Millionen verbaut bis Ende 2010

Stephanskirchen - Über sechs Millionen Euro verbaut die Gemeinde Stephanskirchen bis Ende 2010 über und unter der Erde. Die wichtigsten Investitionen prägten auch die Berichte des Bürgermeisters.

Als wichtigste Maßnahme stellte Bauamtsleiter Wolfgang Arnst die energetische Sanierung der Otfried-Preußler-Schule vor. Fast drei Millionen Euro hat, wie berichtet, das teuerste Projekt seit dem Rathausneubau verschlungen. Dämmungen, thermische Verbesserungen in der Turnhalle und eine neue Heizungsanlage, die mit Hackschnitzeln heimischer Waldbauern arbeitet, bildeten die Kernarbeiten der dreimonatigen Sanierung. 850 Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) wird die Kommune in Zukunft pro Jahr einsparen, erläuterte Arnst.


Wall ein häufiges Gesprächsthema

Sanierungen führte die Kommune auch im gemeindeeigenen Mehrfamilienhaus Gerhart-Hauptmann-Straße 25 bis 29 und im Kindergarten Stephanskirchen, wo es ein Feuchtigkeitsproblem gab, durch. Während diese Maßnahmen optisch kaum ins Auge fallen, ist derzeit der Wall als Schallschutz für das neue Baugebiet Höhensteig/Entleiten ein häufiges Gesprächsthema in Stephanskirchen. Aus der "Keltenschanze" soll im Frühjahr ein begrüntes Bauwerk werden, das nicht mehr so negativ ins Auge fällt, versprach Bürgermeister Rainer Auer.

650 000 Euro flossen nach seinen Informationen in der Egerlandstraße unter die Erde: Dort sanierte die Gemeinde im Rahmen des Straßenbaus auch Kanal und Wasserleitungen. Eine ähnliche Maßnahme fand im Kirchweg statt. Im Bau befindet sich derzeit die Überquerungshilfe in der Simsseestraße.


All diese und weitere Investitionen gehen auf eine im Vergleich zu anderen Kommunen gute Haushaltslage zurück. Kämmerer Wolfgang Eberle berichtete über einen Vermögensetat, der sieben Millionen Euro umfasst. Diese Finanzkraft hat jedoch auch ihre Schattenseiten: Sechs Millionen Euro muss die Gemeinde an den Landkreis abführen, über eine Millionen Euro als Gewerbesteuerumlage weitergeben, unterstrich Eberle die hohe Belastung durch Umlagen. Die Verschuldung der Kommune ist jedoch gering: Sie liegt mit 245 Euro pro Ein-wohner weit unter dem Landesdurchschnitt, berichtete der Kämmerer.

Pumpstation stand im Mittelpunkt

Jürgen Lohse, Geschäftsführer des Abwasserzweckverbandes Simssee, informierte über die Investitionen seines Verbandes. Im Mittelpunkt stand heuer die Sanierung der Pumpstation in Baierbach, die 185 000 Euro gekostet hat. Lohse stellte auch das Wasserwerk vor, das 2800 Haushalte in Stephanskirchen mit dem wichtigsten Lebensmittel versorgt. Das Wasser ist für die Herstellung von Babynahrung geeignet, betonte er ausdrücklich.

Besorgniserregend war eine Zahl aus dem Rathaus, die Geschäftsführer Georg Plankl vorstellte. Mit nur 60 Geburten hat die Gemeinde einen historischen Tiefstand erreicht. Zum Vergleich: 82 Einwohner verstarben. Die Statistik hatte weitere interessante Informationen parat: Bei nur fünf Prozent liegt in Stephanskirchen die Ausländerquote. 24 Prozent der Bürger gehören weder der katholischen noch der evangelischen oder weiteren Religionen an. Pro Jahr werden in der Gemeinde mittlerweile 70 bis 80 Kirchenaustritte gemeldet, berichtete Plankl.

Den demografischen und gesellschaftlichen Entwicklungen hat sich nach Anga-ben des Bürgermeisters Anfang des Jahres der Gemeinderat aktiv gestellt. In einer Klausurtagung beschloss er, die angekündigte verstärkte Bürgerbeteiligung mit zwei Projektgruppen zu den wichtigsten kommunalpolitischen Themen der Zeit, der Kinderbetreuung und der Seniorenpolitik, zu beginnen. Die AG Kinder ist nach Auers Informationen bereits aktiv mit der Planung der neuen Krippe und des Hortes oder der Mittagsbetreuung in der neuen Arche in Schloßberg. Bei der ersten Informationsveranstaltung für die Senioren haben sich zur Freude des Bürgermeisters 40 für eine aktive Weiterarbeit gemeldet. Ein Beispiel gelebten Bürgerengagements ist nach seiner Überzeugung der Dorfplatz Högering und der Anbau an das Vereinsheim, durchgeführt vom Trachtenverein. Als Höhepunkt des Ehrenamtes im Jahr 2010 charakterisierte Auer die Beteiligung an der Landesgartenschau. Der Beitrag in der Hofau und das Freilichttheater seien von einem einmaligen Bürgerengagement getragen worden.

duc/Oberbayerisches Volksblatt

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