Prof. Junker (Rosenheimer Sternwarte) weiß, was dahinter steckt

User berichtet: "Verglühenden Gegenstand am Himmel gesehen"

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Prof. Dr. Elmar Junker, Leiter der Rosenheimer Sternwarte, konnte auf Nachfrage unserer Redaktion schnell Auskunft geben. / rechts: Eine besonders helle Feuerkugel ist in der Nacht zum 07.03.2016 über der Ortschaft Seewalchen (Oberösterreich) zu sehen.
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Landkreis - Freitagabend beobachtete ein User von Riedering aus einen "verglühenden Gegenstand" am Himmel. Doch was war es genau? Prof. Dr. Elmar Junker wusste Rat:

Hatten Sie Glück und es gelang Ihnen ein Bild oder gar ein Video der Feuerkugel? Schicken Sie dieses doch bitte an redaktion@ovb24.de.

Am Wochenende kontaktierte ein User unsere Redaktion, er habe am Freitag (15. Juni) von Niedermoosen/Riedering aus "in südlicher Richtung einen größeren verglühenden Gegenstand am Himmel" gesehen. Die Erscheinung war so schnell vorbei, dass es ihm nicht gelang, ein Foto zu schießen. Doch es lies ihn nicht los: War es eventuell ein Meteorit, eine Sternschnuppe oder gar Teile, die aus der Raumfahrt zurück in die Atmosphäre gelangt sind?

Prof. Dr. Elmar Junker, Leiter der Rosenheimer Sternwarte, wusste auf Anfrage von rosenheim24.de schnell Auskunft zu geben. Er hatte spontan eine Anfrage an das Europäische Feuerkugelnetzwerk (DLR) gestellt. Die Antwort: Um ca. 22.05 Uhr erschien am Freitag tatsächlich eine Feuerkugel am Himmel. Dabei handelt es sich laut Junker um eine sehr helle Sternschnuppe (einem Körper aus dem All, der die Luft zum Glühen bringt). Leider liefen die Kameras des Feuerkugelnetzes noch nicht, da dies noch in der Dämmerung war. 

War es sogar ein seltener Meteoritenfall?

Zudem sei es sogar denkbar, dass es sich um einen sogenannten Meteoritenfall gehandelt haben könnte. Meteroritenfälle seien jedoch sehr selten. Es gab in Bayern bisher nur sieben sicher identifizierte Meteoritenfälle. Einer davon fand im Jahr 2016 bei Stubenberg nahe Simbach am Inn statt. "Das Feuerkugelnetz zeichnet im jährlichen Mittel etwa 30 Feuerkugeln über Mitteleuropa auf", schreibt das DLR. Wer eine solche Feuerkugel sichtet, soll seine Beobachtungen deshalb melden. "Da unsere Kameras nicht jederzeit den gesamten Himmel abdecken, können Augenzeugen wichtige Hinweise auf die Flugbahn des Meteors liefern."

Derzeit untersuche die Experten des Feuerkugelnetzwerkes einen "Großen Brocken", der am Mittwoch (13. Juni) in Westdeutschland (nähe Köln) runtergekommen war. Dieser verursachte eine ca. sieben Sekunden dauernde Leuchtspur. Laut Junker habe das Netzwerk jedoch zugesagt, auch "unseren" Fall genauer zu untersuchen. Sobald nähere Infos vorliegen, informieren wir Sie mit Hilfe Prof. Dr. Elmar Junker gerne.

Feuerball über Region schrieb Geschichte

Anfang Juni fand in der Rosenheimer Sternwarte ein Vortrag über Feuerbälle und konkret über den Meteoritenfall 2016 bei Simbach am Inn statt. Daneben war auch der Meteoritenfall über der russischen Großstadt Chelyabinsk vom 15. Februar 2013 Thema des Abend, von denm es auch zahlreiche spektakuläre Videos im Netz gibt.

Erst Mitte November letzten Jahres hatte ein Feuerball über der Region für Aufsehen gesorgt. Der Mini-Asteroid war zwar im globalen Maßstab nichts Besonderes – aber er hat europäische Astronomiegeschichte geschrieben: Das 2015 eingerichtete Meldesystem für visuelle Feuerkugel-Beobachtungen hat derart gut funktioniert, dass schon binnen Stunden eine ziemlich präzise Flugbahn abgeleitet werden konnte.

mh

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