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Nach diesen Corona-Kriterien stuft das Auswärtige Amt ein

Warum ist ganz Tirol Risikogebiet und stehen Salzburg und Oberösterreich kurz davor? 

Ein Auto überquert die Grenze nach Österreich.
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Das Auswärtige Amt hat die Region Tirol in Österreich als Risikogebiet eingestuft.

Landkreis - Das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht regelmäßig neue Risikogebiete. Auch unser Nachbarbundesland Tirol gilt als solches, trotz örtlich geringer Infektionszahlen. Nach welchen Kriterien werden Gebiete überhaupt als Risikogebiete eingestuft und warum gleich ganze Bundesländer?

Aktuell hat das Auswärtige Amt in Österreich die Bundesländer Wien, Vorarlberg mit Ausnahme der Gemeinde Mittelberg / Kleinwalsertal und das Bundesland Tirol mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz als Risikogebiet ausgewiesen. Die 7-Tages-Inzidenz unseres Nachbarbundeslades Tirol liegt laut ORF aktuell bei 75 (Stand 8. Oktober, 10.58 Uhr). Am Donnerstag wurden dort 855 Personen (exklusive der wieder Genesenen) positiv getestet. 5915 Personen sind mittlerweile wieder genesen, 109 Personen verstorben. Im Bundesland Salzburg liegt der Inzidenzwert derzeit bei 53 und in Oberösterreich bei 56. Diese Bundesländer gelten aktuell aber noch nicht als Risikogebiet.

Warum ist ganz Tirol Risikogebiet mit einer Ausnahme und Salzburg keins?

Viele stellen sich die Frage, warum im Bundesland Tirol mit der Gemeinde Jungholz eine Ausnahme gemacht wird, andere örtliche Gebiete jedoch noch als Risikogebiet gelten, obwohl sie unter dem Wert von 50 liegen? Wie zum Beispiel der Bezirk Kitzbühel mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 25. In den Gemeinden Waidring und Erl gibt es aktuell gar keine Infizierten. Hierzu heißt es auf Nachfrage von rosenheim24.de vom Auswärtigen Amt: „Das hat den Hintergrund, dass die Gemeinde Jungholz keine Verkehrsanbindung nach Tirol, sondern nur nach Deutschland hat“, so ein Sprecher. Außerdem erfolge die Ausweisung von Risikogebieten im europäischen Ausland nach der größten Verwaltungseinheit und das ist in Österreich das Bundesland. Ob irgendwann eine differenziertere Ausweisung vorgenommen werde, könne der Sprecher derzeit nicht sagen. Im außereuropäischen Ausland werde die Ausweisung nach Ländern vorgenommen.

Warum derzeit die Nachbarbundesländer Salzburg und Oberösterreich nicht als Risikogebiete eingestuft werden, obwohl sie aktuell über dem kritischen Sieben-Tage-Inzidenzwert von 50 liegen habe den Hintergrund, dass das Auswärtige Amt längerfristig betrachte. „Wir beobachten die Lage in allen Gebieten Österreichs genau. Hier geht es um langfristige Trends. Der Wert muss für mindestens sieben Tage über dem Grenzwert liegen“, so der Sprecher.

Tirol als Corona-Risikogebiet - welche Kriterien werden dafür herangezogen?

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt laut RKI nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Die Einstufung als Risikogebiet basiert auf einer zweistufigen Bewertung. Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten und Regionen es in den letzten sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gab. In einem zweiten Schritt wird nach qualitativen Kriterien festgestellt, ob für Staaten und Regionen, die den genannten Grenzwert nominell unterschreiten, dennoch die Gefahr eines erhöhten Infektionsrisikos vorliegt.

Für diesen zweiten Bewertungsschritt liefert insbesondere das Auswärtige Amt auf der Grundlage der Berichterstattung der deutschen Auslandsvertretungen sowie ggf. das Bundesministerium für Gesundheit sowie das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat qualitative Berichte zur Lage vor Ort, die auch die jeweils getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beleuchten. Maßgeblich für die Bewertung sind insbesondere die Infektionszahlen und die Art des Ausbruchs (lokal begrenzt oder flächendeckend), Testkapazitäten sowie durchgeführte Tests pro Einwohner sowie in den Staaten ergriffene Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens (Hygienebestimmungen, Kontaktnachverfolgung etc.). Ebenso wird berücksichtigt, wenn keine verlässlichen Informationen für bestimmte Staaten vorliegen.

Einreise aus einem Risikogebiet - diese Regelungen gelten

Eine Liste aller vom RKI ausgewiesenen Risikogebiete findet Ihr hier

Allgemein gilt: Wer aus einem Risikogebiet einreist und dort länger als 48 Stunden war, muss entweder einen negativen (zugelassenen) Corona-Test mitbringen oder sich sofort nach der Rückkehr testen lassen. Das Gesundheitsamt kann bis zu 14 Tage nach der Rückkehr das Vorlegen eines Tests verlangen. Wer den nicht vorlegen kann, muss eine angeordnete Testung dulden. Wer aus einem Risikogebiet einreist, muss sich sofort und ohne Umwege nach Hause in Quarantäne begeben. Diese dauert 14 Tage. Wer Symptome innerhalb der zwei Wochen bekommt, muss sich erneut bei der Kreisverwaltung melden. Berufspendler, einzelne Familienangehörige und Personen, die medizinisch bedingt einreisen müssen, sind von der Quarantäne ausgenommen. Außerdem gilt die Ausnahme für Menschen, die weniger als 48 Stunden im Risikogebiet verbracht haben und dort nicht bei einer Sportveranstaltung, Großveranstaltung, Feier, Kulturveranstaltung oder einem Konzert waren.

Reisende, die sich noch vor der Rückreise einem Corona-Test unterziehen und ein negatives Ergebnis erhalten haben, können sich bisher einer Quarantäne entziehen beziehungsweise sie vorzeitig beenden, solange sie symptomfrei bleiben. Das soll sich ab Mitte Oktober ändern. Dann soll die Quarantäne frühestens nach fünf Tagen nach der Rückkehr durch einen negativen Corona-Test beendet werden können. Bei der Rückkehr aus einem Risikogebiet kann der Corona-Test kostenfrei gemacht werden.

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