Trauerfeier im kleinen Kreis

Magier Siegfried Fischbacher aus Rosenheim: Gedenkgottesdienst mit Familie und Freunden

Ein großes Porträtfoto von Siegfried Fischbacher: Um dem Verstorbenen zu gedenken, feiern Freunde und Familie in der Rosenheimer St.-Nikolaus-Kirche am 22. Januar einen Trauergottesdienst.
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Ein großes Porträtfoto von Siegfried Fischbacher: Um dem Verstorbenen zu gedenken, feiern Freunde und Familie in der Rosenheimer St.-Nikolaus-Kirche am 22. Januar einen Trauergottesdienst.

Er war ein Weltstar, verzauberte in der Glitzermetropole Las Vegas – und blieb dennoch in seinem Herzen stets ein Rosenheimer: Magier Siegfried Fischbacher (81), der am 13. Januar verstorben ist. Sein Neffe Marinus Fischbacher gewährt exklusiv einen Einblick ins Familienalbum: So war der Weltstar privat.

Update 22. Juni, 9 Uhr

Rosenheim - Heute um 10 Uhr beginnt in der Rosenheimer St-Nikolaus-Kirche der Gedenkgottesdienst für den am 13. Januar  an den Folgen einer Krebserkrankung verstorbenen Siegfried Fischbacher. Eine begrenzte Anzahl Teilnehmern – darunter Freunde und Weggefährten - hat dort die Gelegenheit, sich vom Star-Magier aus Rosenheim zu verabschieden. Die Predigt zum Abschied von Siegfried Fischbacher hält die Gemeindereferentin Hannelore Maurer.

Wir berichten im Nachgang von der Trauerfeier mit Stimmen von Weggefährten Fischbachers.

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Der Artikel vom 21. Juni

Rosenheim – Magier Siegfried Fischbacher (81) ist am 13. Januar in seiner Wahlheimat Las Vegas seinem Krebsleiden erlegen. In Rosenheim bleibt er, der zusammen mit seinem Partner als „Siegfried & Roy“ Weltkarriere machte, unvergessen. Zu seinen größten Fans, von klein an, zählt sein Neffe Marinus Fischbacher (66), der seinen Onkel immer wieder in den USA besucht und über all die Jahre begleitet hat. Und der Blick ins Familienalbum, den der Neffe den OVB-Heimatzeitungen exklusiv gewährte, verrät: Der Magier ist trotz allen Weltruhms seiner Heimat und insbesondere seiner Familie eng verbunden gewesen.

Siegfried Fischbacher,wie er sich selbst gerne in Szene setzte. Eine Raubkatze darf da nicht fehlen.

Das Elternhaus in der Kastenau

Betritt man das stattliche Einfamilienhaus von Marinus Fischbacher im Rosenheimer Stadtteil Kastenau, taucht man sogleich ein in die Welt der Magier „Siegfried & Roy“: Bilder über Bilder schmücken die Wände, Poster, teils eingelassen in opulente goldene Rahmen, erinnern an Shows und Auftritte. Und sie erzählen Geschichten, viele Geschichten – ebenso wie das Haus selbst, das Elternhaus des Zauberkünstlers (Jahrgang 1939), der hier in der Kastenau in den 1940er-Jahren zusammen mit seinem älteren Bruder Marinus (1935) und Schwester Margot, heute bekannt als Ordensschwester Dolore (1942), aufgewachsen ist.

Bilder erinnern im Haus von Marinus Fischbacher an den berühmten Onkel.Schlecker

Hier begann Siegfried zu zaubern

Hier, in diesem Haus, verkroch sich Siegfried im Alter von acht Jahren mit einem Zauberbuch, das er mit einem am Straßenrand gefundenen 5-Mark-Stück gekauft hatte, in seinem Zimmer. Und dort übte er: mit Karten, Geldstücken, dem Verschwinden lassen von Kugeln. Schon nach kurzer Zeit sorgte er bei seinen Eltern und Geschwistern für Staunen, ebenso bei Freunden und Weggefährten. „Der Siegfried, der hat schon immer gezaubert“, erinnern sich viele Kastenauer.

Die Welt der Magie, des Theaters und der Bühne faszinierte Siegfried – und kaum hatte er die Lehrzeit beendet, verließ er Rosenheim. Verzauberte erst Hotelgäste am Gardasee (1956), dann Touristen auf Kreuzfahrtschiffen – und lernte auf einer dieser Fahrten Roy Horn kennen: die Geburtsstunde von Siegfried & Roy.

Mit Gepard Chico in Rosenheim

Gemeinsam tourten sie durch Deutschland, legten Auftritt nach Auftritt hin – und kehrten immer wieder in die Kastenau zurück. „Sie waren damals mit einem Wohnwagen unterwegs“, erinnert sich Neffe Marinus an die Besuche. Etwa an den Zwischenstopp Mitte der 1960er-Jahre auf dem Weg nach Monte Carlo, als die beiden Magier gut eine Woche in Siegfrieds Heimat verbrachten – mit dabei: Gepard Chico, der Star in ihren ersten Shows.

Der Beginn einer großen Karriere: Das Magierduo Siegfried und Roy mit dem Gepard Chico.

Als der Gepard im Wald verschwand

Und weil Chico quasi zur Familie gehörte, wurde er auch wie ein Haustier behandelt – und bekam seinen Auslauf. Eines Tages allerdings mit kuriosem Ausgang: Siegfried, so erinnert sich sein Neffe, sei mit seiner Schwester Margot und dem Geparden, fein säuberlich angeleint, zum Spaziergang aufgebrochen, in den nahen Kastenauer Wald. „Dort hat er ihn kurz von der Leine gelassen und plötzlich war Chico weg“, erzählt Marinus Fischbacher. Sein Onkel habe daraufhin die Polizei verständigt und die Beamten schließlich angewiesen, die Heckklappe ihres Wagens zu öffnen. „Wenig später kam Chico aus dem Wald und sprang ins Auto, denn das kannte er von zuhause, wenn zu den Shows aufgebrochen wurde.“

Familie von Magier Siegfried Fischbacher: Neffe Marinus (66, rechts) und dessen Sohn, ebenfalls Marinus (26).

Auch ansonsten, erinnert sich der Neffe, war Chico höchst unkompliziert: Untertags sei der Gepard im Garten der Fischbachers am Apfelbaum angeleint gewesen – „wobei er manchmal ganz schön gefaucht hat, wenn man vorbeikam.“ Nachts sei Chico dann im Keller untergebracht gewesen, genauer gesagt im Pinsellager der Fischbachers – der Vater hatte einen Malerbetrieb –, das mit einem Holzverschlag versehen war.

Weiße Tiger in der Kastenau

Doch Gepard Chico war nicht der einzige exotische Gast, den die Magier in die Kastenau mitbrachten: Anfang der 1990er-Jahre, zur umjubelten Präsentation ihrer Biografie in Rosenheim, hatten sie zwei ihrer weißen Tigerbabys mit dabei.

Beim Spaziergang durch die Straßen

Und stets, hier decken sich die Erinnerungen des Neffen mit den Erzählungen vieler Kastenauer, sei Siegfried ohne jegliche Starallüren durch die Straßen geschlendert, ob bei einem Spaziergang mit Ratsch am Gartenzaun oder beim Einkauf im Getränkemarkt. Unvergessen auch, als er urplötzlich in eine Theaterprobe im Pfarrheim geplatzt ist, wo er in Jugendjahren selbst auf der Bühne gestanden hatte.

Erinnerungen im Elternhaus

Eng war die Verbindung stets zu seiner Familie, allen voran zu seinem Neffen Marinus, der oftmals viele Wochen im Jahr in Las Vegas verbrachte – und beim gemeinsamen Abendessen so manchen Star kennenlernte. Unzählige Bilder an Begegnungen mit Weltstars, angefangen von Michael Jackson bis hin zu Arnold Schwarzenegger, erinnern auch heute noch im Hause Fischbacher an die glanzvolle Karriere des Onkels. Von einigen, überlegt der Neffe, sich möglicherweise zu trennen: Wenn in Rosenheim eine Gedenkstätte für den Magier eingerichtet wird, würde er das Seinige dazu beisteuern.

Am Freitag, 22. Januar, wird um 10 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus des verstorbenen Magiers in einem Gottesdienst gedacht (begrenzte Zahl an Plätzen). Wir berichten.

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