Landratsamt bestätigt Fälle

Wurstskandal: Ekel-Wurst auch im Landkreis Rosenheim verkauft

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Wursthersteller Wilke
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Landkreis Rosenheim - Der hessische Wursthersteller Wilke hat Ekel-Wurst überall in Bayern verkauft. Auch im Landkreis Rosenheim wurden Betriebe beliefert.

Der Wurst-Skandal um die Firma Wilke nimmt immer größere Ausmaße an. Prüfer stellten in dem hessischen Betrieb gravierende Verstöße gegen das Lebensmittelrecht fest. So seien die Kontrolleure auf einen Lagerraum gestoßen, in dem zum Verzehr untaugliches Fleisch lag, das entsorgt werden sollte. „Der Raum war gefüllt mit völlig vergammelter Ware, Schimmel, Fäulnis, Gestank. Am Boden war eine stinkende Flüssigkeit.“  

Mittlerweile wurde bereits ein drittes Todesopfer in Folge der keimbelasteten Wilke-Wurst bestätigt. Die drei Personen aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt, sollen "direkt" oder "indirekt" an der Listeriose verstorben sein. Auch in Bayern gab es drei Listeriose-Erkrankungen, die das Robert-Koch-Institut mit Hilfe von Tests zweifelsfrei mit der Wurst aus Hessen in Verbindung bringen konnte. Die Staatsanwaltschaft Kassel hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung gegen den Geschäftsführer von Wilke eingeleitet. Der Betrieb wurde geschlossen. Ein Eilantrag des Wurstproduzenten gegen die Schließung des Betriebs wurde vom Verwaltungsgericht Kassel abgelehnt.

Auch Kreis Rosenheim von Wurst-Skandal betroffen

Auf Nachfrage von rosenheim24.de bestätigte Michael Fischer, Pressesprecher des Landratsamtes Rosenheim, dass auch der Landkreis Rosenheim von dem Fall betroffen sei. 120 Betriebe im Landkreis wurden mit der belasteten Wurst beliefert. Es seien aber bereits 100 Betriebe von Lebensmittelkontrolleuren angefahren und überprüft worden. "Wir müssen auf das Eigeninteresse der Händler setzen, dass diese bei einer Rückrufaktion die Ware sofort aus den Regalen nehmen und ihre Kunden informieren, um eine Gefährdung zu vermeiden", so Fischer.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat Listen mit den betroffenen Produkten und Marken veröffentlicht:

Produktliste Wilke Rückruf Stand 9. Oktober 2019

Markenliste Wilke Rückruf Stand 11. Oktober 2019

Eine Listerien-Erkrankung äußert sich meist innerhalb von 14 Tagen nach Infektion mit Durchfall und Fieber. Insbesondere Schwangere, Senioren und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem können auch schwerere Krankheitsverläufe mit Blutvergiftung und Hirnhautentzündung entwickeln. Bei Schwangeren kann, sogar ohne Symptome, das ungeborene Kind geschädigt werden.

Personen, die betroffene Produkte verzehrt haben und schwere oder anhaltende Symptome entwickeln, sollten ärztliche Hilfe aufsuchen und ihren Arzt auf eine mögliche Listerien-Infektion hinweisen. Schwangere, die betroffene Produkte verzehrt haben, sollten sich auch ohne Symptome in ärztliche Behandlung begeben und sich beraten lassen. Für andere Personen ohne Symptome ist dies nicht sinnvoll.

Milch Rückruf - Keine Erkrankungen im Landkreis Rosenheim

Aktuell gibt es nicht nur eine Rückrufaktion für die Wilke-Wurst sondern auch für eine mit Bakterien verseuchte Milch. Das Landratsamt teilt hier gegenüber rosenheim24.de mit, dass im Landkreis Rosenheim bisher keine Erkrankungen, die mit der zurückgerufenen Milch in Verbindung stehen, bekannt geworden seien.

jb

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