Tief "Eberhard" fegt über Deutschland

Sturmbilanz für die Region: 300 Einsätze, Dach abgedeckt, Pferd tot

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Landkreis - Über große Teile Deutschlands fegte am Sonntag Sturmtief "Eberhard" hinweg. Vereinzelt erreichte der Sturm über 120 km/h. In Burghausen (Landkreis Altötting) wurde das Dach einer Halle abgedeckt. Ansonsten scheint die Region jedoch glimpflich davongekommen zu sein, obwohl es zahlreiche Einsätze der Rettungskräfte gab.

UPDATE, 20.35 Uhr - Prognose für Dienstag

Viele Wolken sind am Dienstag (11. März) am Himmel zu sehen. Dennoch wird es tagsüber bei bis zu 7 Grad Celsius meist trocken bleiben. Auch die Sonne wird sich ab und an sehen lassen. Es sind aber auch noch Flocken dabei. Wann und wo diese fallen, berichtet der Unwetterservice Südostbayern in seinem Wetterbericht.

UPDATE, 8.55 Uhr - Baum stürzt auf Pferd - Tier tot

In Nicklheim bei Raubling (Landkreis Rosenheim) kam es am Sonntagabend zu einem tragischen Zwischenfall: Dort ist durch starke Sturmböen ein Baum umgefallen und auf ein Pferd gestürzt. Das Tier wurde dabei getötet. Das berichtet die Wasserburger Stimme.

Zudem musste die Feuerwehr auch im Altlandkreis Wasserburg ausrücken. Dort war ein Baum auf die Bahnstrecke Wasserburg - Ebersberg gestürzt. Die Bahnstrecke musste zwischenzeitlich gesperrt werden.

UPDATE, 7.50 Uhr - Rund 300 Einsätze am Sonntag

Insgesamt gab es am Sonntag im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd rund 300 sturmbedingte Einsätze. Es gab dabei zum Glück aber keine Personenschäden zu beklagen. Es blieb bei Sachschäden, wie es am Montagmorgen hieß. In Frasdorf (Landkreis Rosenheim) wurde laut Radio Charivari eine Windgeschwindigkeit von 107 km/h gemessen.

Zudem meldete der Bayerische Rundfunk (BR), dass es am Sonntag im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen einen großflächigen Stromausfall wegen des Sturms gegeben hat.

UPDATE, 7.05 Uhr - Zugverkehr rollt nun wieder an

Nach dem sturmbedingten Ausfall des Zugverkehrs in Nordrhein-Westfalen sind am Montagmorgen die ersten Züge im Fern- und Regionalverkehr wieder gefahren. "Pendler sollten mit Verspätungen rechnen und sich in den Informationssystemen auf dem Laufenden halten", sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Montagmorgen.

Viele der verursachten Schäden hätten in der Nacht behoben werden können, so dass im Fernverkehr wieder ein "stabiler Betrieb" hergestellt sei. Lediglich einzelne Züge sollten noch ausfallen, etwa auf der Schnellstrecke zwischen Köln und Frankfurt am Main. Auch S-Bahnen und Regionalzüge sind im Westen Deutschlands nun (teilweise) wieder in Betrieb.

UPDATE, 6.55 Uhr - "Eberhard" streift Region nur leicht

Stumtief "Eberhard" hat die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land nur gestreift, wie der Radiosender Bayernwelle am Montagmorgen berichtet. Die Schäden sind deswegen erheblich geringer als in vielen anderen Gegenden Deutschlands.

Dennoch gab es einige Feuerwehreinsätze. Vor allem rund um den Waginger See mussten die Floriansjünger mehrmals ausrücken, um umgestürzte Bäume von Straßen zu entfernen. Die Staatsstraße zwischen Trostberg und Emertsham musste am Abend deswegen erst einmal komplett gesperrt. Rund um den Chiemsee wurden teilweise Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 km/h gemessen.

Auch aus dem Landkreis Mühldorf waren am Sonntag umgestürzte Bäume gemeldet worden. Hinzu kamen Sturmschäden in Bad Endorf (Landkreis Rosenheim) und ein 300 Kilogramm schwerer Kamin, der in Bad Aibling (Landkreis Rosenheim), der von dem starken Wind regelrecht "weggeblasen" worden war. Dabei entstand erheblicher Sachschaden.

Die entsprechenden Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) waren am späten Sonntagabend aufgehoben worden.

Die Erstmeldung:

Mittlerweile hat sich die Lage etwas beruhigt. Sturmtief "Eberhard" ist Vergangenheit. Trotzdem müssen sich am Montag noch viele mit dem heftigen Sturmtief vom Sonntag beschäftigen. Der Sturm verursachte etliche Schäden in der Region und hat wohl auch noch großen Einfluss auf den Berufsverkehr am Montagmorgen. 

Auch wenn das Gröbste vorbei sein dürfte, warnt der Deutsche Wetterdienst in unserer Region weiterhin vor Windböen mit Geschwindigkeiten bis 60 km/h. Oberhalb von 600 Meter können sogar Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis 75 km/h auftreten. 

Des Weiteren kann man oberhalb von 800 Metern wieder mit Schneefall rechnen.

Sturm deckt Dach in Burghausen ab

Das über weite Teile Bayerns ziehende Sturmtief hatte am späten Sonntagabend auch die Freiwillige Feuerwehr Burghausen gefordert. Um kurz nach 23 Uhr teilte ein Anwohner über Notruf mit, dass ein Hallendach in der Ludwig-Schön-Straße vom Wind abgedeckt worden ist und weiterhin Dachteile in die nähere Umgebung fliegen. Vor Ort eingetroffen war für die Feuerwehr, welche die Einsatzstelle nur wenige Minute nach der Alarmierung erreichte, die Schadenslage offensichtlich. Im rückwärtigen Bereich der Häuserzeile der Marktler Straße war die Isolierung eines etwa 400 Meter umfassenden Flachdaches vom Sturm abgetragen worden. 

Sturm deckt Hallendach in Burghausen ab

Am Dach finden aktuell Sanierungsarbeiten statt und die Kiesdeckschicht wurde in Vorbereitung dieser in den letzten Tagen entfernt. Dies führte dazu, dass starke Sturmböen die Folienhaut eröffnen konnten und Dämmplatten in den Hinterhof des Mehrparteienhauses schleuderten. Glücklicherweise kamen dabei keine Menschen zu Schaden. Mehrere abgestellte Pkw wurden dadurch aber beschädigt. Auch während der Sicherungsmaßnahmen durch die Feuerwehr wurden weiter Dachteile vom Wind herunter gerissen. 

Mit Hilfe eines Hubrettungsfahrzeuges wurden weitere lose Dachteile entfernt. Intakte Teile der ausgedehnten Dachfläche wurden mit eigens dafür zur Einsatzstelle geschafften Sandsäcken beschwert, um eine weitere Beschädigung und Gefährdung auszuschließen. Nach drei Stunden konnte die Einsatzstelle dem Eigentümer übergeben werden. Die Feuerwehr Burghausen war mit fünf Fahrzeugen und 23 Einsatzkräften vor Ort.

Pressemeldung Freiwillige Feuerwehr Burghausen

Sturmtief „Eberhard“: Baum erschlägt Mann

Sturm „Eberhard“ hat am Sonntag leider auch mindestens ein Todesopfer gefordert. Wie die Polizei berichtet, sei im Hochsauerlandkreis ein entwurzelter Baum auf das Auto eines Mannes gestürzt. Für den 47-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. 

große Probleme im Berufsverkehr

Die Deutsche Bahn rechnet wegen der Schäden durch Sturm „Eberhard“ auch am Montag noch mit großen Problemen im Berufsverkehr. Es sei vor allem in Nordrhein-Westfalen mit „erheblichen Beeinträchtigungen“ sowohl im Fern- als auch im Regionalverkehr zu rechnen, sagte ein Bahnsprecher am Sonntagabend. Genaue Angaben könne man erst am Montagmorgen machen. Das hänge auch davon ab, ob in der Nacht an allen Strecken die Schäden durch umgestürzte Bäume repariert werden könnten. Reisende sollten sich auf jeden Fall im Vorfeld informieren, ob ihr Zug fährt. 

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