Corona-Wochenbericht (Stand 9. April)

So ist die Corona-Lage in Stadt und Landkreis Rosenheim: Gemeindezahlen im Überblick

Die 7-Tage-Inzidenz in Stadt und Landkreis Rosenheim
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Die 7-Tage-Inzidenz in Stadt und Landkreis Rosenheim

Der vorliegende Lagebericht soll die aktuelle Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim zu Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) widerspiegeln.

Rosenheim - Die Daten beruhen auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz bis zum 8. April 24 Uhr. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen. 

Appell an alle Bürger

Die Einhaltung der Hygieneregel und sich impfen zu lassen, ist gelebte Solidarität. Nur gemeinsam können wir Bürger aus Stadt und Landkreis Rosenheim die aktuelle Krise bewältigen.

Bitte übernehmen Sie Verantwortung für sich selbst, Ihre Familien und die Schwächeren in der Gesellschaft. Haben Sie Vertrauen in unser Gesundheitssystem, das bislang die Menschen während der Pandemie nach Kräften bis an die Grenze der Erschöpfung erfolgreich betreut, gepflegt und behandelt hat. Wir dürfen unsere Zuversicht nicht verlieren, denn nur so können wir auch die letzte Strecke der Pandemie erfolgreich hinter uns bringen.

Aktuelle Lage und besorgniserregende Virusvarianten

Nach einem scheinbar kurzfristigen Rückgang der Neuinfektionen um die Osterfeiertage ist nun wieder ein deutlicher Anstieg der Zahl der Infizierten festzustellen. Diese Entwicklung in unserer Region widerspiegelt die Gesamtsituation in Deutschland.

Das Robert-Koch-Institut nennt als mögliche Ursache für die kurzfristige Abnahme der Neuinfektionen, den durch die Ferienzeit bedingten reduzierten Patientenverkehr in den Arztpraxen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Dies habe dazu geführt, dass entsprechend weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden.

Der deutliche und sprunghafte Anstieg belegt die hohe Infektiosität der besorgniserregenden Virusvarianten, die mit 59,3 Prozent der gemeldeten Fälle im Zeitraum 1. April bis - 8. April ausmachen. Bei einzelnen Sonderformen der besorgniserregenden Varianten kann sogar eine schlechtere Schutzwirkung der Impfung oder einer in der Vergangenheit durchgemachten Infektion resultieren. Das Gesundheitsamt weist deshalb wiederholt darauf hin, dass für Verdachtsfälle sowie bestätigte Fälle einer besorgniserregenden Variante strengere Infektionsschutzmaßnahmen gelten. Neben einer 14-tägigen häuslichen Quarantäne, die nicht verkürzt werden kann, ist für die Beendigung der Quarantäne zusätzlich ein negatives Testergebnis erforderlich. Diese Maßnahmen gelten auch für die engen Kontaktpersonen der Kategorie I.

Infektionsschutzmaßnahmen

Trotz hoher Fallzahlen kann das Gesundheitsamt weiterhin die positiv Gemeldeten tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anordnen. Auch die engen Kontaktpersonen können zeitnah kontaktiert und ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet werden.

In der Regel lässt sich die Ursache für zunehmende Neuinfektionen nicht allein auf umschriebene, lokal begrenzte Ausbrüche zurückführen. Die Ausbreitung erfolgt in der aktuellen Pandemie weitgehend diffus und leider zum Teil auch unbemerkt im Rahmen von alltäglichen Mensch-zu Mensch-Kontakten.

Infizierte Bürger, die unwissend von ihrer Infektion aber bereits ansteckend sind, bewegen sich frei und können so andere Bürger anstecken. Jeder positiv Getestete wird durch die Ermittler des Gesundheitsamtes sehr genau nach möglichen Ansteckungsquellen befragt. Solche anonymen Begegnungen lassen sich bei einer Inkubationszeit von 14 Tagen rückwirkend in der Regel aber kaum mehr rekonstruieren und die stattgefundenen Ansteckungen sind nicht mehr nachvollziehbar. Dies ist das Charakteristische an einer sogenannten diffusen Ausbreitung. Aus diesem Grund ist jeder Bürger angehalten, eigenverantwortlich unnötige Kontakte und Menschenansammlungen zu vermeiden und dringend die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten.

Weitere Lockerungen, zum Beispiel im Rahmen einer Teilnahme der Stadt an dem Modellprojekt der Staatsregierung, müssen 1. vorsichtig und schrittweise erfolgen, 2. durch strenge Hygiene- und Schutzmaßnahmen sowie durch eine intensive Teststrategie abgesichert und 3. durch stringente Kontrollmechanismen überwacht werden. Wir dürfen nicht riskieren, dass durch Unachtsamkeit und Unvernunft die Infektionszahlen durch die Decke gehen und so schweren Erkrankungen den Weg bereiten. Auch wenn die 1. Prioritätsgruppe der Coronavirus-Impfverordnung – insbesondere die Bewohner von Heimen – bereits geimpft sind, so gibt es weiterhin eine sehr große Zahl vulnerabler Personen aufgrund Alters oder schwerer chronischer Grunderkrankungen. Allein in der Altersgruppe zwischen 70 und 80 Jahren leben in Stadt und Landkreis etwa 31.000 Menschen.

So darf eine COVID-19 Infektion, verursacht durch die infektiösere und gefährlichere dominierende britische Variante, auch bei Kindern nicht unterschätzt werden. Das sogenannte Multisystemische Entzündungssyndrom, zu dem es aus bisher unklaren Gründen im Anschluss an eine Infektion mit SARS-CoV-2 kommen kann, tritt häufig bei Kindern ohne vorherige COVID-19-Symptome auf. Die Experten gehen davon aus, dass die Erkrankung nicht direkt vom Coronavirus ausgelöst wird. Vielmehr scheint ein Zusammenhang mit der Immunreaktion auf den Erreger zu bestehen.

Impfungen

Insgesamt sind etwa 58.000 Impfungen seit Impfstart vor allem in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern sowie dem gemeinsamen Impfzentrum von Stadt und Landkreis Rosenheim auf der Loretowiese erfolgt. 37.478 davon waren Erstimpfungen, 20.566 Zweitimpfungen. Insgesamt 9090 dieser Impfungen wurden in stationären Einrichtungen sowie betreuten Wohnformen in Stadt und Landkreis Rosenheim verabreicht. Seit dem 29. März ist das zweite Impfzentrum auf der Loretowiese in Betrieb, sodass – abhängig von der verfügbaren Menge an Impfstoff – die Impfkapazität des gemeinsamen Impfzentrums Rosenheim deutlich erhöht werden konnte.

Seit dem 31. März werden in Stadt und Landkreis Rosenheim auch Impfungen gegen COVID-19 in Arztpraxen durchgeführt. Bis einschließlich 7. April konnten durch die niedergelassenen Ärzte bereits 2215 Impfungen durchgeführt werden. Die Arztpraxen handeln dabei nicht im Auftrag des Impfzentrums Rosenheim. Bei Fragen zur Impfung gegen das Coronavirus in einer Arztpraxis wenden Sie sich daher bitte direkt an Ihren Hausarzt.

Es wird darauf hingewiesen, dass für die Impfung gegen COVID-19 im Impfzentrum eine Registrierung unter https://impfzentren.bayern zu erfolgen hat. Es darf sich bereits jeder impfwillige Bürger registrieren, unabhängig von der Priorisierung nach der Coronavirus-Impfverordnung und der jeweiligen Mobilität. Besteht ausnahmsweise keine Möglichkeit zur Internetnutzung, ist auch eine telefonische Registrierung bei der Impfhotline unter der Rufnummer 08031/ 365 8899 möglich. Die bayerische Software errechnet automatisch nach bestimmten Algorithmen die Priorisierung gemäß der jeweils geltenden Coronavirus-Impfverordnung anhand der erfolgten Angaben des Bürgers. Das Impfzentrum oder das Gesundheitsamt können hierauf keinen Einfluss nehmen. Bitte sehen Sie daher von Anfragen zur Höherpriorisierung oder vorgezogenen Impfungen an das Impfzentrum oder das Gesundheitsamt ab. Neben dem jeweiligen Alter werden von der Software auch berufliche und medizinische sowie Einrichtungsindikationen entsprechend berücksichtigt. Der Zeitpunkt der Registrierung bzw. die Wartezeit hat keinen Einfluss auf die Priorisierung.

Seit dem 12. März können bereits registrierte Personen einsehen, welcher Priorität diese von der Software zugeordnet worden sind. Hierfür muss man sich mit dem bei der Registrierung vergebenen Passwort im Account unter https://impfzentren.bayern einloggen. Anschließend können auch die eingegebenen Daten überprüft und ggf. aktualisiert oder der Account gelöscht werden. Sollten Sie bereits in einer Arztpraxis die Impfung erhalten haben, wird um zeitnahe Löschung des Accounts im bayerischen Registrierungsportal gebeten.

Die Impfberechtigung muss am Impftag zwingend im Impfzentrum ausreichend belegt werden (beispielsweise mittels eines gültigen Ausweisdokuments, einer Arbeitgeberbescheinigung und/ oder eines ärztl. Attests). Ein Formblatt für eine Arbeitgeberbescheinigung und eine Bestätigung für enge Kontaktpersonen von schwangeren und nicht in einer Einrichtung befindlichen pflegebedürftigen Person kann auf der Homepage des Landkreises Rosenheim heruntergeladen werden. Eine Vorab-Übersendung von ärztlichen Attesten ist weder notwendig noch gewünscht. Die jeweils vorhandenen Erkrankungen sind in der Registrierungssoftware von jedem Bürger entsprechend auszuwählen und das ärztliche Attest muss anschließend am Tag der Erstimpfung im Impfzentrum vorgelegt werden. Um Warteschlagen vor dem Impfzentrum zu vermeiden, werden Bürger mit Termin gebeten, pünktlich zu erscheinen

Bürger können sich über die tägliche Zahl an Impfungen je Bundesland sowie den Fortschritt bei den einzelnen Zielgruppen auf der Seite des Impf-Dashboards, des Bundesministeriums für Gesundheit (https://impfdashboard.de) informieren.

Fallzahlenentwicklung:

Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 31. März 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 357 neue Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 15.405 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 12.037, Stadt: 3368). Mittlerweile wurde bei mindestens 13.666 Personen eine Genesung dokumentiert. 490 Personen (am 31. März: 487) sind bis zu diesem Zeitpunkt an der Erkrankung gestorben (Landkreis: 435, Stadt: 55). Von den Verstorbenen waren 17 (am 31. März: 16) Personen unter 60 Jahren. 334 (am 31. März.: 334) Verstorbene waren über oder gleich 80 Jahre alt. Dem Gesundheitsamt wurden 3 Personen (am 31. März: 6) gemeldet, die seit dem letzten Wochenbericht verstorben sind. Hiervon waren zwei Personen zwischen 60 und 80 Jahren und eine Person unter 60 Jahre. Keiner dieser  Verstorbenen war in einem Heim betreut worden.  

Gemeldete Corona-Fälle pro Tag in Stadt und Landkreis Rosenheim

Bislang wurden dem Gesundheitsamt 1.367 Fälle (Landkreis 1.024, Stadt 343) (am 31. März: 1.154) einer bestätigten besorgniserregenden Variante gemeldet. In einem Fall handelt es sich um die südafrikanische Variante (B1.351), über den bereits berichtet wurde, in allen anderen Fällen um die britische (B.1.1.7). Hiervon wurden dem Gesundheitsamt seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 31. März 24 Uhr 213 Fälle gemeldet. Alle Fälle sind bei der Gesamtfallzahl von COVID-19- Fällen enthalten.

Alterstruktur der Corona-Fälle in Stadt und Landkreis Rosenheim

86 (am 31. März: 99) COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 18 Patienten (am 31. März: 18) auf einer Intensivstation.

Gemeldete Corona-Verstorbene pro Tag in Stadt und Landkreis Rosenheim

Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand 9. April (0 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 124,31 (am 31. März: 107,00), für den Landkreis Rosenheim bei 86,10 (am 31. März: 114,41).

Alterstruktur der Todesfälle in Stadt und Landkreis Rosenheim

Übersicht über Infektionsumfeld und Testanlass für den Zeitraum 1. April bis 8. April bei neu gemeldeten Fällen (Stand 8. April 24 Uhr):

InteraktionsumfeldProzent
Arbeitsplatz3,4
Kita, Schule, Bildungs- und Betreuungseinrichtungen0,3
Privater Haushalt39,3
Freizeit0,3
Medizinische Einrichtungen1,4
Sonstiges4,2
Nicht ermittelbar/Quelle unbekannt51,1
gesamt100
Testanlass
Verdachtsmeldung43
Kontaktnachverfolgung36,9
Testen/Reihentestung3
Einreise aus Risikogebiet3,7
sonstiges13,4
gesamt100

Verteilung der Gesamtzahl der Fälle und der Genesenen auf die Gemeinde: 

Bei der berichteten Verteilung der Fälle auf die Gemeinden kann es durch festgestellte Ausbrüche beispielsweise in Pflegeeinrichtung zu einer deutlich höheren Fallzahl kommen als in umliegenden Gemeinden. Im Rahmen von Reihenuntersuchungen werden hier Fälle entdeckt, die in anderen Gebieten nicht entdeckt wurden, sodass die Fallzahlen kein Abbild der Erkrankungen in der Bevölkerung darstellen. Hierbei werden auch Personen positiv getestet, die einen Verlauf ohne Symptome zeigen. Zusätzlich kann das Testverhalten zu regionalen Unterschieden führen. Deshalb kann man im Moment keine Rückschlüsse auf eine höhere oder niedrigere Gefahr in den unterschiedlichen Gemeinden ziehen. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen. 

* Bei einer Fallzahl kleiner 5 erfolgt aus Datenschutzgründen keine Auswertung der Genesenen.

Gemeinde\tFälleDifferenz der Fälle zur Vorwoche\tAktive Fälle
Albaching\t8822
Amerang135313
Aschau\t264+327
Babensham\t12046
Bad Aibling\t9882077
Bad Endorf\t364316
Bad Feilnbach\t461012
Bernau am Chiemsee\t3181844
Brannenburg\t325025
Breitbrunn am Chiemsee\t6602
Bruckmühl\t6991669
Chiemsee200
Edling\t219414
Eggstätt\t15434
Eiselfing\t132110
Feldkirchen-Westerham\t392619
Flintsbach am Inn\t183622
Frasdorf105219
Griesstätt11527
Großkarolinenfeld\t273110
Gstadt am Chiemsee\t7801
Halfing12608
Höslwang6812
Kiefersfelden418413
Kolbermoor9071786
Neubeuern1331224
Nußdorf am Inn\t15638
Oberaudorf\t277412
Pfaffing16546
Prien am Chiemsee\t4162150
Prutting11519
Ramerberg4715
Raubling5111858
Riedering311518
Rimsting107614
Rohrdorf am Inn\t268611
Rosenheim336796302
Rott am Inn\t147113
Samerberg15117
Schechen293517
Schonstett\t51011
Söchtenau1691527
Soyen16605
Stephanskirchen\t381834
Tuntenhausen301626
Vogtareuth117515
Wasserburg am Inn\t6741643

Weitere Berichte zur Situation in Bayern und Deutschland finden Sie auf den Seiten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und des Robert Koch Instituts:

https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/coronavirus/karte _coronavirus/index.htm 

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html

Pressemitteilung des Landratsamtes Rosenheim

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