Bürgermeister hat bereits mit Mehrzahl der Anlieger gesprochen - Auer: "Ich bin zuversichtlich"

Mammutprojekt scheint realisierbar

Stephanskirchen - Hohe Kosten und umstrittene Lage: Der geplante Ausbau der Innleitenstraße und des Mühlthalweges stellen ein Mammutprojekt dar.

Zwei Kilometer Länge, Kosten von über einer Million Euro, eine sensible Lage im Landschafts-Schutzgebiet: Der geplante Ausbau der Innleitenstraße und des Mühlthalweges in Stephanskirchen stellen ein Mammutprojekt dar. Bürgermeister Rainer Auer ist aber "zuversichtlich", dass es zu einem positiven Ergebnis kommen kann.


Die Realisierung ist eng mit erfolgreichen Grunderwerbsverhandlungen verbunden. Mit der großen Mehrzahl der 20 Anlieger hat Bürgermeister Auer in den vergangenen Wochen um den Grund für einen Ausbau mit Banketten und Ausweichen für den Begegnungsverkehr verhandelt, teilte er auf Anfrage unserer Zeitung weiter mit.

Die Innleitenstraße ist als Gemeindeverbindung zwar überwiegend im Eigentum der Kommune, durch die geplante Entwässerungsmulde ist jedoch ein Grunderwerb notwendig. Der Mühlthalweg ist als öffentlicher Feld- und Waldweg gewidmet und befindet sich komplett im Privateigentum.


Der Ausbau der beiden Straßen war für den Fall versprochen worden, dass eine Einigung zum Lieferverkehr des Abfüllbetriebes St. Leonhardsquelle erreicht wird. Dies ist vor zwei Jahren vor Gericht mit einem Vergleich gelungen: Die Lkw fahren - gesteuert über eine Ampel - über Haidbichl an und ab, was nach Informationen von Auer in der Regel funktioniert.

Die Innleitenstraße und der Mühlthalweg haben durch den Schwerlastverkehr in den vergangenen Jahren jedoch stark gelitten. Hangabrutsche, Frostaufbrüche und Entwässerungsprobleme haben den Straßen zugesetzt. Eine Sanierung ist dringend vonnöten.

Trotzdem stellt die Maßnahme eine Herausforderung dar: Denn eine zu gut ausgebaute Straße könnte mehr Verkehr anlocken. Auch Naturschützer sehen Gefahren im Ausbau, denn die Straßen liegen in einem der wertvollsten Landschaftsräume am Inn - mit Auenwald, Quellen, Feuchtwiesen, altem Baumbestand, Fischzucht und Parkanlagen des Gillitzer Schlösschens.

Die Allee zu Beginn der Straße ist ebenso ein beliebtes Ausflugsziel für Erholungssuchende wie der Inndamm. Der Gemeinderat hatte deshalb bereits in einem Grundsatzbeschluss einen "naturverträglichen Ausbau" festschreiben lassen.

Die Anlieger lehnen außerdem unisono einen Anschluss ihrer Grundstücke an das zentrale Kanalnetz ab, teilt Auer als Ergebnis seiner bisherigen Gespräche mit den Anliegern mit. Ein Anschluss wäre im Rahmen der Straßenbau-Maßnahmen technisch zwar möglich gewesen. Doch der Bürgermeister verspricht: "Wenn ein Kanal nicht gewünscht wird, kommt er auch nicht."

Dafür aber der Straßenausbau, wenn die Grundverhandlungen auch beim Gang zum Notar ein positives Ende finden. Die Details des Ausbaus muss danach der Gemeinderat festlegen. Eins steht fest: Es bleibt bei der Breite von 3,50 Metern, die sich immer nur dann vergrößern wird, wenn Ausweichen entstehen. Ihre Anzahl soll so klein wie möglich gehalten werden.

duc/Oberbayerisches Volksblatt

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