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Große Lawinengefahr - vor allem in der Region

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Lawinengefahr
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Landkreis - Nach den Schneefällen am Mittwoch ist die Gefahr für eine Lawine erheblich angestiegen. Vor allem die Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen sind betroffen.

Erheblich bis groß ist die Lawinengefahr derzeit in den bayerischen Alpen. Darüber informiert der Lawinenwarndienst Bayern auf seiner Internetseite. Vor allem im Osten der bayerischen Alpen - also in den Chiemgauer und den Berchtesgadener Alpen - ist die Lawinengefahr oberhalb der Waldgrenze als groß einzustufen. Es herrscht also Lawinenwarnstufe 4, in den übrigen Bereichen 3.

Am Donnerstag erfordern Unternehmungen abseits gesicherter Pisten großes lawinenkundliches Beurteilungsvermögen. Ab Freitag ist wieder Schneefall mit starkem Wind aus Nord vorhergesagt. Am Wochenende ist dann im gesamten bayerischen Alpenraum mit einer kritischen Lawinensituation zu rechnen.

Schneefall erhöht Lawinengefahr

"Das Hauptproblem sind umfangreiche Triebschneeansammlungen", heißt es. "Bereits bei geringer Zusatzbelastung, zum Beispiel durch einen einzelnen Skifahrer, ist die Auslösung meist mittelgroßer Schneebrettlawinen wahrscheinlich." Gefahr besteht vor allem dort, wo sich Triebschnee frisch angesammelt hat. Also vorwiegend im kammnahen Steilgelände der Hangrichtungen Nord über Ost bis Süd sowie in frisch eingewehten Rinnen und Mulden aller Hangrichtungen.

Aus neuschneereichen und triebschneebeladenen Einzugsgebieten ist - verstärkt bei Sonneneinstrahlung - mit der Selbstauslösung auch größerer Lockerschnee- und Schneebrettlawinen zu rechnen. Bis 1.500 Meter Höhe kann vor allem im Westen die bodennah durchfeuchtete Schneedecke an steilen Grashängen und in lückigen Bergwäldern auch am Boden abrutschen.

Nachdem im Osten der bayerischen Alpen in der Nacht zum Donnerstag, dem 3. Januar, 30 bis 50 Zentimeter Neuschnee gefallen sind, im übrigen bayerischen Alpenraum zehn bis 30 Zentimeter, hat sich die Lage verschärft. Stürmischer Wind aus West bis Nord hat den Neuschnee umfangreich verfrachtet und auch die windexponierte Altschneedecke erodiert.

Deutscher Wetterdienst warnt vor Schneefall

"Auch in den mittleren Lagen ist die Schneedecke stark vom Wind geprägt. Rücken und Grate sind abgeweht, in Rinnen und Mulden liegt der verfrachtete Schnee meterhoch", heißt es im Bericht des Lawinenwarndienstes Bayern. "Eine dünne überwehte Eislamelle, massiver Graupel, schattseitig überdeckter Oberflächenreif gestalten den Schneedeckenaufbau insgesamt sehr störanfällig." Umfang und Anzahl der Gefahrenstellen nehmen mit der Höhe zu.

Der Deutsche Wetterdienst hat zudem bis Freitagabend, 4. Januar, 18 Uhr, eine amtliche Warnung vor Schneefall für die Landkreise Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land. "Es tritt im Warnzeitraum Schneefall mit Mengen zwischen 15 und 20 Zentimeter auf", heißt es. "In Staulagen werden Mengen bis 25 Zentimeter erreicht. Verbreitet wird es glatt." Auch Sturmböen sind in höheren Lagen möglich.

Außerdem wird für die drei genannten Landkreise sowie die Landkreise Mühldorf am Inn und Altötting vor Frost zwischen 0 und minus 3 Grad Celsius oberhalb von 400 Metern gewarnt.

ksl

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