Virtual Work Experience

Berufsorientierung für Geflüchtete in Bayern durch virtuelle Praktika

+
Verschiedene Berufe testen und kennenlernen - das geht nun auch virtuell mit Hilfe einer VR-Brille.

München - Am Donnerstag, den 25. Juli, stellten Schülerinnen und Schüler der Mittelschule an der Ichostraße die Virtual Work Experience vor: eine neuartige Möglichkeit der Berufsorientierung ohne Sprachbarrieren.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Entwickelt wurde das VR-System von sprungbrett into work, der Online-Praktikumsbörse für junge Geflüchtete in Bayern. Mit Hilfe einer VR-Brille werden Arbeitsbedingungen in einer metallverarbeitenden Werkstätte realitätsnah optisch, akustisch und haptisch wahrnehmbar dargestellt. So können die Jugendlichen mit Hilfe von VR-Brillen und Controllern etwa Schweißgeräte oder CNC-Fräsen ausprobieren und in einer Art „virtuellem Praktikum“ ihre Fähigkeiten und Stärken testen. Finanziell wird das Projekt von der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie unterstützt. Die Qualität, Realitätsnähe und vor allem auch die Einsetzbarkeit im Unterricht wurde durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Experten aus Schule und Wirtschaft sichergestellt: Neben der Städtischen Berufsschule für Berufsintegration München waren die AUDI AG, die ZF Friedrichshafen AG und die Diehl Ausbildungs- und Qualifizierungs-GmbH an der Entwicklung beteiligt. 

Ziel von sprungbrett into work ist es, mit dem VR-Berufsorientierungssystem Virtual Work Experience möglichst vielen jungen Geflüchteten und Zugewanderten Berufsorientierung ohne Sprachbarrieren zu ermöglichen. Um dies zu gewährleisten wird jede Aufgabe in dreifacher Weise kommuniziert: über sehr einfache, auditive Sprachansagen, in Schriftform – wobei die Anweisungen nicht mehr als zwei bis drei einfache Worte umfassen – und über Icons (Symbole). Bei der Vorstellung von Virtual Work Experience am 25.7.19 waren auch Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., und Ministerialdirigent Dr. Gert Bruckner des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie vor Ort, denen die Schülerinnen und Schüler die VR-Brillen demonstrierten.

Zusammenspiel von technischem Fortschritt und klassischem Praktikum 

Brossardt lobte die Virtual Work Experience : „Wir müssen alles tun, damit junge Geflüchtete sich trotz Sprachbarrieren in Berufsfeldern orientieren können. In vielen Bereichen braucht unsere Wirtschaft dringend qualifizierten Nachwuchs. Deshalb unterstützen wir als Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft dieses Projekt gern“, sagte Brossardt. Er lobte das Zusammenspiel von technischem Fortschritt und klassischem Praktikum: „Dass für diesen Zweck digitale Innovationen wie die VR-Technik genutzt werden, ist zeitgemäß und sinnvoll. Gleichzeitig sollen herkömmliche Praktika nicht abgelöst werden. Die Virtual Work Experience ermöglicht, ein Interesse für bestimmte Berufsfelder zu wecken, Fähigkeiten zu erproben und reale Praktika in den Betrieben schon im Klassenzimmer vorbereiten“, sagte Brossardt. 

Ein VR-System der Virtual Work Experience besteht aus jeweils einer VR-Brille und zwei Controllern, die künftig an interessierte Berufs- und Mittelschulen in ganz Bayern verliehen werden. Da der Unterricht heute oft modular stattfindet, genügen wenige Brillen, um allen Schülerinnen und Schülern ein „virtuelles Praktikum“ zu gewährleisten. Einsatzmöglichkeiten sind zum Beispiel das Fach „Bildungswesen und Berufswelt“, in dem die Jugendlichen die deutsche Arbeits- und Berufswelt kennenlernen, oder Unterrichtseinheiten, in denen es um das Entdecken persönlicher Stärken und Fähigkeiten geht. Über ein Tablet kann die Lehrkraft sehen, wie sich der Schüler im virtuellen Raum „bewegt“ und ihm Tipps oder Feedback geben. 

Über sprungbrett into work 

www.sprungbrett-intowork.de ist die Online-Praktikumsbörse für junge Geflüchtete und Zugewanderte in Bayern. Ziel ist es, die Jugendlichen über Praktika in Ausbildung und Arbeit zu vermitteln. Mit sprungbrett into work können junge Geflüchtete und Zugewanderte im Rahmen eines Praktikums potentielle Arbeitgeber kennenlernen. Für Unternehmen ist sprungbrett into work zum einen eine Chance, Kontakte zu hochmotivierten und integrationsbereiten Jugendlichen zu knüpfen und zum anderen einen Beitrag zur Integration der jungen Leute zu leisten. sprungbrett into work ist die Schwester-Plattform von sprungbrett bayern, die Praktikumsbörse für Schülerinnen und Schüler in Bayern. 

Zum Sommerienbeginn stehen derzeit auf sprungbrett into work ca. 3.000 offene Praktikumsplätze für junge Geflüchtete und Zugewanderte in Bayern zur Verfügung – quer durch den Freistaat und in verschiedensten Berufen.

Pressemeldung von sprungbrett into work

Zurück zur Übersicht: Landkreis Rosenheim

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT