Lange Diskussion, keine Entscheidung

Großkarolinenfeld – Zwei Ortsbesichtigungen und eine zweistündige Diskussion absolvierten die Großkarolinenfelder Gemeinderäte. Doch es ist keine Entscheidung über den Jugendtreff-Standort gefallen.

Doch um es vorweg zu nehmen: Auch in der jüngsten Sitzung ist keine Entscheidung über einen Jugendtreff-Standort gefallen. Vielmehr soll jetzt die Schülermitverwaltung (SMV) der Max-Joseph-Schule (MJS) verstärkt in die Thematik miteingebunden werden.


Auch Mütter, Jugendliche und Sozialpädagogin Sabine Weigl waren zur Ortsbesichtigung des ehemaligen "Pumphäuschens" in Großkarolinenfeld gekommen. Der Gemeinderat wollte sich ein Bild darüber machen, ob dieser Standort als Übergangslösung für einen Jugendtreff in Frage käme.

Als zweite Station besichtigte das Gremium das Obergeschoss des ehemaligen Jugendtreffs im "alten Feuerwehrhaus" sowie die angrenzende Doppelgarage. "Dieser Standort würde uns sehr gut gefallen", sagten die Jugendlichen über das Obergeschoss im alten Feuerwehrhaus. Nach der Ortsbesichtigung ging es in der Gemeinderatssitzung rund. Jugendbeauftragte Irmi Huber musste gute Nerven beweisen. Denn immer wieder drehte sich die Diskussion im Kreis.


Einig war man sich darüber, dass das Pumphaus als Standort ausscheide. "Ich bin überrascht, dass der ehemalige Jugendtreff überhaupt als Möglichkeit hinzugezogen wird, da dieser Standort nach wie vor problembehaftet ist. Hier ist Ärger mit der Nachbarschaft vorprogrammiert", glaubte Dritter Bürgermeister Paul Hofmann (PLW).

Diesem Argument musste Jugendbeauftragte Irmi Huber zustimmen. Doch eine Ideallösung gebe es nicht. Zweite Bürgermeisterin Lilo Wallner (CSU) brachte erneut den Bahnhof als optimale Lösung mit ins Gespräch. Auch Sepp Lausch (CSU) favorisierte den Bahnhof-Standort, da im alten Feuerwehrhaus die Brandschutzproblematik im ersten Stock gegeben sei. Fessler erinnerte daran, dass für eine derartige Nutzung des Bahnhofgebäudes keine Genehmigung vorliege und sich Verhandlungen mit der Bahn erfahrungsgemäß lange hinziehen würden.

Nach Sepp Lauschs Meinung käme als Provisorium eher die besichtigte Doppelgarage in Frage. Hier seien angrenzend Toiletten vorhanden und die Garage sei nach Osten ausgerichtet, was für die Nachbarschaft in Bezug auf Lärmbelästigung von Vorteil wäre. Johann Riedl (GBV) und Wiltrud Rothmayer (Bündnis 90/Die Grünen) plädierten für die in der vorherigen Sitzung diskutierte Containerlösung.

Fessler informierte das Gremium darüber, dass er vor Kurzem zum Klassensprecherseminar der Max-Joseph-Schule eingeladen worden sei. Dabei kam die Idee auf, über die SMV der Schule die Jugendlichen verstärkt auch in Bezug auf die Standortsuche für einen Jugendtreff mit einzubinden. Denkbar wäre sogar, eine Art "Jugendparlament" ins Leben zu rufen.

"Nicht ein solches Parlament sollte heute Thema sein, sondern dass wir mit dem Jugendtreff weiter kommen", betonte Johann Riedl. Irmi Huber warf ein, dass es nicht nur um die Schüler der MJS gehe, sondern auch um andere Jugendliche. Emil Maier (SPD) erinnerte daran, dass seine Fraktion schon "seit vielen Wahlperioden ein Jugendparlament fordert".

Als Bürgermeister Bernd Fessler über seinen Beschlussvorschlag abstimmen wollte, in dem es hauptsächlich darum ging, die Jugendlichen künftig in Entscheidungen mehr mit einzubinden, meldete sich Roman Hörfurter (PLW) zu Wort. Er hatte sich für die vergangene Sitzung die Mühe gemacht, die Möglichkeit einer standort- unabhängigen Modullösung aufzuzeigen.

"Jetzt werden heute die Argumente hin und her geschoben und mein Vorschlag in Bezug auf eine schnell realisierbare Modullösung ist völlig untergegangen. In dem Beschluss steht wieder nichts Konkretes drin", betonte Hörfurter.

Fessler argumentierte, dass die Akzeptanz eines Jugendtreffs viel größer sei, wenn die Jugendlichen bereits bei der Standortfrage ein Mitspracherecht hätten. Schließlich erging folgender Beschluss: Das Pumphaus kommt als Standort nicht in Frage. Vielmehr sollte eine Übergangslösung zentral im Ort entstehen.

Außerdem sollen erarbeitete Bestrebungen der MJS-SMV hinsichtlich der Errichtung und des Betriebs eines Jugendtreffs "positiv bewertet werden".

Neben einer "idealen Lösung, deren Finanzierung in nächster Zeit problematisch sein könnte", wird nach alternativen Übergangslösungen für einen Jugendtreff wie etwa in einem Containermodul, im Bahnhof, im ehemaligen Jugendtreff, in der Doppelgarage oder in einem alten Bauwagen gesucht. Dabei soll die SMV mit einbezogen werden. Ideal wäre, wenn sich diese schulübergreifend gegenüber anderen Jugendlichen öffnen würde und beispielsweise ein Jugendbeirat zustände käme. Für die von der Jugend favorisierten Standortlösungen werde die Gemeinde Kosten ermitteln und diese auf Wunsch von Marga Knorek (GBV) dem Gremium vorlegen.

dli/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare