Verstärkte Tuning-Kontrollen in Rosenheim

Nach drei illegalen Rennen: Polizei geht verschärft gegen "Autoposer" vor

Rosenheim - Nach drei illegalen Autorennen in nur zwei Monaten griff die Polizei nun scharf gegen "Autoposer" durch. 

Pressemeldung im Wortlaut

Die Rosenheimer Polizei konnte in den letzten zwei Monaten drei verbotswidrige Kraftfahrzeugrennen feststellen, mit teils gravierenden Folgen für die Fahrzeugführer, da die Fahrzeuge und die Führerscheine sichergestellt wurden. Über zehn Fahrzeuge wurden wegen zum Teil erheblichen technischen Mängeln aus dem Verkehr gezogen. Die Autos waren vom Besitzer „getunt“ und „aufgemotzt“, dass die Betriebserlaubnis erlosch. Im Rahmen von Lasermesskontrollen wurde eine hohe Anzahl von Autofahrern angehalten, da die Geschwindigkeit teils so weit überschritten wurde, dass Fahrverbote die Folge für die Lenker waren.

In den Medien wurde angekündigt, dass die Rosenheimer Polizeiinspektion weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der „Autoposer“ und „Raser“ ergreifen wird. Der Leiter der Rosenheimer Inspektion, Herr Polizeidirektor Klarner, kündigt schon jetzt weitere Kontrollen und konsequentes Handeln an. Geschwindigkeit ist weiter eine der Hauptunfallursachen. EPHK Robert Maurer, Medienbeauftragte der Rosenheimer Inspektion und federführend mit der Planung zur Bekämpfung des „Rasens“ beauftragt untermauert seinen Dienststellenleiter. Abends sind aktuell auf den Straßen weniger Autofahrer feststellbar und möglicherweise nutzen die „Poser“ diese Situation der freien Straßen für ihr nicht nachvollziehbares Handeln aus.

Rennen in Stephanskirchen am 9. Mai

Beamte der Rosenheimer Polizei stellten im Bereich der Miesbacher Straße einen BMW-Fahrer fest, wie sich später herausstellen sollte ein 48-jähriger Mann aus Kolbermoor, der seinen BMW immer wieder stark beschleunigte, aber verkehrsbedingt dann abbremsen musste. Der BMW befuhr dann die Miesbacher Straße in Fahrtrichtung Stephanskirchen und bei erlaubten 70 km/h fuhr der BMW mit einer Geschwindigkeit von rund 120 km/h. 

Die Beamten konnten dann feststellen, wie der BMW auf einen vor ihn fahrenden Pkw aufschloss, die Geschwindigkeit nochmals deutlich erhöhte und versuchte, den vor ihm fahrenden zu überholen. Da Gegenverkehr kam, wurde der Überholvorgang abgebrochen. Die Fahrt ging dann nach Stephanskirchen weiter und im Bereich der Äußeren-Salzburger-Straße überholte der BMW-Fahrer mehrere andere Autofahrer innerhalb der Ortschaft, bei erheblicher Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Anschließend fuhr der BMW-Fahrer weiter in Richtung Prutting, wobei die Geschwindigkeit rund 200 km/h betragen hat und die Polizei die Nachfahrt daraufhin zunächst beendet. 

Am Ortseingang von Prutting reduzierte der Autofahrer seine Geschwindigkeit aufgrund anderer Verkehrsteilnehmer und die Anhaltung konnte erfolgen. Aufgrund eines verbotswidrigen Kraftfahrzeugrennens wurde der Führerschein nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft sichergestellt.

Autorennen auf Aisinger Straße in Rosenheim am 10. Mai

Beamte der Rosenheimer Polizei befanden sich mit einem zivilen Dienst-Fahrzeug im Bereich der Panger Straße in Fahrtrichtung Aisinger Straße, als sich von hinten mit hoher Geschwindigkeit ein Nissan und ein Mini näherten. Der Nissan versuchte dabei immer wieder, den Mini zu überholen. Bei einem weiteren Versuch fuhr der Nissan über eine längere Zeit neben dem Mini auf der Gegenfahrbahn und näherte sich dabei einer Verkehrsinsel. 

Der Nissan konnte nicht mehr abbremsen bzw. einscheren und fuhr deshalb an der Verkehrsinsel aus seiner Fahrtrichtung gesehen links vorbei, musste sich aber wieder hinter dem Mini einreihen. Am Kreisverkehr der Brannenburger-/Aisinger Straße bog das Dienst-Fahrzeug ab, schwenkte wieder ein, um die Fahrzeuge sofort einer Kontrolle zu unterziehen. Die beiden Autofahrer gaben aber „Gas“ und befuhren die Aisinger Straße mit rund 90 km/h, statt der erlaubten 50 km/h. 

Auf Höhe der Mangfallstraße setzte der Nissan erneute zum Überholen an, fuhr an der dortigen Verkehrsinsel ebenfalls links vorbei und erneut fuhren beide Fahrzeug weiter mit rund 90 km/h. An der Ampelanlage zur Miesbacher Straße konnte die Anhaltung erfolgen, da für beide Rotlicht gegeben war. Zuvor wurde von den Beamten aber festgestellt, dass sich beide Autofahrer über die geöffneten Fenster ein Wortgefecht lieferten, der Fahrer des Nissans seinem Gegenüber den Mittelfinger ausstreckte. 

Der Fahrer des Mini, ein 21-jähriger Raublinger und der gleichaltrige Fahrer des Nissan, auch er stammt aus Raubling, wurde nach der Anhaltung eröffnet, dass gegen sie ein Strafverfahren wegen eines verbotswidrigen Kraftfahrzeugrennens eingeleitet wird. Aufgrund eines verbotswidrigen Kraftfahrzeugrennens wurden die Führerscheine nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft sichergestellt.

Rennen auf B15 am 8. Mai

Ein verbotswidriges Kraftfahrzeugrennen lieferten sich gegen 18.50 Uhr ein Motorradfahrer und ein BMW-Fahrer. Beide standen bei Rotlicht an der Einmündung B15 - Brannenburger Straße. Die Fahrer schauten sich gegenseitig mehrfach an, spielten am „Gas“. Als die Ampel auf „Grün“ umschaltete, gaben beide Fahrzeugführer „Vollgas“ und beschleunigten stark. Bei erlaubten 80 km/h wurde eine Geschwindigkeit von rund 140 km/h erzielt. Bei den beiden Fahrern handelte es sich um einen 21-jährigen bzw. 20-jährigen, beide aus Regensburg. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurden die Führerscheine sichergestellt und ein Strafverfahren wegen eines verbotswidrigen Kraftfahrzeugrennens eingeleitet.

Die Polizei sucht zu den jeweiligen Rennen Zeugen, dies sich mit unter der Telefonnummer 08031/200-2200 mit der Rosenheimer Inspektion in Verbindung setzen möchten.

Fahrt ohne Führerschein am 9. Mai

Einen 24-jährigen Autofahrer aus Bernau kontrollierten Beamte der Rosenheimer Inspektion im Bereich der Kufsteiner Straße mit seinem Audi. Der Autofahrer ist nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis gegen ihn wurde ein Strafverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet.

Tuning-Kontrollen in Rosenheim

Enzensperger Straße, am 9. Mai

Am BMW eines 20-jährigen Autofahrers aus Kolbermoor konnten diverse technische Veränderungen festgestellt werden. Die an der vorderen Stoßstange angebrachten Verkleidungsteile (sog. Flaps) waren ohne Eintragungen bzw. ABE, gleiches galt für die rückseitige Stoßstange. Die Blinker waren auf Dauerbetrieb gestellt (sog. US-Style), dass Fahrwerk nicht eingetragen in Verbindung mit der Reifenkombination sowie der fehlenden Einzelabnahme der Bremsscheiben.

Am Gries, am 9. Mai

Ein 27-jähriger BMW-Fahrer aus Rosenheim wurde im Bereich Am Gries angehalten. Am Fahrzeug war das Fahrwerk technisch verändert und nicht in die Betriebserlaubnis eingetragen, der Messabstand zwischen Asphalt und Bodenblech war unter acht Zentimeter.

Münchener Straße, am 9. Mai

Einen 25-jährigen Mercedes-Fahrer aus Rosenheim kontrollierten die Rosenheimer Beamten gegen 20.00 Uhr in der Münchener Straße. Die Rad-/Reifenkombination war unzulässig, die Lautstärke der Abgasanlage (ugs. Auspuff) war deutlich zu laut und weit über der Toleranzgrenze von 86 DB.

Happinger Straße, am 9. Mai

Einen 23-jährigen BMW-Fahrer aus Rosenheim kontrollierten die Beamten in der Happinger Straße. Mehrere technische Veränderungen wurden festgestellt, eine unzulässige Rad-/Reifenkombination, das Gewindefahrwerk wurde deutlich nach unten geschraubt und die Scheiben derart verdunkelt, dass das Blickfeld des Fahrers massiv beeinträchtigt war.

Äußere-Münchener-Straße, am 10. Mai

Am Motorrad eines 31-jährigen Rosenheimers war die Auspuffanlage technisch verändert worden. Es wurde ein sogenannter „DB-Killer“ verbaut, der das Motorengeräusch stark verstärkt.

Frühlingsstraße, am 8. Mai

Am BMW eines 32-jährigen Mannes aus Wasserburg konnte ein sog. „US-Style“ festgestellt werden, die Blinker sind in dieser Konstellation auf „Dauerbeleuchtung“.

B15, am 7. Mai

Einen 26-jährigen Autofahrer aus Kolbermoor kontrollierten die Beamten der Rosenheimer Polizei im Bereich der B15. Der Fahrer des BMW konnte beobachtet werden, wie er auf der B15 in Fahrtrichtung von Raubling nach Rosenheim verbotswidrig mehrere Fahrzeuge rechts überholte. Dabei konnte eine enorm laute Kulisse vom Motoren-/Auspuffbereich festgestellt werden. Die Fahrwerkseintragungen entsprachen nicht den Herstellervorgaben. Da der Verdacht bestand, dass die Auspuffanlage technisch verändert wurde, erfolgte die Messung mit einem geeichten Messgerät. Die Messung verlief aber ohne Beanstandung und war innerhalb der Toleranz. Dies weckte den Ehrgeiz der Beamten. Nach langwierigem Suchen, konnten die Beamten eine Veränderung am Steuergerät feststellen, dass der Fahrer selbst aktivieren kann, damit die Lautstärke massiv steigt, aber abstellen kann, um, wie hier geschehen, bei einer Polizeikontrolle nicht weiter aufzufallen und sich die Messung innerhalb der Toleranz befindet. Zur weiteren Klärung wurde der BMW sichergestellt und ein technisches Gutachten in Auftrag gegeben.

Innstraße, am 10. Mai

Einen 24-jährigen BMW-Fahrer aus Rosenheim kontrollierten die Beamten im Bereich der Innstraße. Am Fahrzeug wurde das Fahrwerk absichtlich tiefer gelegt, erste Messungen ergaben eine Bodenfreiheit von rund 6 cm, dadurch erlosch die Betriebserlaubnis des Fahrzeuges.

Äußere-Münchner-Straße, am 10. Mai

Einen VW, gelenkt von einem 34-jährigen Mann aus Rosenheim, kontrollierten die Beamten in der Äußeren-Münchener-Straße. Am VW konnten Mängel festgestellt werden, die zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führten, so war der Luftfilterkasten aufgeschnitten, der Luftmassenstecker abgezogen, die Blinker auf Dauerbeleuchtung (US-Style). Dieser Fahrer wurde bereits Mitte März mit den identischen technischen Mängeln angehalten und kontrolliert. Deshalb wird hier von Vorsatz ausgegangen und der Bußgeldsatz wird wohl von der Bußgeldstelle verdoppelt werden.

Gegen sämtliche Fahrer wurde jeweils ein Bußgeldverfahren mit Punkten in Flensburg eingeleitet. Der 26-jährige Kolbermoorer wird auch die Kosten für das Gutachten tragen müssen.

Geschwindigkeitsmessungen

Die Rosenheimer Polizei führte in der Zeit von 08.05. - 10.05.2020 zu unterschiedlichen Zeiten insgesamt zwölf Messungen in ihrem Dienstbereich mit dem Lasermessgerät durch.

Schnellster war dabei ein 44-jähriger Autofahrer mit seinem BMW aus Dachau, der auf der B15, bei erlaubten 80 km/h mit über 150 km/h gemessen wurde. Im droht eine hohes Bußgeld, Punkte in Flensburg sowie ein 2-monatiges Fahrverbot.

Insgesamt mussten 14 Bußgeldverfahren gegen Fahrzeugführer eingeleitete werden, da sie die zulässige Höchstgeschwindigkeit erheblich überschritten. Punkte in Flensburg sind eine weitere Folge.

Pressemeldung Polizei Rosenheim

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