Marquartstein

Mehrzweckgebäude für Marquartstein

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Marquartstein

Die Gemeinde Marquartstein ist schuldenfrei. Sie ist in der Lage, neue Projekte anzugehen. Und sie zieht ein neues großes Projekt in Erwägung: Sie will ein Mehrzweckgebäude im Zentrum bauen. Der Standort ist noch umstritten.

Der Standort ist noch umstritten. Geld hat der Gemeinderat schon einmal bereitgestellt: Das Gremium hat am Montagabend den Haushalt für 2009 verabschiedet und auch Ausgaben für das Mehrzweckgebäude in Höhe von 480000 Euro eingeplant.

Breite Zustimmung fand in der Gemeinderatssitzung der Antrag der Fraktion CSU und Freie Wähler auf Errichtung eines Mehrzweckgebäudes. Die Antragsteller möchten Räumlichkeiten für Vereine, Verbände und Jugendliche schaffen. Insbesondere komme der Bau eines solchen Gebäudes der Musikkapelle und der Jugend zugute. Weitere Vorschläge gingen ein, eventuell die «Achentaler Tafel», die bisher den Keller des Rathauses nutzt, umzuquartieren oder auch das Erdgeschoss behinderten- und rollstuhlgerecht für einen Seniorentreff zu gestalten.

Der geplante Standort - das Auerbräugrundstück neben der Kirche - stieß nur bedingt auf positive Resonanz. Die Überparteiliche Wählergemeinschaft (ÜW) machte deutlich, dass zunächst die Mehrfachnutzung genau abgeklärt werden solle und erinnerte außerdem an die «Zukunftskonferenz», an das Städtebauförderungsprojekt, in dem die Bürger ein Kulturhaus in der Ortsmitte, also der Fußgängerzone, wünschten.

Der Tenor der ÜW war, dass mit der Festlegung auf das Auerbräugrundstück dieser Wunsch «völlig ignoriert» werde. Bürgermeister Andreas Dögerl verwies wiederum auf die Tatsache, dass das besagte Grundstück Eigentum der Gemeinde sei, Parkplätze und Zufahrtsstraße vorhanden seien und das Grundstück nicht anders vermarktet werden könne. Klaus Biersack (ÜW) meinte: «Es ist schade, mit dem Beschluss automatisch den Standort zu fixieren.» So gingen die Kommunalpolitiker auf den Vorschlag des Bürgermeisters ein, einen Beschluss zu fassen, der nur die Errichtung des Mehrzweckgebäudes beinhaltet und nicht den Standort fixiert.

Im Haushaltsplan für das laufende Jahr hat die Gemeinde für den Bau des Mehrzweckgebäudes Ausgaben in Höhe von 480000 Euro angesetzt. Die Maßnahme ist damit eine der vier größten Investitionen, die im Vermögenshaushalt stehen. Mülldeponie wird saniert Das meiste Geld, das im Vermögenshaushalt zur Verfügung steht, verschlingt die Sanierung der ehemaligen Hausmülldeponie «Jagerbergl». Sie wird mit drei Millionen Euro veranschlagt. Das entstehende Missverhältnis zwischen Verwaltungshaushalt (4,2 Millionen Euro) und dem Vermögenshaushalt (5,3 Millionen Euro) wird mit der Erstattung von 2,97 Millionen Euro aus dem «Altdeponien-Unterstützungsfonds» aufgehoben. Das Geld, das in diesem Fonds zur Verfügung steht, kommt nach Angaben aus dem Rathaus jeweils zur Hälfte vom Freistaat und von den Kommunen in Bayern.

Unterm Strich muss die Gemeinde Marquartstein für die Sanierung der Mülldeponie damit also nur einen kleinen Betrag aus der eigenen Kasse nehmen. Weitere 750000 Euro werden für den Kanalbau der Staffenalm, inklusive Sanierung der Betriebsgebäude von Berg- und Talstation, bereitgestellt. Die Ausgaben für die Städtebauförderung schlagen mit 685000 Euro zu Buche, wobei die Regierung das Projekt mit 180000 Euro unterstützt. Im Rahmen der überörtlichen Prüfung der Jahresrechnungen von 2002 bis 2006 zeigten sich keine größeren Mängel, das heißt die Kassen- und Buchführung waren in Ordnung. Die Gemeinde ist abgesehen von einem niedrigen zinsgünstigen Wohnungsbaudarlehen schuldenfrei und kann über hohe Rücklagen verfügen. apr

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