Die Politik ist gefordert

GEW stellt Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zur Hygiene an Schulen vor

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München - Mit großer Bestürzung nimmt die GEW Bayern den „Hygieneplan zur Einhaltung des Infektionsschutzes an bayerischen Schulen“ vom 19. Juni zur Kenntnis. Die GEW fordert: „Politik muss Hygienestandards an Schulen sicherstellen“.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

„Die Corona-Pandemie hat die Hygienemängel an Schulen aufgezeigt und Versäumnisse deutlich gemacht“, erläuterte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage. In Bayern teilten 63,1 % der Befragten die Einschätzung, dass die hygienische Grundausstattung an Schulen vor der Corona-Pandemie durch die politisch Verantwortlichen vernachlässigt wurde. 

Die repräsentative CIVEY-Umfrage im Auftrag der Bildungsgewerkschaft GEW zeige politische Versäumnisse auf und den Wunsch nach besseren hygienischen Bedingungen an Schulen – auch über die Corona-Pandemie hinaus. Dazu verweist der bayerische GEW-Vorsitzende Anton Salzbrunn auf die bayerischen Zahlen: „Für die Befragten ist das Thema Hygiene an Schulen nicht auf die Corona-Pandemie beschränkt. 76,5 Prozent denken, dass die Schulen in Bayern auch über die Pandemie hinaus stärker auf die hygienischen Grundvoraussetzungen achten sollten.“ 

Marlis Tepe stellte zudem klar: „Die Schwierigkeiten der Schulen, während der Corona-Pandemie Hygiene und Infektionsschutz sicherzustellen, kamen nicht überraschend. Sie sind eine Folge jahrzehntelanger Vernachlässigung des Bildungssektors, auf die wir die politisch Verantwortlichen immer wieder hingewiesen haben. Marode Schulen sind ein Skandal!“ „Auch in Bayern gibt es solche Schulen. Zwar wurde dagegen in den vergangenen Jahren einiges unternommen, aber es geht zu langsam voran. Dies ist nicht zuletzt dem Sparwahn der vergangenen Jahrzehnte in den kommunalen Verwaltungen geschuldet. Jetzt fehlen die Fachkräfte in der Bauverwaltung der Kommunen!“ sagte Salzbrunn heute in München. 

Inzwischen sei im Bildungssektor bundesweit ein Investitionsstau in Höhe von 43 Milliarden Euro allein bei den Kommunen entstanden, der nicht zuletzt durch dringend renovierungsbedürftige Sanitäranlagen deutlich werde, kritisierte die GEW-Vorsitzende. „Spätestens jetzt muss die Politik aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und die Kommunen gut ausstatten. Das müssen die Kinder uns wert sein. Gute hygienische Bedingungen sind wir ihnen schuldig!“ Um dies zu erreichen, so Tepe, müsse auch bei der Gebäudereinigung und Instandhaltung dringend gegengesteuert werden: „Statt Outsourcing brauchen wir auch in der Gebäudereinigung gute Arbeitsverhältnisse und ausreichend Personal. Jetzt ist die Zeit, sich darum zu kümmern.“ „Das muss in ein landeseigenes Konjukturprogramm aufgenommen werden. Wann, wenn nicht jetzt!“ mahnt der GEW-Landesvorsitzende Salzbrunn. 

Gemeinsam warnen die GEW-Vorsitzende Tepe und der bayerische Landesvorsitzende Salzbrunn vor Einschnitten in die Haushalte der kommunalen Schulträger aufgrund der Belastungen durch die Corona-Pandemie. „Bund, Länder und Kommunen müssen gemeinsam dafür sorgen, dass endlich genügend in unsere Schulen investiert werden kann.“ 

Info: Das Meinungsforschungsunternehmen CIVEY hat im Auftrag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) 5003 Personen zwischen dem 25. und dem 27. Juni 2020 befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren und nach Bundesländern differenziert. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse liegt bei 2,5 Prozent.

Pressemeldung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

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