99 Luftballons gegen Brenner-Nordzulauf

Ballonkette und Mahnfeuer zeigen Ausmaße der geplanten Bahntrasse

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Die notwendige Hochtrasse zur Überquerung des Inns bei Langenpfunzen zeigt deutlich wie brutal die neue Bahntrasse die Rosenheimer Landschaft zerstören wird

Rosenheim Land - Langenpfunzen - Die Bürgerinitiative Brennerdialog e. V. errichtet am 11. Januar ab 15 Uhr eine Ballonkette entlang der geplanten Trasse des Brenner-Nordzulaufs, um die aus ihrer Warte befürchteten Auswirkungen der kilometerlangen, dort voraussichtlich als Hochtrasse ausgeführten, Strecke sichtbar zu machen.

Viele Menschen stellen sich unter einen neuen Bahntrasse zwei kleine, harmlose Gleise vor. Aber die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke besteht nach Befürchtungen der Bürgerinitiativen voraussichtlich aus Hochtrassen, Brückenbauwerken, Überbauungen und bis zu 50 Meter breiten Schneisen, die die Landschaft wie eine Autobahn zerschneiden. 

„99 Luftballons“ – das war 1983 nicht nur ein heißer Schlager von Nena, sondern der Auftakt der Bürgerinitiativen von Rosenheim und Großkarolinenfeld für eine Ballonaktion. Durch große Luftballons wird sichtbar gemacht, in welchem Ausmaß die geplante "blaue Trasse", nach Befürchtungen der Bürgerinitiativen, die Landschaft zerstören wird. Man wird nicht nur den Verlauf der Trasse erkennen, sondern auch wie hoch die Bahntrasse sein muss, um den Höhenunterschied zwischen Ostermünchen und dem Inn auszugleichen. Diese Hochtrasse ist, nach Befürchtungen der Bürgerinitiativen, technisch erforderlich, um das Gefälle und die Kurvenradien zu begrenzen, damit Hochgeschwindigkeitszüge und Güterzüge diese Strecke nutzen können.

Auch den folgenden Teil des Songs von Nena nutzen die Bürgerinitiativen für ihre Argumentation: „99 Kriegsminister […] hielten sich für schlaue Leute. Witterten schon fette Beute“. Damit das Inntal und das Rosenheimer Land aus Sicht der Bürgerinitiativen nicht zur „Beute“ des Verkehrsministers, der DB, der Planer und Baufirmen werden, laden sie alle interessierten Bürger zu Ballonaktion, Mahnfeuer und Informationen ein. 

Vorträge von Thomas Riedrich (Vorstand Brennerdialog) und Rainer Auer (Bürgermeister Stephanskirchen und Landratskandidat Rosenheim) bringen Fakten, die nach ihrer Darstellung, von der DB und der Politik immer wieder verschwiegen und verleugnet werden.

Die Studie „Railmap 2030“ zeigt deutlich, dass der nördliche Brennerzulauf kein Engpass ist

Hierzu gehört auch die Tatsache, dass durch eine Modernisierung der bestehenden Strecke der gesamte Zugverkehr zum Brenner-Basistunnel ohne Probleme aufgenommen werden kann. Es gibt keinen Engpass – das zeigen objektive und neutrale Informationen, beispielsweise die Studie „ Railmap 2030 - Bahnpolitische Weichenstellungen für die Verkehrswende ".

Die Modernisierung bringt den Anwohnern der Bestandsstrecke gleichzeitig auch einen besseren Schallschutz und die Beseitigung von Bahnübergängen mit Schranken. Damit es im Inntal kein zweites „Stuttgart 21“ gibt und der gesunde Menschenverstand über Wunschszenarien der Politik siegt, braucht es aus Sicht der Bürgerinitiativen den deutlichen Widerstand engagierter Bürger. Das Mahnfeuer am Kreisel ist der Auftakt für weitere private Mahnfeuer entlang der geplanten Trasse.

Zeit: Samstag 11. Januar 2020 ab 15 Uhr 

Ort: Kreisel B15 bei Langenpfunzen 

Organisation: Brennerdialog Rosenheimer Land e. V., Ortsgruppen Rosenheim Nord und Großkarolinenfeld

Quelle: Presseinformation Brennerdialog Rosenheimer Land e. V.

Klaus Kubitza

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