Eure Erfahrungen mit Corona

Mutter aus Aschau am Inn: „Meine Zwerge haben nicht verstanden, dass Mami jetzt krank ist...“

Wie ist es eigentlich, wenn man an Corona erkrankt ist? Unsere Leserin Stephanie Steger teilt ihre persönlichen Erfahrungen.
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Wie ist es eigentlich, wenn man an Corona erkrankt ist? Unsere Leserin Stephanie Steger teilt ihre persönlichen Erfahrungen.

Landkreis - Täglich liest man von steigenden Corona-Zahlen und neuen Fällen in unserer Region. Dennoch kennen viele Menschen niemanden, der direkt betroffen war oder ist. Wir möchten die Geschichten derer aufgreifen, die Corona hatten oder noch erkrankt sind. Ihr habt uns Eure Erfahrungen geschickt.

Seit Anfang des Jahres gibt es kaum ein anderes Thema also Corona. 727.553 Deutsche sind bislang an Covid-19 erkrankt, 11.982 starben leider (Stand: 12. November, 0 Uhr, Quelle: RKI). Seit Montag, 2. November, befindet sich Deutschland wieder im Lockdown. Auch hier in der Region steigen die Zahlen seit Monaten wieder, so ging das Berchtesgadener Land am 20. Oktober als erster Landkreis Deutschlands wieder in den Lockdown Light. Und trotzdem kennen viele Leute niemanden, der Corona hatte oder hat.

Berichten nach kann die Erkrankung sehr unterschiedlich verlaufen. Manche Menschen bemerken von der Infektion gar nichts, obwohl sie bereits im gehobenen Alter sind. Andere landen im Koma, obwohl sie keine Vorerkrankungen haben. Eine einzige Erfahrung der Krankheit gibt es nicht.

Wir wollen Eure Geschichten erzählen und haben Euch nach Euren Erfahrungen mit dem Virus gefragt.

Das sind die Erfahrungen unserer Leser mit dem Corona-Virus:

Anm. der Red.: Der Inhalt der Leserbriefe gibt ausschließlich die Meinung der Einsender wieder und spiegelt nicht die Ansicht(en) der Redaktion wieder.

Stephanie Steger aus Aschau am Inn

Unsere Leserin Stephanie Steger teilt ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Corona-Virus.

Ich bin 35 Jahre jung und wohne in Aschau am Inn. Corona war für mich immer sehr weit weg. Corona-Fälle kannte ich nur vom Hören-Sagen. Jetzt, nachdem ich positiv getestet wurde, verstehe ich das Virus noch weniger! Ich war Kontaktperson ersten Grades. An einem Mittwoch hat uns ein Freund mitgeteilt, dass er positiv getestet wurde und wir uns angesteckt haben könnten. Wir sind dann mit der gesamten Familie zum Testzentrum Mühldorf gefahren und haben uns sofort testen lassen und eigenständig in Quarantäne begeben!

Am Samstag kam dann der Anruf, dass ich als Einzige in der Familie positiv getestet wurde. Ich musste mich sofort von meinen Kindern (5, 6 und 16 Jahre alt) isolieren. Das war sehr hart für uns alle! Meine Zwerge haben es nicht verstanden, dass Mami jetzt krank ist, denn ich war in ihren Augen doch top-fit! Und genauso war es! Ich wurde positiv getestet, hatte aber zu keiner Zeit Symptome. Man liegt dann zu Hause und achtet auf jedes kleinste Wehwehchen im Körper! Ich hatte über ein paar Tage Kopfweh und war sehr müde. Ob das aber vom Nebelwetter und davon kam, dass ich nicht mal mit meinem Hund raus durfte oder ob das doch Symptome waren, kann ich leider nicht sagen. Denn wenn man so isoliert ist, geht das einem schon an die Psyche.

Am Schlimmsten empfand ich aber, dass einen Tag nach meinem positiven Coronatest meine Tochter ihren 16. Geburtstag gefeiert hat. Dass ich sie nicht umarmen oder mit ihr zumindest ein bisschen feiern durfte, war meiner Meinung nach das Schlimmste an dieser ganzen Corona-Infektion. Mir ging es sehr gut, deshalb beschloss ich, noch einmal einen Schnelltest zu machen, weil ich einfach nicht glauben konnte, dass ich positiv bin! Dieser hat aber nur erneut bestätigt, dass ich Corona-positiv bin.

An ihrem Geburtstag ist dann meine Tochter krank geworden. Sie hatte Halsweh, leicht erhöhte Temperatur und Schnupfen. Ich hätte normalerweise gesagt, dass sie eine starke Erkältung hat. Aufgrund der Symptome musste meine Familie zwei Tage später wieder zum Testen. Bereits am nächsten Tag haben wir dann erfahren, dass auch meine 16-jährige Tochter positiv getestet wurde. Das Erste, was ich dann gemacht habe, war sie ganz fest in den Arm zu nehmen, schließlich konnte ich mich ja nicht noch mal anstecken.

Insgesamt war diese Corona-Erkrankung für uns nicht sehr schlimm. Das Schlimmste daran war wirklich die Quarantäne und einfach gar nicht raus gehen zu können. Allerdings hat sich die Infektionskette unseres Freundes sehr gezogen und somit weiß ich, dass schon einige Erkältungssymptome hatten. Viele waren einfach krank. Aber dramatisch verlief es Gott sei Dank bei keinem der Betroffenen. Ich habe vielen Menschen offen von meiner Corona-Erkrankung erzählt, denn ich fände es auch interessant zu hören, wie es anderen damit so ergeht. Viele sagten mir: “Endlich kenne ich auch mal eine positiv getestete Person.“

Durch einen Anruf vom Gesundheitsamt wurde ich nun wieder aus der Isolation entlassen - aber trotzdem machen viele noch einen großen Bogen um mich. Ich wurde auch von Menschen, die ich als Kontaktpersonen angegeben habe, fast schon angefeindet. Erst haben sie mich angebettelt, dass ich sie nicht angebe. Weil ich es aus Verantwortungsbewusstsein doch getan habe, wurden diese Personen richtig sauer. Aber ich finde es schon wichtig, unsere Mitmenschen zu schützen, denn nicht jeder hat wohl so viel Glück wie wir.

Am Ende möchte ich noch ein großes Lob an alle Mitarbeiter an den Teststationen aussprechen. Bei uns war das die Teststation am Volksfestplatz Mühldorf und am Landratsamt Mühldorf. Meine Zwerge waren jedes mal sehr panisch, als sie (die Worte meiner Kinder) „die weißen Aliens“ gesehen haben. Aber alle waren sehr geduldig und nett. Auch die Mitarbeiter vom Gesundheitsamt waren stets bemüht! Bleibt alle gesund!

Verena Stahl aus Schliersee

Ich war selber der Meinung, dass dieses Virus nichts anderes als eine Grippe ist. Dennoch wurde ich eines Besseren belehrt. Ich war beim Arzt, weil ich einen ständigen Druck auf der Brust gespürt habe (zu dem Zeitpunkt hatte ich nur leichtes Husten und ein bisschen Schnupfen). Ich ging mit Schmerzmitteln nach Hause und dachte, dass ich einfach eine Grippe ausbrühte, was ja zu dieser Jahreszeit normal ist.

Kurz danach wurde bei einem anderen Arzt nach einer Blutentnahme, bei dem ich kurz zuvor bei einer Routinekontrolle war, festgestellt, dass meine Leukozyten zu niedrig sind. In der folgenden Nacht ging es mir dann extrem schlecht. Der Druck in der Brust war unausstehlich und ich musste mich zusätzlich auch noch übergeben. Nachdem ich die Nacht überstanden hatte, habe ich wieder beim Arzt angerufen und um einen Termin gebeten. Dort wurde dann ein Corona-Test gemacht, der positiv war.

Die Symptome waren mal schwächer und mal stärker. Ich hatte wie gesagt diesen extremen Druck auf der Brust, Geschmack- und /Geruchsverlust, Hautausschlag, Husten, Schnupfen, Schwindel, Kopfschmerzen, einen stark aufgeblähten Bauch, Erbrechen, Durchfall, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust. Ich bin eine junge, alleinerziehende Mama und grundsätzlich ein gesunder Mensch. Ich habe nicht daran geglaubt, dass mich Corona so fest im Griff haben kann. Mein Geschmacks-/Geruchssinn ist immer noch weg (seit fast drei Wochen) und ich bin schnell erschöpft und kurzatmig. Ich denke, dass dieses Virus bei jedem anders reagiert, genauso wie eine Grippe. Dennoch ist das Virus nicht zu unterschätzen.

Anonym

Bei meiner Corona-Infektion hatte ich lediglich zwei Tage lang Muskelschmerzen. Sonst hatte ich keine Symptome und auch die Muskelschmerzen gingen genauso schnell weg, wie sie gekommen waren. Nach ein paar Tagen konnte ich auch wieder problemlos Sport treiben.

Wie ist es eigentlich, wenn man an Corona erkrankt ist? Wir möchten Eure Geschichten lesen!

Erkrankt an Corona - Wie habt Ihr das erlebt?

  • Wie hast Du von deiner Erkrankung erfahren? War das rein zufällig, oder hattest Du deutliche Symptome?
  • Wie hat dein soziales Umfeld auf deine Covid-19-Erkrankung reagiert?
  • Welche Konsequenzen hatte die Erkrankung für die Arbeit?
  • Wie stark bist Du erkrankt? Musstest Du ins Krankenhaus?
  • Welche Herausforderungen musstest Du in deiner Quarantänezeit bewältigen?
  • Was hat dich belastet und was hat Dir geholfen in dieser schweren Zeit?

Wenn Ihr von Euren Erfahrungen berichten möchtet, schickt uns einen Leserbrief zum Thema per Mail an termine@ovb24.de (Kennwort: „Meine Erfahrung mit Corona“ im Betreff). Wir sind gespannt auf Eure Geschichten und Erfahrungen. Neben Euren Zeilen könnt Ihr uns auch ein Foto von Euch mitschicken. Wir veröffentlichen eure Leserbriefe anschließend in einem Artikel.

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

jg

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