Wetterlage beruhigt sich

Heftige Niederschläge lassen spürbar nach - Entwarnung nach Dauerregen

Landkreis - Nach dem heißen Freitag haben sich die schwülwarmen Luftmassen am Freitagabend in einigen Gewittern entladen. In der Nacht auf Samstag, 11. Juli, hat in der Region dann vielerorts Dauerregen eingesetzt. Inzwischen kann aber Entwarnung gegeben werden. 

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Update, 17.37 Uhr - Wetterlage beruhigt sich spürbar, alle Warnungen aufgehoben

Die Niederschläge in der Region Oberbayern Süd haben in den letzten Stunden deutlich nachgelassen, vielerorts hat es überhaupt aufgehört zu regnen. Zwar ist der Himmel zumeist noch wolkenverhangen, doch von Dauerregen kann keine Rede mehr sein. 

Auch der Deutsche Wetterdienst hat die Warnstufen nahezu stündlich senken können. Inzwischen liegen für die Landkreise Mühldorf, Altötting, Berchtesgadener Land, Traunstein und Rosenheim keine Warnungen mehr vor. 

Update, 13.44 Uhr - Über 30 Einsätze in München

Auch in der Landeshauptstadt München hatten die Einsatzkräfte ab dem späten Freitagnachmittag in Sachen Gewitter einiges zu tun. Wie die Feuerwehr München auf ihrer Facebook-Seite meldete, gingen bei der Integrierten Leitstelle (ILS) ab etwa 17 Uhr die ersten Anrufe/Notrufe ein. Insgesamt mussten die Floriansjünger im Stadtgebiet 32 Einsätze leisten. Zumeist handelte es sich um vollgelaufene Keller, überschwemmte Straßen oder abgebrochene bzw. umgestürzte Bäume

Einen größeren Einsatz gab es gegen 19.15 Uhr im Stadtteil Mittersendling. Dort stürzte an einem Hang ein kompletter Baum um. Dieser musste von der Feuerwehr zunächst mit einem Kran gesichert werden, ehe dieser zerkleinert werden konnte. Dann wurde der Rest auf die oben gelegene Böschung gehoben. Insgesamt dauerte der Einsatz zwei Stunden. Verletzte gab es nach Angaben der Feuerwehr glücklicherweise keine.

Update, 12.56 Uhr - Regenwarnung für Lkr. Mühldorf aufgehoben

Die Warnung vor Dauerregen im Landkreis Mühldorf wurde seitens des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nun aufgehoben. Dagegen sind die am Morgen für die Landkreise Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land und Altötting veröffentlichten Warnungen bis auf weiteres gültig. Der DWD hat diese zunächst bis 16 Uhr "datiert". Gewarnt wird dort vor Niederschlagsmengen zwischen 30 l/m² und 45 l/m². In Staulagen können sogar Mengen bis 60 l/m² erreicht werden, hieß es.

Update, 12 Uhr - Raser präsentiert kuriose Gewitter-Ausrede

Am Freitagabend führte die Autobahnpolizei Anif im benachbarten Salzburger Land - trotz Gewitter - umfangreiche Verkehrskontrollen durch. Dabei wurden einige eklatante Verstöße festgestellt. Zunächst bemerkten die eingesetzten Beamten auf der Westautobahn (A1) bei Salzburg in Fahrtrichtung Deutschland einen weißen Kastenwagen, der mit circa 40 km/h, aber extremen Schlangenlinien über die Autobahn "kroch". Nach mehreren erfolglosen Versuchen konnte der Fahrer schließlich zum Anhalten bewegt werden. Am Kreisverkehr Salzburg-Mitte wurde der Mann schließlich kontrolliert. Der Alkoholtest bei dem Mann aus Wals (56) fiel eindeutig aus: 2,18 Promille. Der Führerschein wurde sofort sichergestellt.

Gegen 21 Uhr war ein 32-jähriger Mann aus dem Flachgau dann trotz starken Regens mit 171 km/h auf der Westautobahn unterwegs. Erlaubt waren 100 km/h. Die Polizei verfolgte den Wagen und nahm die Verstöße auf Video auf. Der Fahrer wurde schließlich bei der Ausfahrt Messe von einer Zivilstreife der Landesverkehrsabteilung gestoppt. Dort präsentierte der Raser eine abenteuerliche Ausrede: Er gab an, bei einem nahegelegenen Restaurant eine Verabredung zu haben und verspätet zu sein. Ein Führerscheinentzugsverfahren wird eingeleitet.

Und schließlich wurde am späten Abend dann auch noch auf der Innsbrucker Bundesstraße im Stadtgebiet Salzburg kontrolliert. Erlaubt sind dort 50 km/h. Es wurden insgesamt elf Verstöße festgestellt, wobei der "Spitzenreiter" mit satten 110 km/h durch die Kontrollstelle bretterte, wie die Landespolizeidirektion Salzburg mitteilte.

Dieser Raser wurde von der Polizei aus dem Verkehr gezogen.

Update, 9.55 Uhr - Blitzeinschlag auf Pferdehof - Tier tot

Während die Landkreise Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting in Sachen Unwetter diesmal glimpflich davon kamen, sah es etwas weiter nördlich nicht so gut aus. In Ottenhofen (Landkreis Erding) wurde am Freitagabend gegen 19.15 Uhr Großalarm ausgelöst, nachdem ein Blitzeinschlag in einen Pferdehof gemeldet worden war.

Zahlreiche Feuerwehren fuhren zur Einsatzstelle. Dort stellten die ersten Floriansjünger fest, dass glücklicherweise "nur" ein kleinerer Stall in Flammen geraten war. Deswegen konnten einige Einsatzfahrzeuge bereits auf der Anfahrt wieder umdrehen. Das Feuer wurde anschließend von den Wehren aus Ottenhofen und Markt Schwaben abgelöscht. Allerdings gab es leider ein tierisches Opfer zu beklagen. Ein auf dem Hof untergebrachtes Pferd erlitt durch den Blitzeinschlag einen Stromschlag und verendete neben dem Stall. Personen wurden nicht verletzt.

Warnung vor Dauerregen weiterhin gültig

Nach Aufhebung der Gewitterwarnung am Freitagabend hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) unmittelbar darauf eine Warnung vor ergiebigem Dauerregen veröffentlicht. Diese ist auch am Samstagmorgen noch gültig. Für die Landkreise Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land und Altötting wird vor Niederschlagsmengen zwischen 30 l/m² und 45 l/m² erwartet. In Staulagen können sogar bis zu 60 l/m² erreicht werden. Die Warnungen sind vorerst bis Samstag, 16 Uhr, gültig.

Für den südlichen Teil des Landkreises Mühldorf galt eine Warnung vor Niederschlagsmengen von 10 bis 20 l/m². Im Laufe der Nacht hat der DWD die Warnung dann noch einmal konkretisiert und sprach von erwarteten Niederschlagsmengen zwischen 15 l/m² und 25 l/m². Gültig ist die Warnung vorerst bis Samstag, 12 Uhr.

Gefahr zwecks Überschwemmungen dürfte jedoch keine bestehen. Laut Hochwassernachrichtendienst Bayern hatte am Samstagmorgen nicht ein einziges Gewässer in der Region einen kritischen Pegel erreicht. Auch das Unwetter dürfte diesmal glimpflich ausgegangen sein. Lediglich aus der Gemeinde Burgkirchen (Landkreis Altötting) wurde in der Nacht von der Straße zwischen Hinterberg und Eschlberg ein umgestürzter Baum gemeldet.

Vor zwei Wochen hatte es schon einmal schwere Unwetter in der Region, vor allem rund um den Chiemsee. Damals hatte es hunderte Einsätze für die Rettungskräfte gegeben. Alleine der Kreisfeuerwehrverband Traunstein sprach von rund 350 in seinem Zuständigkeitsbereich. Keller liefen damals voll, Unterführungen waren zum Teil unpassierbar. Zudem gab es jede Menge umgestürzte Bäume.

mw

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