COVID-19-Wochenbericht

So ist die Corona-Lage in Rosenheim und dem Landkreis

Corona-Teströhrchen
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Corona-Test (Symbolbild).

Landkreis Rosenheim - Der vorliegende Lagebericht soll die aktuelle Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim zu Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) widerspiegeln. Die Daten beruhen auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz bis zum 3. Dezember 24 Uhr. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

Aktuelle Lage:

Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim weist darauf hin, dass am 6. November in der Stadt und am 9. November auch im Landkreis Rosenheim die Schwelle von 300 in der 7-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen) überschritten war. Dies stellte bislang den Höhepunkt des Fallaufkommens dar. Nach diesem Scheitelpunkt waren die Werte der 7-Tages-Inzidenz in Stadt und Landkreis rückläufig und haben sich auf hohem Niveau stabilisiert. In der Stadt bewegt sich der Wert derzeit um 250 und lag am 3. Dezember bei 242,3 und im Landkreis wurde die 200-er Marke seit dem 30. November unterschritten und liegt aktuell bei 171,4.

Aktuell werden dem Gesundheitsamt Rosenheim täglich zwischen 100 und 130 neue Fälle gemeldet. Somit konnten die Beschränkungsmaßnahmen der Staatsregierung mit dem Teil-Lockdown in der Region Rosenheim das Infektionsgeschehen nicht wie erhofft auf ein niedriges Niveau abbremsen. Infektionsübertragungen ereignen sich überwiegend im privaten Umfeld. Fälle und Folgefälle ereignen sich auch in Schulen. Eine besondere Bedeutung haben auch Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen sowie Asylbewerberunterkünften. Es kommt aber auch vereinzelt zu Superspreading-Ereignissen zum Beispiel durch private Feiern.

Zunehmend fällt es schwerer, die Quelle einer Ansteckung zu ermitteln und die Infektionsketten nachzuverfolgen. Trotz der hohen täglich gemeldeten Fallzahlen kann das Gesundheitsamt Rosenheim durch enorme Kraftanstrengung die Fälle weiterhin tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anordnen. Auch die engen Kontaktpersonen können zeitnah kontaktiert und ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet werden. Dies ist insbesondere dem großen Einsatz der Unterstützungskräfte der Bundeswehr zu verdanken. Das Personal des Gesundheitsamtes wurde in der Vergangenheit deutlich aufgestockt und wird auch durch Soldaten der Bundeswehr und Polizeibeamte unterstützt, um die Infektionsschutzmaßnahmen leisten zu können.

„Trotz der ergriffenen Infektionsschutzmaßnahmen verharrt das Infektionsgeschehen in der Region bislang auf einem hohen Niveau und konnte nicht wie erhofft deutlich abgebremst werden. Aktuell werden täglich über 100 Personen in Stadt und Landkreis positiv gemeldet. Das sind zu viele Fälle, um das Infektionsgeschehen wirkungsvoll eindämmen zu können. Seit Mitte Oktober haben wir auch wieder vereinzelte Todesfälle an und mit einer COVID-Infektion zu beklagen. Nach wie vor sehe ich die Situation sehr kritisch. Insbesondere die Zahl der Ausbrüche in den medizinischen Einrichtungen wie Kliniken und Heimen bereitet uns Sorgen“, mahnt Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim.

„Es steht zu befürchten, dass durch die Ausbruchsgeschehen zunehmend betagte Personen sowie Patienten oder Bewohner mit Grunderkrankungen und geschwächtem Immunsystem erkranken mit der Folge schwerer Krankheitsverläufe und von Todesfällen. Erste Hinweise darauf sind die gestiegenen Behandlungszahlen auf den Normalstationen aber gerade auch auf den Intensivstationen in den Kliniken der Region. Das Gesundheitsamt stemmt sich mit allen Unterstützungskräften weiterhin mit aller Macht gegen diese zweite Welle und versucht, durch deutliche Aufstockung des Personals ein Wiederaufflammen der unkontrollierten Ausbreitung in der Region zu verhindern. Wir hoffen, dass die von der Bayerischen Staatsregierung beschlossenen Beschränkungsmaßnahmen doch noch eine deutlichere Wirkung entfalten werden. Wir müssen zwingend eine Überlastung der Krankenhäuser in unserer Region vermeiden. Das gelingt aber nur, wenn sich alle Bürgerinnen und Bürger streng an die Hygieneregeln halten“, mahnt Hierl.

„Grundsätzlich lassen sich auch jetzt noch Infektionsübertragungen im privaten Umfeld durch einfache Mittel verhindern: Ich appelliere daher eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, sich sowohl zu Hause als auch am Arbeitsplatz und in der Freizeit verantwortungsvoll an die AHA+L-Regeln, das sind das Abstandsgebot von mindestens 1,50 Metern, die Hygienemaßnahmen mit Husten- und Niesregeln sowie regelmäßigem Händewaschen und die Verwendung von Alltagsmasken, einzuhalten zum Schutz unserer Gesundheit. Auch der gemeinsame Aufenthalt in geschlossenen Räumen über 30 Minuten kann im Einzelfall bei Aerosolbildung zu Übertragungen führen. Hier ist auf regelmäßiges und ausreichendes Lüften zu achten“, so Hierl.

Fallzahlenentwicklung:

Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 26. November 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 602 neue Fälle (Vorwoche 748) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 8.464 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 6.628, Stadt: 1.836). Mittlerweile wurde bei mindestens 5.996 Personen (Vorwoche 5300) eine Genesung dokumentiert. 269 Personen (Vorwoche 251) sind bis zu diesem Zeitpunkt an und mit der Erkrankung gestorben (Landkreis: 244, Stadt: 25). Von den Verstorbenen waren 9 (Vorwoche 7) Personen unter 60 Jahren. 177 (Vorwoche 164) Verstorbene waren über 80 Jahre alt. 75 (Vorwoche 70) COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 11 Patienten (Vorwoche 8) auf einer Intensivstation.

Die 7-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand 4.Dezember (0:00 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 242,33, für den Landkreis Rosenheim bei 171,43.

Verteilung der Gesamtzahl der Fälle und der Genesenen auf die Gemeinde:

Bei der berichteten Verteilung der Fälle auf die Gemeinden kann es durch festgestellte Ausbrüche z.B. in Pflegeeinrichtung zu einer deutlich höheren Fallzahl kommen als in umliegenden Gemeinden. Im Rahmen von Reihenuntersuchungen werden hier Fälle entdeckt, die in anderen Gebieten nicht entdeckt wurden, so dass die Fallzahlen kein Abbild der Erkrankungen in der Bevölkerung darstellen. Hierbei werden auch Personen positiv getestet, die einen Verlauf ohne Symptome zeigen. Zusätzlich kann das Testverhalten zu regionalen Unterschieden führen.

Deshalb kann man im Moment keine Rückschlüsse auf eine höhere oder niedrigere Gefahr in den unterschiedlichen Gemeinden ziehen. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

* Bei einer Fallzahl kleiner 5 erfolgt aus Datenschutzgründen keine Auswertung der Genesenen.

GemeindeFälleGenesene
Albaching5741
Amerang5343
Aschau im Chiemgau180135
Babensham7552
Bad Aibling518386
Bad Endorf164120
Bad Feilnbach303238
Bernau am Chiemsee199151
Brannenburg14293
Breitbrunn am Chiemsee3929
Bruckmühl292200
Chiemsee2*
Edling12097
Eggstätt12078
Eiselfing5345
Feldkirchen-Westerham193127
Flintsbach am Inn9457
Frasdorf5039
Griesstätt6843
Großkarolinenfeld160105
Gstadt am Chiemsee179
Halfing7151
Höslwang4229
Kiefersfelden263170
Kolbermoor503361
Neubeuern7457
Nußdorf am Inn11791
Oberaudorf179110
Pfaffing7251
Prien am Chiemsee236175
Prutting7144
Ramerberg2621
Raubling296207
Riedering197144
Rimsting6053
Rohrdorf am Inn191125
Rosenheim18361307
Rott am Inn5945
Samerberg12266
Schechen190110
Schonstett197
Söchtenau10769
Soyen7456
Stephanskirchen228164
Tuntenhausen13088
Vogtareuth4636
Wasserburg am Inn315246

Pressemitteilung des Landratsamtes Rosenheim

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