Millionen werden verbaut

Stephanskirchen: In Stephanskirchen bewegt sich was: Für Millionen wird gebaut, neue Projekte stehen in den Startlöchern.

Bürgermeister Rainer Auer und die Abteilungsleiter der Verwaltung brachten die Einwohner bei der Bürgerversammlung auf den aktuellen Stand.

Das finanziell und logistisch aufwendigste Projekt stellt heuer die energetische Sanierung der Grundschule Schloßberg mit Neubau der Mittagsbetreuung dar. Beide Maßnahmen, die bereits begonnen haben, verschlängen zusammen 4,3 Millionen Euro, teilte Bauamtsleiter Wolfgang Arnst den 150 versammelten Bürgern mit. Ein weiteres komplexes Vorhaben ist die ebenfalls im Bau befindliche neue Kinderkrippe für 24 unter Dreijährige in Haidholzen, die laut Bürgermeister Auer 1,295 Millionen kosten wird. Bei der Realisierung sitzen die katholische Kirche als Trägerin, die Gemeinde als Bauherrin, der Kindergarten als Betreuungskraft, Eltern, Landratsamt, Zuschussstelle bei der Regierung von Oberbayern und Kirchenverwaltung in einem Boot.

Hohe Summen gehen nicht nur in den Hochbau, sondern wandern erneut unter die Erde. 590 000 Euro investiert die Kommune in neue Straßen, Kanäle, Unterhalt von Brücken und Verkehrswegen sowie in Akutmaßnahmen wie die Böschungs-Sicherung in der Innleitenstraße.

Obwohl es für Krippenbau und Schulsanierungen hohe öffentliche Förderungen gibt, könnte sich die Gemeinde solch Millionenprojekte nicht leisten, wenn der Haushalt die nach wie vor hohen notwendigen Eigenmittel nicht hergeben würde. Kämmerer Wolfgang Eberle stellte das aufgrund hoher Einkommens- und Gewerbesteuereinnahmen stolze Zahlenwerk mit einem Gesamtvolumen von 24 Millionen Euro vor. Dass die Gemeinde trotz hoher Investitionen und hoher Kreisumlage finanziell gesund sei, zeige die Tatsache, dass die Verschuldung pro Einwohner bei nur 212 Euro liegt. Die Prognosen für den Haushaltsverlauf 2011 sind laut Eberle ebenfalls positiv: Die Kommune gehe von 1,1 Millionen höheren Steuereinnahmen und 1,1 Millionen verringerten Ausgaben gegenüber der Etat-Planung aus und werde die Rücklage vermutlich um über zwei Millionen Euro erhöhen können.

Weniger gute Nachrichten servierte der Geschäftsführer des Abwasser-Zweckverbandes Simssee, Jürgen Lohse. Er berichtete über die Unwetterschäden, die Ende Juni durch eine Hagelwalze an der Kläranlage Bockau entstanden waren. Georg Plankl, Leiter der Verwaltungsgeschäftsstelle, richtete in diesem Zusammenhang einen Dank an die Feuerwehren der Gemeinde aus, die mit ihren über 200 Aktiven heuer besonders stark gefordert waren.

Ein neues Bürgere-Engagement ist durch Projektgruppen zu den Themenbereichen Seniorenarbeit, Schüler- und Kinderbetreuung entstanden, freute sich der Bürgermeister. Gemeinsam mit Gemeinderat und Verwaltung, Planern und weiteren Verantwortlichen hätten die Bürger neue Konzepte für mehr Mobilität in der Kommune, Lebenshilfe im Alter sowie für den Bau von Einrichtungen wie der Mittags- und Nachmittagsbetreuung an der Grundschule Schloßberg entwickelt.

Im Mittelpunkt der Fragestunde standen massive Verkehrsprobleme. Die Bürger beschäftigt außerdem die Chlorung des Trinkwassers durch die Stadtwerke Rosenheim. Einige Einwohner äußerten in diesem Zusammenhang den Wunsch, Stephanskirchen möge eine eigene Wasserversorgung auf die Beine stellen. Passende Quellen gebe es unter anderem in Leonhardspfunzen, außerdem eine Notversorgung am Bauhof. Auer wies jedoch auf die Problematik hin, dass mit der Erschließung einer Trinkwasser-Quelle auch die Ausweisung eines Wasserschutz-Gebietes einhergehe. Darin bestehe die eigentlich Hürde, die zu nehmen sei. duc

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