Übergriffe auf Rettungsdienste 

Beleidigungen gegen Einsatzkräfte auch im Landkreis Rosenheim 

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Landkreis Rosenheim - Ein Vorfall in Berlin-Kreuzberg sorgte vor zwei Wochen für Schlagzeilen. Rettungssanitäter wurden im Einsatz bespuckt, mit Böllern beworfen und geschlagen. Auch in Rosenheim gibt es Übergriffe auf Sanitäter, allerdings nicht so drastisch wie in der Hauptstadt.

Es macht sprachlos, wenn man in der Presse von Übergriffen auf Rettungssanitäter und Rettungsdienste liest. Doch der Fall in Berlin scheint längst kein Einzelfall zu sein. Die Deutsche Feuerwehrgewerkschaft forderte die Regierung in diesem Zusammenhang auf, die im vergangenen Jahr verschärften Gesetze zu Angriffen auf Rettungsdienste zu verschärfen. Auch im Landkreis Rosenheim kam es bereits zu Übergriffen, allerdings meist verbaler Natur.

Ernst Schütz, Leiter des Malteser Rettungsdienstes in Rosenheim sagte gegenüber unserer Redaktion: "Es gibt Übergriffe, das sind aber meist Beleidigungen, oft in Kombination mit Alkohol. Das hält sich aber in Grenzen." Einen Anstieg in den letzten Jahren habe er nicht beobachten können.

Auch beim BRK erleben die Einsatzkräfte Ähnliches. Thomas Neugebauer, Leiter des Rettungsdienstes des BRK Rosenheim und stellvertretender Kreisgeschäftsführer schließt sich den Ausführungen seines Malteser Kollegen an. "Es ist ganz klar eine Tendenz da, dass die Übergriffe mehr werden, diese sind aber meist verbal. Das hängt auch mit dem Anspruchsdenken zusammen. Die Schwelle den Notdienst zu rufen ist niedriger geworden." Neugebauer betonte, dass die Übergriffe bei Großveranstaltungen aber nicht höher seien, als im täglichen Einsatz. Oft werde man zu Einsätzen gerufen, bei denen Drogen oder Alkohol im Spiel ist. "Da schlägt der ein oder andere schon mal um sich. Ob man das als Angriff wertet ist subjektiv und vom Mitarbeiter abhängig." Man müsse auch betonen, dass Migrationshintergrund von Patienten bei den Übergriffen keine Rolle spiele. 

Das BRK schult seine Mitarbeiter in Prävention und Deeskalation sowie im Umgang mit schwierigen Patienten. Darüber hinaus sei das Thema Eigenschutz ganz groß geschrieben. Bei Einsätzen wo Waffen im Spiel sind, gehen die Einsatzkräfte erst zum Patienten, wenn es von der Polizei freigegeben wurde. 

Großes Unverständnis kommt den Einsatzkräften des BRK von Verkehrsteilnehmern entgegen. "Das fängt an, wenn ein Stau nach einem Einsatz wieder aufgelöst wird, da muss man aufpassen, dass einem nicht die Zehen weggefahren werden und hört bei Hauseinsätzen, wo man vor der Einfahrt parkt auf."

Mehr Respekt gegenüber den Feuerwehren

Bei den Feuerwehren ist die Lage ähnlich: "Für die Feuerwehren im Landkreis Rosenheim kann ich sagen, dass die Situation eigentlich seit Jahren gleich ist", sagt Kreisbrandrat Richard Schrank im Gespräch mit rosenheim24.de. Es gebe zwar immer wieder ungehaltene Autofahrer, die sich etwa über Straßensperrungen aufregen, aber körperliche Übergriffe habe man Gott sei dank nicht. "Es gibt viel Unverständnis von Seiten der Verkehrsteilnehmer", so Schrank.

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