Linden am Brunnen müssen weg

Neubeuern - Die beiden Linden nahe beim Brunnen gehören in Neubeuern zum vertrauten Bild am Marktplatz. Viele Gemeindebürger bedauern deshalb, dass diese Bäume nun gefällt werden sollen.

Beide sind zum Sicherheitsrisiko geworden, weil sie krank sind. Der Gemeinderat legte jetzt die Ersatzpflanzung fest.

Nach langen Diskussionen hatte der Rat im Vorjahr den Beschluss gefasst, die beiden Linden aus Sicherheitsgründen fällen zu lassen. Einer der Bäume ist krank und deshalb zum Risiko geworden. Auch die andere Linde ist nicht mehr ganz in Ordnung. Harald Lorenz, Gartenfachberater beim Landratsamt Rosenheim, erläuterte den Gemeinderäten in der jüngsten Sitzung persönlich, warum er die Fällung für dringend geboten hält:

Die Gemeinde habe die Sicherungspflicht und stehe in der Verantwortung, wenn einmal von Sachverständigen festgestellt ist, dass Bäume als bedenklich einzustufen sind, so Lorenz. Er schlägt die Pflanzung von zwei Oxelbeerbäumen als Ersatz vor, denn diese kommen mit der Situation auf einem weitgehend gepflasterten Marktplatz besser zurecht als Linden. Linden sind Auwaldbäume und leiden an Plätzen wie hier unter der Strahlungshitze von Pflaster und umliegenden Häusern.

Dr. Michael Gierlinger beantragte, die umstrittene Entscheidung zur Fußgängerzone am Hofwirtsbichl nicht unter Zeitdruck zu fällen. Die Gemeinde solle das Gespräch mit den Gewerbetreibenden, die sich zur Interessengemeinschaft "Marktplatz" zusammengeschlossen haben, abwarten und dann in Ruhe entscheiden, ob die sogenannte kleine Fußgängerzone zur dauerhaften Einrichtung werden soll.

Nachdem Erster Bürgermeister Josef Trost erklärte, er werde ein Gespräch mit den Gewerbetreibenden führen, obwohl diese zu einer bereits stattgefundenen Diskussionsveranstaltung zu diesem Thema nicht erschienen seien (wir berichteten), verzichtete Gierlinger auf eine Beschlussfassung zu seinem Antrag.

Gegen drei Stimmen wurde die Ersatzpflanzung von zwei Oxelbeerbäume beschlossen. Auf Empfehlung von Gemeinderätin zur Hörst wird das gefällte Lindenholz zur künstlerischen Bearbeitung an Neubeurer Künstler übergeben.

Zugestimmt wurde dem Bauantrag von Johann Wiesböck auf Errichtung eines Doppelhauses am Sesslweg. Mit diesem Bau hat sich der Gemeinderat bereits im Mai und Juni dieses Jahres im Rahmen einer Bauvoranfrage beschäftigt. Der nun vorgelegte Antrag entspricht den vom Gemeinderat vorgegebenen Wünschen und Anregungen. Die erforderliche Ausnahme von der Ergänzungssatzung des Ortsteils Neuwöhr wurde erteilt.

Zurückgestellt wurde der Antrag von Wolfgang Scherer zum Einbau einer Betriebsleiterwohnung in das bestehende landwirtschaftliche Anwesen, Lippnstraße 1, und Umnutzung der bisherigen Betriebsleiterwohnung als Altenteilwohnung. Auf Anregung von Zweitem Bürgermeister Johann Schmid soll bis zur nächsten Sitzung mit dem Landratsamt abgeklärt werden, wie viele Wohneinheiten in diesem landwirtschaftlichen Anwesen privilegiert sind, denn nach seiner Information wurde bereits das Dachgeschoss ohne Genehmigung teilweise ausgebaut.

Zustimmung fand der Antrag von Josef Stuffer auf Neubau einer Rinderstallung zur artgerechten Tierhaltung und Errichtung einer Güllegrube im Ortsteil Saxenkam. Die Gemeinderäte Franz Steinkirchner, Martin Fritz und Alois Holzmaier empfehlen dem Bauwerber, den Güllebehälter mit einem Deckel zu versehen. Dem widerspricht Josef Paul, der als Landwirt der Ansicht ist, man könne von Landwirten diese teure Investition nicht verlangen, zumal eine Güllegrubenabdeckung nicht wesentlich zu einer Verminderung der Geruchsbildung beitrage. Der Hauptanteil bei der Geruchsbildung entsteht bei der Entleerung der Grube.

Abschließend teilte der Erste Bürgermeister noch mit, dass die örtliche Schule seit Schulbeginn einen neuen Rektor, Herrn Kessler, hat. Die offizielle Begrüßung hat bereits stattgefunden. Auch legt Bürgermeister Josef Trost Wert auf die Feststellung, die Gemeinde habe vor der Herstellung der vier Filmbeiträge des Bayerischen Fernsehens über Neubeuern keinen Einfluss auf den Inhalt gehabt.

gil/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © dpa

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