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Das müssen österreichische Grenz-Pendler nun beachten

Grenzübergang zu Bayern
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Pendler aus Österreich müssen sich testen lassen.

Landkreis Rosenheim - Seit Freitag, den 23. Oktober, gilt in Bayern eine Testpflicht für Pendler: Grenzgänger aus Österreich müssen einmal wöchentlich einen negativen Corona-Test bei den Behörden vorlegen. Wir haben bei Ina Krug, Pressesprecherin des Landratsamts Rosenheim, die Antworten auf die wichtigsten Fragen eingeholt.

Ende letzter Woche wurde eine Corona-Testpflicht für Berufspendler eingeführt. Diese besagt, dass jeder, der aus einem Risikogebiet regelmäßig mindestens einmal wöchentlich nach Bayern zu Berufs- oder Bildungszwecken einreist, der zuständigen Behörde regelmäßig Corona-Tests vorlegen muss. Wir haben nachgefragt, wie das im Detail aussieht.

Wer übernimmt die Kosten für die Corona-Tests von Pendlern?

Ina Krug: Da die Testungen Teil der Bayerischen Teststrategie sind, werden die Kosten vom Freistaat Bayern übernommen, zumindest, wenn die Tests in Deutschland vorgenommen werden. Pendler, die in Stadt und Landkreis arbeiten oder leben, können sich z.B. im Testzentrum an der Loretowiese kostenlos testen lassen. Die Kosten für in Österreich vorgenommene PCR-Testungen werden nicht erstattet.  

Wo können sich die Pendler im Landkreis testen lassen?

Ina Krug: Die Tests können unter anderem am Testzentrum an der Loretowiese durchgeführt werden. Die Tests können jedoch selbstverständlich auch in Arztpraxen oder anderen zugelassenen Einrichtungen durchgeführt werden.

Müssen Pendler eine Bestätigung des Arbeitgebers mitnehmen, damit sie sich gratis testen lassen können?

Ina Krug: Eine Bestätigung des Arbeitgebers ist nicht erforderlich.

Können sich Pendler auch in Österreich testen lassen? Wie werden die anfallenden Kosten mit dem Freistaat Bayern gegenverrechnet?

Ina Krug: Tests aus Österreich werden problemlos anerkannt. Da nach Informationen des Landratsamtes Rosenheim derzeit kein staatlicher Kostenersatz vorgesehen ist, kommt eine Verrechnung aktuell nicht in Betracht.

Müssen/sollen sich Pendler für die Tests vorher anmelden? Wo können sich diese anmelden? 

Ina Krug: Die Notwendigkeit einer vorherigen Anmeldung richtet sich nach der jeweils durchführenden Einrichtung. Um unnötige Wartezeiten zu vermeiden, wird im Testzentrum auf der Loretowiese dringend um eine Voranmeldung unter folgendem Link gebeten: https://rosenheim.coronatest.bayern/

An wen müssen Pendler das Testergebnis schicken?

Ina Krug: Die überarbeitete Einreisequarantäneverordnung sieht vor, dass die Testergebnisse an die zuständige Kreisverwaltungsbehörde übermittelt werden müssen. Laut Einreisequarantäneverordnung besteht aber für die Kreisverwaltungsbehörde die Möglichkeit eine andere Stelle damit zu beauftragen. Diese Möglichkeit wird derzeit von der zuständigen Stelle im Landratsamt Rosenheim geprüft. Sollte die Vorlagepflicht beim Landratsamt Rosenheim verbleiben, wird ein Funktionspostfach hierfür eingerichtet werden. Wir werden darüber informieren, sobald eine Entscheidung feststeht.  

Wie alt darf das Testergebnis maximal sein?

Ina Krug: Der Test ist wöchentlich durchzuführen. Sollte der wöchentliche Zeitraum unterbrochen werden (z.B. durch Urlaub) darf die Testung maximal 48 Stunden vor Beginn des neuen Zeitraums erfolgen.

Wie oft müssen sich Pendler testen lassen?

Ina Krug: Grenzpendler müssen sich mindestens einmal wöchentlich testen lassen. Die Testpflicht entfällt für Kalenderwochen, in denen keine Einreise nach Bayern erfolgt.

Wie sieht eigentlich die Situation für Studenten aus?

Ina Krug: Von der Regelung des § 3 der EQV sind auch pendelnde Studenten erfasst.

Wie lange darf man sich als Pendler in Bayern aufhalten? Wie lange als ausländischer Staatsbürger?

Ina Krug: Die Einreisequarantäneverordnung regelt weder die Zulässigkeit der Einreise nach Bayern noch die Dauer des Aufenthalts. Sie setzt lediglich unterschiedliche Rechtsfolgen für den Fall einer Einreise aus einem Risikogebiet fest. Im Falle der Grenzpendler besteht demnach die o.g. Verpflichtung zur regelmäßigen Vorlage von negativen Testergebnissen.

Darf außer Pendlern noch jemand, der sich nicht in Quarantäne befindet, über die Grenze? Wie sieht es etwa mit dem Besuch von Lebenspartnern und Familienmitgliedern aus? 

Ina Krug: Personen die sich in Quarantäne befinden, dürfen den Ort der häuslichen Absonderung (i.d.R die eigene Wohnung) nicht verlassen. Als Folge hiervon dürfen diese auch nicht aus- oder einreisen. Personen, die nicht unter Quarantäne stehen, dürfen unter den bisherigen Bestimmungen Lebenspartner oder Familienmitglieder besuchen, da in diesem Fall nicht die Regelung für Grenzpendler (§ 3 EQV) einschlägig ist, sondern der bereits seit geraumer Zeit unverändert bestehende § 2 der EQV.

dp

Anm. Red.: Die Redaktion hat auch die Pressestelle des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege um eine Stellungnahme gebeten. Leider blieb diese trotz mehrfacher Nachfragen aus. 

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