Spenden- und Hilfsaktionen für Erdbebebenopfer in Kroatien gehen weiter

Feuerwehrausrüstung für kroatische Kameraden und Baumaterialien

Die Hilfsbereitschaft der Bürger in der Region für die Erdbebenopfer in Kroatien ist nach wie vor hoch. Im Fokus stehen inzwischen statt Kleidungs- und Nahrungsspenden mehr Baumaterialien oder Ausrüstung für die kroatische Wehr.

Die Feuerwehren aus dem Berchtesgadener Land unterstützen die Kameraden nach den Erdbeben in Kroatien.

Update, Freitag, 8. Januar: Spendenaktionen im Berchtesgadener Land

Die Hilfsaktionen gehen weiter: So unterstützen die Feuerwehren aus dem Berchtesgadener Land die Kameraden nach dem Erdbeben in Kroatien. Durch enge Kontakte des Landesfeuerwehrverbandes Bayern mit dem kroatischen Feuerwehrverband, wurde bekannt, dass es im Erdbebengebiet stark an feuerwehrspezifischer Ausrüstung mangelt, wie KBM Michael Brandl vom LFV Bayern in einer Pressemitteilung erklärt.

„Für die durch den Landesfeuerwehrverband Bayern organisierte Unterstützung für die kroatischen Kameraden zeigten sich auch die Feuerwehren im Berchtesgadener Land sofort offen.“ Innerhalb von drei Tagen wurden ausgesonderte aber noch funktionsfähige Ausrüstungsgegenstände zusammengetragen und im Landkreis zentral angeliefert.

Die Sachspenden von den heimischen Feuerwehren reichten beispielsweise von nicht mehr benötigten Schutzkleidungsteilen, Beleuchtungs- und Stormversorgungsgerätschaften bis hin zu tragbaren Leitern. Vom Feuerwehrgerätehaus in Aufham aus wurden die Spenden aus dem Berchtesgadener Land zur südbayerischen Sammelstelle an die Hauptfeuerwache in Rosenheim gebracht. Von dort aus organisiert der Landesfeuerwehrverband Bayern den Transport ins Schadensgebiet nach Kroatien.

Kreisbrandrat Josef Kaltner zeigt sich einmal mehr erfreut über die unkomplizierte Hilfsbereitschaft der heimischen Feuerwehren: „Wenn es gilt zusammenzustehen und schnell zu handeln, ist auf die Feuerwehren im Berchtesgadener Land Verlass. Ich freue mich, dass wir die Kameraden in Kroatien in der schwierigen Situation materiell unterstützen können.“

Vorbericht, Dienstag, 5. Januar: Hilfsaktionen im Raum Rosenheim und Traunstein

Ante Sistov organisiert ab Donnerstag, 7. Januar, eine Spendenaktion für das Krisengebiet in Kroatien. Er kommt selbst aus Kroatien, lebt aber seit fünf Jahren in Kiefersfelden. „Ich kenne einzelne betroffene Bürger und wir möchten helfen.“ Konkret benötigt wird für die private Hilfsaktion alles rund um handwerkliches Material, das er persönlich nach Kroatien bringen möchte. Dafür hat er bereits einen 40-Tonner organisiert. Freilich geschieht die Hilfsaktion unter strenger Einhaltung der geltenden Corona-Regeln.

Kleidung und Nahrung sei bereits sehr viel gespendet worden, betont der Kroate voll des Dankes in Hinblick auf die am Wochenende über die Bühne gegangene große Hilfsaktion der hiesigen Feuerwehren im Raum Rosenheim. Nun will er mit Baumaterial in seinem Heimatland helfen: „Ob Rigips, Farben, Fliesen oder Stromkabel - wir nehmen alles und holen es bei Bedarf auch ab. Sammelstelle ist rückseits der Brauerei eine 200 Quadratmeter große Lagerhalle in der Tirolerstraße 5 in Oberaudorf.“ Bei Fragen können sich Firmen oder auch Privatleute, die Material spenden möchten, direkt an Ante Sistov unter der Telefonnummer 0157-38846842 wenden.

Spenden- und Hilfsaktion ab 7. Januar für die Erdbebenopfer in Oberaudorf. (Für eine größere Ansicht auf das Bild klicken)

Kleiner Kreis aus Kroaten sammelt in Traunreut

In Traunreut ist eine private Spendenaktion für die Erdbeben-Opfer in Kroatien schon angelaufen. Bereits am 30. Dezember 2020 und am 2. Januar 2021 lieferte ein kleiner Kreis aus in Bayern lebenden Kroaten mithilfe von Sprintern Hilfsgüter in die Krisengebiete ihres Heimatlandes. Hinter der Aktion stehen engagierte Bürger um Ivica Moslavac, die die Menschen im Erdbebengebiet unterstützen wollen. Sie sammeln unter anderem Kleidung, haltbare Lebensmittel, Decken oder auch Hygieneartikel für die Menschen in der Stadt Sisak und Umgebung.

Die Spenden können in einem Karton im Saal des Restaurants Champion in Traunreut (Traunring 116) abgegeben werden. Allerdings werden Essensspenden nur noch am Dienstag, 5. Januar angenommen. Eine erneute Hilfsfahrt findet am Freitag, 8. Januar, mit einigen Transportern und einem Lkw in die Erdbeben-Region Petrinja statt. Vor Ort werden die Spenden von Haus zu Haus verteilt. Weitere Infos zur der Traunreuter Hilfsaktion gibt es unter der Nummer 0160-98774040.

Sammelstelle für Spenden in Rosenheim

Im kroatischen Zentrum in Rosenheim befindet sich ebenfalls eine Sammelstelle für Spenden. Jeden Tag können hier Hilfsgüter bis 21 Uhr abgegeben werden. Benötigt wird in erster Linie Baumaterialien wie Schrauben, Nägel oder Nylon, um provisorisch die vom Erdbeben zerstörten Dächer abzudecken. Ebenfalls werden haltbare Lebensmittel benötigt sowie Hygieneartikel, Desinfektionsmittel, Schutzmasken, Arbeitskleider, Arbeitshandschuhe und Einweghandschuhe. Kleidung ist inzwischen ausreichend vorhanden, die Lager in Kroatien und auch im Pfarrsaal der kroatischen katholischen Gemeinde in Rosenheim (Heilig-Geist-Straße 46) sind bereits voll.

Im kroatischen Zentrum in Rosenheim werden weiterhin Spenden gesammelt.

Hilfsaktion im Raum Ebersberg vorerst abgeschlossen

Auch im Landkreis Ebersberg haben sich Menschen zu einer Hilfsaktion für das vom Erdbeben heimgesuchte Kroatien zusammengetan. Unter Einhaltung aller Corona-Vorsichtsmaßnahmen unternahmen ehrenamtliche Helfer - organisiert von Michael Daulsberger, Rettungssanitäter in der Integrierten Leitstelle in Erding, und seinem Bruder Ulrich aus Glonn - eine Überfahrt mit sechs Mann und drei Sprintern nach Kroatien, um mehrere Tonnen an Hilfsgütern im Krisengebiet zu verteilen.

Es ist ein Wahnsinn, die Erde bebt nach wie vor“, schildert Michael Daulsberger seine Eindrücke von vor Ort gegenüber rosenheim24.de. In der Stadt Petrinja in Mittelkroatien wurde am Dienstagmorgen, 5. Januar, erneut ein Beben der Stärke 4,2 gemessen. Nach der jüngsten Lieferung Anfang Januar aus dem Raum Ebersberg müsse nun aber ein Zeitfenster von circa 14 Tagen abgewartet werden, bis weitere Spenden gesammelt werden. „Wir stehen in Kontakt mit anderen Organisatoren und bauen gezielt ein Netzwerk auf, das uns hilft, das zu sammeln, was wirklich vor Ort in Kroatien benötigt wird“, schließt Daulsberger seine Erklärung.

Den Helfern bot sich vor Ort ein schockierendes Bild in den Krisengebieten des vom Erdbeben heimgesuchten Kroatiens.

Kennen Sie eine weitere Sammelstelle in der Region, die auf Spenden angewiesen ist? Schreiben Sie uns per Mail an marina.birkhof@ovb24.de und erzählen Sie gerne von der Hilfsaktion für die Erbebenopfer in Kroatien.

mb

Rubriklistenbild: © KBM Michael Brandl

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