Benzin- und Dieselpreise sollen deutsche Bürger am Montag, den 26. November einen Tag lang auf das Tanken verzichten. Vor allem auf Facebook und Whatsapp macht folgender Kettenbrief die Runde und verbreitet sich rasant:

"Große Protestaktion gegen die steigenden Benzin und Dieselpreise Montag 26 November keine Tankstellen anfahren, wer tanken muss sollte das Sonntags am 25.November noch machen.

Sende diese Protestaktion an alle deine Kontakte weiter um ein Zeichen gegen die hohen Benzin und Dieselpreise zu agieren"

Sämtliche Beiträge auf Facebook wurden mehrere hunderte Male geteilt und mit "gefällt mir" markiert. Hier ein Beispiel: 

Proteste in Frankreich fordern Todesopfer

Das Thema rückt auch aufrgund der ähnlichen Situation in Frankreich in ein spezielles Licht. Bei Protesten und Straßenblockaden wegen hoher Spritpreise ist in Frankreich bereits eine Frau ums Leben gekommen

Mindestens 220 wurden verletzt, fünf von ihnen schwer, wie das französische Innenministerium am Samstagabend mitteilte. Insgesamt hätten im Land rund 244 000 Menschen an den Protesten teilgenommen. Früheren Behördenangaben zufolge gab es über das Staatsgebiet verteilt mehr als 2000 Aktionen. 52 Menschen wurden festgenommen, 38 kamen in Polizeigewahrsam. Mehrere Zwischenfälle ereigneten sich, als Autofahrer versuchten, ihre Wagen durch Straßenblockaden zu steuern.

Bewegung  „Gilets Jaunes“

Die Bewegung „Gilets Jaunes“ (gemeint: Warnwesten) hatte für Samstag in ganz Frankreich zu Blockaden von Verkehrsachsen, Kreisverkehren und Mautstellen aufgerufen. Medienberichten zufolge waren die wenigsten der Aktionen offiziell angemeldet. 

Der Protest richtet sich gegen von der Mitte-Regierung geplante Steuererhöhungen auf Benzin und Diesel. Seit Jahresbeginn sind die Steuern für Diesel-Kraftstoff nach früheren Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP um 7,6 Cent pro Liter gestiegen, für Benzin um 3,9 Cent. Eine weitere Anhebung ist für 2019 geplant.

Sinnhaftigkeit der Protestaktion

Viele User im Netz fragen sich allerdings, was dieser Protest bringen soll. Schließlich müsse man früher oder später wieder tanken. Ob dies dann am Montag geschehe oder an einem anderen Tag, spiele keine Rolle, so die Meinungen der Gegner. Ein Beispiel: "Das bringt überhaupt nichts. Ist doch egal ob ich den Tank Montag, Sonntag oder sonst wann voll mache. Den Sprit kaufe ich so oder so. Um die Tankstellen, Mineralölkonzerne oder Fiscus zu treffen müsste man das Auto ein paar Tage stehen lassen."

Rubriklistenbild: © Montage/ dpa - Screenshot Facebook

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