Sturm-Chaos in Deutschland, 200 Schafe gerettet

Baum von "Mortimer" umgeweht: 41-Jähriger stirbt in Auto-Wrack

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Der erste Herbststurm des Jahres namens "Mortimer" hält Deutschland in Atem. 
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    Markus Zwigl
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Landkreis - Sturmtief "Mortimer" zieht in Richtung Baltikum, doch es wird auch bei uns stürmisch und regnerisch. In der zweiten Tageshälfte flauen Wind und Regen dann allmählich ab. 

Update, 13.03 Uhr: 41-Jähriger stirbt in Auto

Der Sturm hat nun ein erstes Todesopfer gefordert: Ein 41-Jähriger hat einen Unfall aufgrund eines Sturmschadens im Kreis Wittenberg (Sachsen-Anhalt) nicht überlebt. Gegen 8.30 Uhr war auf einer Landstraße ein Baum auf sein fahrendes Auto gestürzt. Der Mann wurde im Fahrzeug eingeklemmt und erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen, berichtet focus.de.

Nahezu zeitgleich verunglückte auch ein Streifenwagen in Sachsen. Auch hier stürzte ein Baum auf die Fahrbahn. Der VW-Bus krachte hinein und wurde beschädigt. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Update, 11.20 Uhr: Mensch unter Baum eingeklemmt

Unter einem umgestürzten Baum ist ein Mensch in Neuruppin in Brandenburg eingeklemmt worden. Die Person sei ansprechbar und werde behandelt, sagte eine Polizeisprecherin. Rettungskräfte seien vor Ort. 

Das Sturmtief "Mortimer" sorgt für Sturmböen und Starkregen auch in Brandenburg. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor möglichen Gefahren wie entwurzelten Bäumen und herabstürzenden Ästen oder Dachziegeln. Die Polizei Brandenburg riet Autofahrern, besonders vorsichtig zu fahren.

Update, 9.25 Uhr: Bahn stellt Fernverkehr im Norden weitgehend ein

Die Deutsche Bahn hat ihren Fernverkehr in Norddeutschland wegen des Sturmtiefs "Mortimer" weitgehend eingestellt.

"Züge des Fernverkehrs werden zurückgehalten", hieß es. Im Regionalverkehr gab es zunächst keine größeren Behinderungen.

In Niedersachsen krachte am Montagmorgen ein Baum in eine Oberleitung. Ein ICE konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr in die Unfallstelle bei Nienburg, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte. Verletzt wurde niemand. Die Passagiere mussten aber zunächst im Zug ausharren, da nicht klar war, ob noch Strom durch die kaputte Oberleitung fließt und dadurch eine Gefahr für sie besteht.

Sturmschaden in Niedersachsen durch "Mortimer"

Der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes zufolge sollen sich die stärksten Böen über den Norden in den Nordosten und Osten Deutschlands verlagern, wo sie bis zum Nachmittag anhalten sollen. Im Norden und Nordosten bestehe Unwettergefahr durch einzelne orkanartige Böen. Vereinzelt könne es zu kurzen Gewittern kommen. Mit dem Abzug von "Mortimer" nach Osten schwäche sich der Wind von Westen her rasch ab. Dort werde bereits am Montagvormittag kaum noch etwas vom Sturm zu spüren sein.

Der Deutsche Wetterdienst hatte das Tief "Mortimer" als ein kleines Tief, "das recht flink unterwegs ist und nicht unterschätzt werden sollte", angekündigt. Gefahrenpotenzial sah der DWD unter anderem, weil die Bäume noch voll belaubt seien und dem Wind damit eine große Angriffsfläche böten, so dass sie auch bei nicht ganz so hohen Windstärken umstürzen könnten.

Update, 8.10 Uhr: Schifffahrt am Königssee eingestellt

Die Schifffahrt am Königssee wird am Montag eingestellt. Dies teilte soeben die Seenschifffahrt mit. Grund ist die aktuelle Sturmwarnung für heute.

Update, 7.36 Uhr: Erste Einschränkungen bei der Bahn

Wegen des Sturmtiefs „Mortimer“ ist bei Nienburg ein Baum in eine Oberleitung gekracht und hat den Bahnverkehr zwischen Bremen und Hannover am Montagmorgen zum Erliegen gebracht.

Ein ICE konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr in die Unfallstelle, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte. Verletzt wurde niemand, berichtet unser Partnerportal tz.de.

"Im gesamten Bundesgebiet kann es wegen Sturm Mortimer zu Einschränkungen im Bahnverkehr kommen", schreibt die Deutsche Bahn auf ihrer Homepage.

Update, 7.13 Uhr: 300 Schafe vor dem Ertrinken gerettet

Das Tief "Mortimer" ist bereits in der Nacht über Teile Deutschlands gezogen und hat vor allem für umgekippte Bäume und abgebrochene Äste gesorgt. 

Meldungen von Verletzten gab es den Angaben zufolge am frühen Morgen keine. Eine spektakuläre Rettungsaktion erlebten hingegen Hunderte Schafe auf einer Weide in Dortmund.

Wie die Deutsche Presse Agentur berichtet, hatten starke Regenfälle eine Weide mit rund 300 Tieren geflutet. Die Feuerwehr habe ein Rettungsboot eingesetzt und Stege gebaut, um die Tiere vor dem Ertrinken zu retten, sagte ein Sprecher der Einsatzkräfte am frühen Montagmorgen.

Bis 2 Uhr waren den Angaben zufolge 200 Tiere von der Weide geholt worden. Die Wiese stand nach Angaben eines dpa-Fotografen anderthalb bis zwei Meter unter Wasser. Mehrere Tiere, darunter auch Lämmer, seien in den Wassermassen verendet. Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben mit 120 Einsatzkräften vor Ort.

Regen flutet Weide mit 300 Schafen - Feuerwehr setzt Rettungsboot

Im Saarland waren bis 2.20 Uhr rund 50 Notrufe wegen umgekippter Bäume oder Bauzäune eingegangen. Ein Baum sei auf ein geparktes Auto gefallen.

Der Deutsche Wetterdienst hatte das Tief "Mortimer" als ein kleines Tief, "das recht flink unterwegs ist und nicht unterschätzt werden sollte", angekündigt.

Bislang blieb der Süden des Landes noch verschont.

Erstmeldung:

Es ist Herbst. Man merkt das nicht nur an den passenden Monatsnamen, sondern auch an den Temperaturen. Zudem darf sich Deutschland auf den ersten Herbststurm gefasst machen. 

Mit Sturmtief "Mortimer" ist der Auftakt zu einer wechselhaften, nasskühlen und windigen Herbstwoche gemacht. Tiefer Luftdruck behält in den kommenden Tagen die Oberhand bei uns. Ein paar größere Lichtblicke könnte es immerhin passend zum Feiertag am Tag der Deutschen Einheit geben.

Ab dem frühen Montagmorgen nimmt der Wind spürbar zu. Wie die aktuellen Berechnungen einiger Wetterportale zeigen, muss man in den Morgenstunden mit den ersten starken Wind- und Sturmböen zwischen 60-80km/h rechnen. Im weiteren Verlauf des Morgens und Vormittags können auch Sturmböen bis teilweise 100 km/h mit Schauern und vereinzelten Gewittern auftreten, schreiben die Kollegen vom Unwetterservice Südostbayern unter Berufung des Deutschen Wetterdienstes.

Von der Nordsee bis runter ins Erzgebirge, dem Bayerischen Wald und vor allem auch an den Alpen können anfangs aus südwestlicher, später aus westlicher Richtung, extreme Sturmböen, wenn nicht sogar Orkanböen auftauchen, prophezeit wetter.net.

Dazu gibt es verbreitet dichte Wolken, zunächst noch mit Regen, im Verlauf mit Schauern. 

Mögliche Gefahren

Durch die noch fast volle Belaubung der Bäume besteht für Fußgänger, Fahrradfahrer und Autofahrer erhöhte Gefahr - besonders in Wäldern oder auf Strassen, die durch Wälder führen. Zum Teil muss mit Behinderung im Strassen- und Bahnverkehr durch umstürzende Bäume gerechnet werden. 

In der zweiten Tageshälfte lockert es im ganzen Land etwas mehr auf, sodass man noch auf ein paar sonnige Momente hoffen kann.

Wettervorhersage für unsere Region

Aussichten für Rosenheim 

Am Montag muss vereinzelt mit Schauern gerechnet werden, am Mittwoch regnet es zeitweise. Die Tagestemperaturen sinken im Raum Rosenheim von 24 Grad am Dienstag auf 15 Grad am Mittwoch. Vor allem am Montag weht ein zum Teil stürmischer Wind aus westlicher Richtung.

Aussichten für Traunstein 

Während es am Dienstag noch sonnig ist, ist es am Mittwoch bedeckt. Für Dienstag und Mittwoch ist Regen zu erwarten. Die Tagestemperaturen sinken im Raum Traunstein von 23 Grad am Dienstag auf 14 Grad am Mittwoch. Vor allem am Montag weht ein zum Teil stürmischer Wind aus westlicher Richtung.

Aussichten für Mühldorf 

Für Dienstag und Mittwoch ist Regen zu erwarten. Es wird kühler in der Region Mühldorf: Bis Mittwoch gehen die Tagestemperaturen auf 16 Grad zurück. Vor allem am Montag weht ein zum Teil stürmischer Wind aus westlicher Richtung.

Aussichten für Bad Reichenhall 

Während es am Dienstag noch sonnig ist, ist es am Mittwoch bedeckt. Dabei kommt es am Montag und Dienstag vereinzelt zu Schauern. Am Mittwoch regnet es zeitweise. Von 24 Grad am Dienstag gehen die Höchstwerte in der Region Bad Reichenhall auf 15 Grad am Mittwoch zurück. Am Montag weht ein teilweise böig auffrischender Wind aus westlicher Richtung.

Aussichten für Wasserburg 

Während es am Dienstag noch sonnig ist, ist es am Mittwoch bedeckt. Für Dienstag und Mittwoch ist Regen zu erwarten. Die Tagestemperaturen sinken im Raum Wasserburg von 24 Grad am Dienstag auf 16 Grad am Mittwoch. Vor allem am Montag weht ein zum Teil stürmischer Wind aus westlicher Richtung.

mz (mit Material Unwetterservice Südostbayern/ wetter.net/ DWD)

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