72 Prozent der Betriebe in Bayern sehen sich in ihrer Existenz gefährdet

Katastrophale Stimmungslage im Gastgewerbe: „Schließung im Dezember wäre Desaster mit ungewissem Ausgang“

Sollte die Schließung im Dezember – im umsatzstärksten Monat des Jahres – fortgesetzt werden, wäre das für uns alle ein Desaster mit ungewissem Ausgang,“ kommentiert Theresa Albrecht, Vorsitzende der Kreisstelle Rosenheim
des DEHOGA Bayern.
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Sollte die Schließung im Dezember – im umsatzstärksten Monat des Jahres – fortgesetzt werden, wäre das für uns alle ein Desaster mit ungewissem Ausgang,“ kommentiert Theresa Albrecht, Vorsitzende der Kreisstelle Rosenheim des DEHOGA Bayern.

Bayern/ Rosenheim - 72 Prozent der Betriebe sehen sich in ihrer Existenz gefährdet. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) heraus. Trotz des zurückhaltenden Verhaltens der Gäste, der geringeren Auslastung durch Abstandsregelungen und das vielerorts wegfallende Geschäft auf Außenflächen wollen knapp 60 Prozent der Betriebe lieber geöffnet haben.

Wegen der steigenden Corona-Infektionen wurden die staatlichen Pandemiemaßnahmen Anfang November wieder verschärft. Seit 2. November muss die Gastronomie mit Ausnahme von Kantinen geschlossen bleiben. In Hotels dürfen nur noch Geschäftsreisende schlafen und keine Touristen. In der Branche stieß der zweite „Lockdown“ seit dem Frühjahr auf Unverständnis - die Gastronomen und Hoteliers verweisen darauf, dass sie viel investiert haben in Hygienekonzepte samt Plexiglasscheiben und Desinfektionsspendern.

Der Dehoga Bayern appelliert an die Politik, der Branche Perspektiven aufzuzeigen. Die Zahl der gastgewerblichen Betriebe, die sich momentan stark in ihrer Existenz gefährdet sehen, sei rapide angestiegen. So sehen sich laut einer neuesten Umfrage des Dehoga Bayern derzeit 72 Prozent der Betriebe in Ihrer Existenz gefährdet.

„Es braucht Zuversicht und Hoffnung“

„Statt ständigen Alarmismus braucht es Zuversicht und Hoffnung. Wir dürfen nicht leichtsinnig sein, müssen aber anfangen, mit dem Virus leben zu lernen. Dazu gehört auch, den sicheren Betrieb mit funktionierenden Hygienekonzepten aufrechtzuerhalten,“ betont Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert.

Betroffene Betriebe sollen vom Staat entschädigt werden. Ohne Details zu kennen, sollen Betriebe bis 50 Mitarbeiter 75 Prozent des entsprechenden Umsatzes des Vorjahresmonats und Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeiter mindestens 60 Prozent erstattet werden. 72 Prozent der befragten Betriebe geben an, mit einer Entschädigung dieser Größenordnung den November zu überstehen. 89 Prozent sagen aber auch, dass die geplanten einmaligen Entschädigungen für eine längere Schließung über den November hinaus nicht ausreichen.

Theresa Albrecht: Wir brauchen Planungssicherheit

Wir brauchen dringend Planungssicherheit, was die Dauer dieses zweiten Lockdowns angeht. Seit bereits über einem halben Jahr, führen wir unsere Häuser, ohne zu wissen, mit welchen neuen Gegebenheiten und Maßnahmen wir uns am nächsten Tag konfrontiert sehen werden. Von Betriebsführung im eigentlichen Sinne kann hier keine Rede mehr sein. Sollte die Schließung im Dezember – im umsatzstärksten Monat des Jahres – fortgesetzt werden, wäre das für uns alle ein Desaster mit ungewissem Ausgang,“ kommentiert Theresa Albrecht, Vorsitzende der Kreisstelle Rosenheim des DEHOGA Bayern.

Wichtige weitere Maßnahmen um der Branche langfristig zu helfen, sehen die Betriebe in einer Entfristung der Umsatzsteuerreduzierung unter Einbezug der Getränke (73 Prozent), eine Umsatzausfallentschädigung (69 Prozent), keine Schließung von Betrieben (56 Prozent), Überbrückungshilfen (36 Prozent) und ein Tilgungskostenzuschuss (26 Prozent), so die Ergebnisse der Blitzumfrage.

mz/Pressemeldung DEHOGA Bayern

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