Eure Erfahrungen mit Corona

Covid-Kranker: „Normale Grippe: Pustekuchen! Habe fünf Kilo innerhalb einer Woche verloren“

Landkreis - Täglich liest man von steigenden Corona-Zahlen und neuen Fällen in unserer Region. Dennoch kennen viele Menschen niemanden, der direkt betroffen war oder ist. Wir möchten die Geschichten derer aufgreifen, die Corona hatten oder noch erkrankt sind. Ihr habt uns Eure Erfahrungen geschickt.

Seit Anfang des Jahres gibt es kaum ein anderes Thema also Corona. 790.503 Deutsche sind bislang an Covid-19 erkrankt, 12.485 starben leider (Stand: 15. November, 0 Uhr, Quelle: RKI). Seit Montag, 2. November, befindet sich Deutschland wieder im Lockdown. Auch hier in der Region steigen die Zahlen seit Monaten wieder, so ging das Berchtesgadener Land am 20. Oktober als erster Landkreis Deutschlands wieder in den Lockdown Light. Und trotzdem kennen viele Leute niemanden, der Corona hatte oder hat.

Berichten nach kann die Erkrankung sehr unterschiedlich verlaufen. Manche Menschen bemerken von der Infektion gar nichts, obwohl sie bereits im gehobenen Alter sind. Andere landen im Koma, obwohl sie keine Vorerkrankungen haben. Eine einzige Erfahrung der Krankheit gibt es nicht.

Wir wollen Eure Geschichten erzählen und haben Euch nach Euren Erfahrungen mit dem Virus gefragt.

Das sind die Erfahrungen unserer Leser mit dem Corona-Virus:

Anm. der Red.: Der Inhalt der Leserbriefe gibt ausschließlich die Meinung der Einsender wieder und spiegelt nicht die Ansicht(en) der Redaktion wieder.

Karin Kerekes

Bei mir begann es mit Muskelschmerzen im Bereich der Schulter, Arme und Lunge herum. Ich hatte ein Stechen in der Lunge, starke Halsschmerzen, Kopf- und Magenschmerzen und war kurzatmig. Ich fühlte mich so abgeschlagen und wollte nur schlafen. Genauso schlimm empfand ich die laufende Nase. Das hatte mit Schnupfen nichts zu tun, denn bei jeder kleinsten Anstrengung oder wenn man auch nur den Kopf nach vorne beugte, lief die Nase. Zudem war bei mir auch kein Geschmackssinn mehr vorhanden.

Mein Fieber war zum Glück nicht so hoch und wenn, dann hatte ich nur abends erhöhte Temperatur. Nach 14 Tagen war dann der Spuk vorbei. Ich und mein Mann schotten uns ab und bleiben nun brav zu Hause. Wir sind Rentner und gehen nur raus wenn wir zum Arzt oder Einkaufen müssen und sonst nur mal für rund eine Stunde zum Spazierengehen.

Sibylle aus Rosenheim

Ich schreibe stellvertretend für meine Schwiegermutter (71 Jahre alt). Sie wurde am 12. Mai von uns, fast nicht mehr ansprechbar, in ihrer Wohnung aufgefunden und mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Zwei Tage zuvor informierte sie uns lediglich „über ein wenig Unwohlsein“. Am nächsten Tag wurde sie dann positiv auf Corona getestet und leider ging es ihr nach wenigen Stunden immer schlechter, sodass sich die Ärzte entschieden, meine Schwiegermutter ins künstliche Koma zu legen.

Sieben lange Woche kämpfte sie mit dem Virus. Während dieser Zeit versagten ihre Nieren, die Zuckerwerte schossen durch die Decke und das Fieber konnte nicht gesenkt werden. Dank der hervorragenden medizinischen Versorgung überlebte meine Schwiegermutter. Sie musste wieder Sprechen, Schlucken und Laufen lernen und kam am Freitag, 13. November, nach über fünf Monaten Krankenhaus und Therapien nach Hause.

Ja, sie gehört zur bekannten Risikogruppe und hatte auch vor der Erkrankung alterstypische Krankheiten. Wo sie sich angesteckt hat, wissen wir bis heute nicht, da sie sich zu dieser Zeit an alle Vorgaben gehalten hatte. Ich habe nach wie vor, keine Angst vor dem Virus, allerdings großen Respekt davor und werde mich auf jeden Fall weiterhin an alle Schutzmaßnahmen halten.

Anonym

Ich muss gestehen, auch ich dachte, Corona ist mit einer Grippe gleichzusetzen. Aber Pustekuchen! Das wusste ich nach letzten Dienstag dann auch. Ich bin 27 Jahre alt, habe keine Vorerkrankungen und doch zwang es mich gnadenlos in die Knie. Es fing mit einem furchtbar ekligen Brennen in der Nase und einem Niesanfall an. Zudem atmete ich auch etwas schwerer. Zu diesen Zeitpunkt dachte ich mir noch nichts. Am nächsten Tag hatte ich zudem Kopf- und Halsweh.

Am nächsten Morgen ging ich zum Testen und erhielt einen Tag darauf das positive Ergebnis. Jedoch war mir zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass es mich erwischt hat: Fieber, Schweißausbrüche der extremen Art, Husten, Verlust des Geruch- und Geschmackssinns und ein starker Druck auf der Brust. Nach zwei Handschlägen war meine Luft aus und in einer Woche verlor ich fünf Kilogramm. An einem Tag musste ich mit einer viralen Pneumonie zur Überwachung ins Krankenhaus und noch immer lieg ich daheim und es wird nur schleichend besser. Also mit so einer Heftigkeit hat mich noch keine Grippe erwischt. Leute, seid vorsichtig und passt auf, es kann (muss aber nicht) übel werden.

Wie ist es eigentlich, wenn man an Corona erkrankt ist? Wir möchten Eure Geschichten lesen!

Erkrankt an Corona - Wie habt Ihr das erlebt?

  • Wie hast Du von deiner Erkrankung erfahren? War das rein zufällig, oder hattest Du deutliche Symptome?
  • Wie hat dein soziales Umfeld auf deine Covid-19-Erkrankung reagiert?
  • Welche Konsequenzen hatte die Erkrankung für die Arbeit?
  • Wie stark bist Du erkrankt? Musstest Du ins Krankenhaus?
  • Welche Herausforderungen musstest Du in deiner Quarantänezeit bewältigen?
  • Was hat dich belastet und was hat Dir geholfen in dieser schweren Zeit?

Wenn Ihr von Euren Erfahrungen berichten möchtet, schickt uns einen Leserbrief zum Thema per Mail an termine@ovb24.de (Kennwort: „Meine Erfahrung mit Corona“ im Betreff). Wir sind gespannt auf Eure Geschichten und Erfahrungen. Neben Euren Zeilen könnt Ihr uns auch ein Foto von Euch mitschicken. Wir veröffentlichen eure Leserbriefe anschließend in einem Artikel.

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

jg

Rubriklistenbild: © Marius Becker

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