Analyse der Rosenheimer Gemeindezahlen

Welche Orte im Landkreis am stärksten Corona-belastet sind - und wo es kaum Infizierte gibt

Im Vergleich zu manchen Nachbarlandkreisen scheint das Infektionsgeschehen mit dem Coronavirus im Rosenheimer Raum recht stabil - doch zwischen den Orten gehen die Werte teils weit auseinander. Wir haben die aktuellen Gemeindezahlen analysiert.

Landkreis Rosenheim - Die Zahl aller Menschen, die aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim mit dem Coronavirus infiziert ist, stieg im Vergleich zur Vorwoche nur gering um 42 und liegt jetzt bei 1299 - das entspricht 0,4 Prozent der Bevölkerung. Die Zahlen stammen vom Landratsamt, Stand 22. April. Betrachtet man die absoluten Zahlen liegt die Stadt Rosenheim - wenig verwunderlich - an der Spitze. 292 „aktiv“ Corona-Infizierte gibt es momentan in der Stadt Rosenheim, 20 mehr als in der Vorwoche.

Corona-Virus: Gemeindezahlen für den Landkreis Rosenheim

Nach Rosenheim folgt mit weitem Abstand Bad Aibling mit 85 aktuellen Fällen. Auf den Plätzen drei, vier und fünf schließen sich Kolbermoor (72 aktuelle Fälle), Prien (66) und Wasserburg (57) an. In Prien konnten die satten Anstiege der Vorwochen gestoppt werden, die Zahl sank im Vergleich zur Vorwoche um zehn, ebenso sinkt die Zahl seit Monatsanfang auch in Kolbermoor. In Bad Aibling ging es dagegen um 15 Fälle nach oben, auch Wasserburg vermeldet schon seit Wochen stetige, leicht steigende Zahlen.

Die momentan „aktiven“ Corona-Fälle in Stadt und Landkreis Rosenheim (rechte Spalte), Stand 22. April (zum Vergrößern zoomen oder unten rechts klicken).

Was fällt außerdem auf? Bad Feilnbach machte einen großen Sprung. Die Zahl der „aktiv“ Corona-Infizierten stieg von neun auf jetzt 30. Eine Verdoppelung der Zahlen gibt es auch in Eggstätt auf jetzt zwölf und in Feldkirchen-Westerham auf 24. Auch der Wert in Gstadt stieg von zwei auf acht. Weiterhin „Corona-frei“ bleibt Frauenchiemsee. Deutlich in die andere Richtung ging es in Bernau, von 43 auf 23 Infizierte, oder in Frasdorf von 18 auf 7.

Setzt man die absoluten Zahlen aber ins Verhältnis zu den Einwohnern sticht - wie schon in der Vorwoche - Söchtenau heraus. Die 31 Infizierten machen 1,16 Prozent der Bevölkerung aus, damit ist Söchtenau der am stärksten belastete Ort im Landkreis Rosenheim. Alle anderen Orte befinden sich unter der Ein-Prozent-Schwelle. Knapp hinter Söchtenau kommt Flintsbach mit 0,99 Prozent Infizierten, gefolgt von Ramerberg (0,73 Prozent), Schonstett und Gstadt (jeweils 0,66 Prozent). Die Stadt Rosenheim liegt mit 0,46 Prozent Infiziertenanteil in etwa im Landkreis-Schnitt.

Zahlen der Todesfälle, Intensivpatienten und Geimpften

Die Fallzahl in einer Kommune lässt aber keine generellen Rückschlüsse auf die Ansteckungsgefahr vor Ort zu. Denn die Zahl sagt nichts darüber aus, wo sich eine Person mit dem Virus infiziert hat - ob im Gemeindegebiet oder nicht. Zudem sagen die Zahlen nichts über den Zusammenhang einer Ansteckung aus, also ob sich mehrere Personen beispielsweise unabhängig voneinander infiziert haben oder ob sich mehrere Personen innerhalb einer Familie infiziert haben. Als Beispiel: Kleine Gemeinden mit einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim.

Seit Beginn der Pandemie wurden 16.280 Corona-Fälle in Stadt und Landkreis Rosenheim gezählt. Als genesen gelten 14.477. In Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung sind insgesamt 504 Todesfälle in Stadt und Landkreis zu beklagen - zehn mehr als noch vor einer Woche.. 20 Patienten werden derzeit auf einer Intensivstation behandelt. Mittlerweile wurden in Stadt und Landkreis Rosenheim 58.591 Personen mit der Erstimpfung versorgt, darüber hinaus haben 21.367 Personen auch schon die Zweitimpfung erhalten.

xe

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