Wichtiger Beitrag zum Klimaschutz

Rosenheimer Stammbeckenmoore als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung ausgewiesen

Rosenheim - Die Rosenheimer Stammbeckenmoore wurden als „Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung“ ausgewiesen. Das hat das Internationale Ramsar-Sekretariat bekannt gegeben. Die Moore wurden wiedervernässt und das Gebiet renaturiert.

Die Meldung im Wortlaut

Die Rosenheimer Stammbeckenmoore in Bayern sind als „Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung“ ausgewiesen worden. Das gab das Internationale Ramsar-Sekretariat am heutigen Welttag der Feuchtgebiete bekannt. Das Gebiet ist Teil eines der größten Moorkomplexe Süddeutschlands und beherbergt unter anderem gefährdete Arten des Sonnentaus sowie vom Aussterben bedrohte Vogel-, Libellen-, Schmetterlings- und Heuschreckenarten.

Ramsar-Konvention jährt sich zum 50. Mal

Intakte Moore leisten zudem einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Klimas. Mit der Ausweisung im Rahmen der Internationalen Feuchtgebietskonvention (Ramsar-Konvention) verpflichtet sich Deutschland, dieses Feuchtgebiet dauerhaft zu erhalten und zu fördern. Die Unterzeichnung der Ramsar-Konvention jährt sich heute zum fünfzigsten Mal. Die Rosenheimer Stammbeckenmoore sind das 35. deutsche Ramsar-Feuchtgebiet.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Ein besserer Moorschutz ist ein zentraler Baustein, um die Artenvielfalt zu erhalten und das Klima zu schützen. Das ist auch das Ziel der Moorschutzstrategie der Bundesregierung, die wir gerade erarbeiten. Die Rosenheimer Stammbeckenmoore sind ein weiteres gutes Beispiel, wie Moore in ihren natürlichen Zustand gebracht und damit als wichtige Lebensräume für seltene Arten wiedergewonnen werden können.

Diese Moore gehören damit nun zur Riege der international bedeutsamen Feuchtgebiete – neben der französischen Camargue, dem einzigartigen Donaudelta in Rumänien und vielen mehr. Dadurch wird die Bedeutung dieses Alpenvorlandmoores gestärkt. Die langjährigen Bemühungen vieler Akteure vor Ort, die Ökosystemleistungen dieses Moores zu verbessern, haben sich ausgezahlt.“

Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz: „Insbesondere vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung haben der Schutz, das nachhaltige Management und die Wiederherstellung von Mooren in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Mehr als 90 Prozent der Moorböden in Deutschland sind heute entwässert und werden land- oder forstwirtschaftlich genutzt.

Lebendige, naturnahe Hochmoore sind in Deutschland auf circa ein Prozent ihrer ursprünglichen Ausdehnung zurückgedrängt worden. Umso erfreulicher ist es, dass es in Bayern gelungen ist, großflächig Hochmoorflächen der Rosenheimer Stammbeckemoore wiederzuvernässen und das Gebiet zu renaturieren.“

Moore leisten hohen Beitrag zum Klimaschutz

Noch bis 2005 wurde in den Rosenheimer Stammbeckenmooren wie in vielen anderen Moorgebieten großflächig Torf für Blumenerde abgebaut. Seitdem wird lediglich auf kleinen Flächen, in Übereinstimmung mit den Naturschutzzielen, Torf für Heilzwecke abgebaut.

Außerdem gab es mehrere Projekte zum Teil auf europäischer Ebene mit dem Ziel, die Hochmoorflächen wiederzuvernässen und das Gebiet zu renaturieren. An dem Prozess der Ausweisung waren die Gemeinden vor Ort von Anfang an beteiligt. Während die bayerischen Behörden und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) fachliche Unterstützung leisteten, förderte das Bundesumweltministerium den Ausweisungsprozess in seiner Funktion als zuständige Verwaltungbehörde der Ramsar-Konvention.

Moore speichern Wasser, verbessern die Wasserqualität und schützen vor Naturkatastrophen wie Überschwemmungen. Außerdem bringen Moore mit intaktem Wasserhaushalt Kühlung in heißen Sommern und sind in naturnahem Zustand Lebensraum speziell angepasster Arten von Flora und Fauna. In intaktem Zustand leisten Moore als langfristige Kohlenstoffsenken einen höheren Beitrag zum Klimaschutz als jedes andere Ökosystem in Deutschland.

Die zunehmende Entwässerung von Mooren für die Landnutzung oder Infrastrukturentwicklung führt jedoch zum Verlust ihrer CO2-Speicherfunktion und Treibhausgase werden in erheblichem Umfang freigesetzt. Um dem entgegenzuwirken, werden weltweit Anstrengungen unternommen, Moore zu schützen. So hat zum Beispiel die Ramsar-Konvention Leitfäden und technische Hilfestellungen erarbeitet, Resolutionen zum Moorschutz verabschiedet und neue Initiativen unterstützt.

Pressemitteilung Bundesumweltministerium

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