Region zählt zu Zecken-Risikogebiet

Bereits zehn FSME- und 473 Borreliose-Fälle in Bayern

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Landkreis - In Bayern sind in diesem Jahr bislang zehn Menschen an der von Zecken übertragenen Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute (Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME) erkrankt. Darauf hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml am Sonntag hingewiesen.

Sie riet: "Vor allem wer sich oft in der Natur aufhält – etwa beim Wandern oder auch im eigenen Garten – sollte sich impfen lassen." Huml betonte: "Aktuell ist in Bayern nur etwa ein Drittel der Schulanfänger gegen FSME geimpft. Gerade Kinder zwischen fünf und neun Jahren sind aber besonders häufig betroffen. Daher empfehle ich den Eltern, den Impfschutz ihrer Kinder beim Kinderarzt überprüfen zu lassen."

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Landkreise in der Region zählen zu Risikogebiet

Die Ministerin verwies darauf, dass seit der Meldepflicht für FSME-Erkrankungen im Jahr 2001 immer mehr Regionen in Bayern zum FSME-Risikogebiet erklärt wurden. In Bayern zählen jetzt 88 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte zu den FSME-Risikogebieten. Neu hinzugekommen sind laut einem Bericht des Robert Koch-Instituts vom 26. April 2018 die fünf Landkreise Starnberg, München (nicht München Stadt), Günzburg, Weilheim-Schongau und Augsburg (nicht Augsburg Stadt).

Oberpfalz musste bereits vier Fälle melden

Von den bislang zehn FSME-Fällen im laufenden Jahr (Stand: 21. Mai 2018) wurden vier aus der Oberpfalz gemeldet. Die anderen sechs Regierungsbezirke betrifft je ein Fall. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren in Bayern insgesamt 14 FSME-Fälle gemeldet worden.

Im gesamten Jahr 2017 war die Zahl der FSME-Fälle in Bayern dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zufolge deutlich gestiegen – und zwar auf 234 Fälle. Im Jahr 2016 waren es 159 und im Jahr 2015 128 Fälle.

Auch Zahl der Lyme-Borreliose-Fälle steigen

Zecken können auch die Infektionskrankheit Lyme-Borreliose übertragen. Daran sind in Bayern in diesem Jahr bislang 473 Menschen erkrankt. Die meisten Fälle stammen aus Oberbayern (100), Niederbayern (98) und Mittelfranken (83). Es folgen Unterfranken (79), die Oberpfalz (43) sowie Oberfranken und Schwaben (jeweils 35 Fälle).

Gegen Lyme-Borreliose kann man sich nicht durch Impfung schützen. Die Erkrankung kann aber gut mit Antibiotika therapiert werden. Huml erläuterte: "Je früher dies geschieht, desto besser. Zudem ist es wichtig, Zecken möglichst schnell und mit einem dafür geeigneten Werkzeug zu entfernen." Die Lyme-Borreliose ist erkennbar an der sogenannten Wanderröte, einer ringförmigen Rötung um die Zeckenbissstelle. Im Jahr 2017 wurden dem LGL insgesamt 3.535 Borreliose-Infektionen in Bayern gemeldet. 2016 lag die Zahl bei 4.595 Fällen.

Was schützt vor Zecken?

Vor allem feste Kleidung hält Zecken ab. Wer einen Ausflug macht, der sollte lange Hosen tragen und diese in die Schuhe stecken, so gelangen die Milben nicht auf die Haut. Helle Kleidung ist dabei besser als dunkle, auch um die Zecken besser zu sehen. Dabei sollte man glatte Kleidung bevorzugen, weil sich die Tiere schwerer festkrallen können. Nach einem Ausflug sollte man sich absuchen lassen bzw. sich selbst absuchen.

So entfernen Sie eine Zecke richtig: 

Menschen, die sich viel im Freien aufhalten, sollten nie ohne ein Hilfsmittel aus dem Haus gehen, mit dem sie eine Zecke schnell entfernen können. Folgende Methoden zur Zeckenentfernung haben sich bewährt:

  • Zecken entfernen mit der Pinzette: Die Pinzette sollte am vorderen Teil gebogen-spitz sein, damit Sie die Zecke möglichst nah an der Haut an den Mundwerkzeugen anpacken können. Versuchen Sie, den Kopf der Zecke vorsichtig und kontrolliert im senkrechten Winkel zur Haut herauszuziehen, ohne den Hinterleib der Zecke zu zerquetschen. 
  • Zecke aushebeln mit einer Zeckenkarte: Diese spezielle Karte hat eine V-förmige Auslassung, mithilfe derer sich der Blutsauger aushebeln lässt. Und so gehen Sie vor: Schieben Sie die Karte flach auf der Haut an die Zecke heran und versuchen Sie, die Zecke dabei seitlich in die schnabelförmige Auslassung zu führen. Hier nun nicht verweilen, sondern ohne Unterbrechung der Bewegung die Karte weiterführen, wobei die Zecke entfernt wird. 
  • Das Zeckenlasso: Hierbei sollten Sie das Ende der Lassoschlaufe möglichst dicht auf der Haut um die Zecke legen. Im Schluss das Lasso mithilfe des Stempels am oberen Ende des Geräts zuziehen, den Griff senkrecht aufrichten und leicht auf die Haut drücken. Nun die Zecke senkrecht nach oben weg herausziehen. 
  • Zecke mit den Fingern entfernen: Ist kein Hilfswerkzeug greifbar, lässt sich eine Zecke notfalls auch mit Daumen und Zeigefinger entfernen. Hierbei die Zecke möglichst dicht an der Haut gepackt. Dabei sollten Sie ebenfalls darauf achten, dass der Hinterleib nicht zerdrückt wird. Die Zecke nun mit leichten Lockerungsbewegungen nach links und rechts vorsichtig herausziehen.

Lesen Sie auch: Warum Sie sich 2018 besonders gut vor Zecken schützen sollten

mh/Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

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