Grünes Licht für Biogasanlage

Neubeuern - Als Johann Strein mit seinen Plänen zur Errichtung einer Biogasanlage ankam, waren die Gemeinderäte erstmal skeptisch. Aber jetzt gaben sie doch grünes Licht zum Bau.

Lesen Sie hier den Originalartikel aus dem Oberbayerischen Volksblatt:

Gremium befürwortet Biogasanlage

Der umstrittene Beschluss des Rats für den Bau eines Mobilfunkmastens der Firma 02 trieb viele Besucher in die jüngste Sitzung des Gemeinderats. Im Januar 2009 hatte das Gremium die Baugenehmigung verweigert, erhielt aber ein Jahr später den Antrag vom Landratsamt wieder vorgelegt mit der Maßgabe, das Einvernehmen zu erteilen.

Der Antragsteller habe einen Rechtsanspruch, hieß es in dem Schreiben der Behörde. Im Falle einer erneuten Ablehnung werde die Genehmigung durch das Landratsamt erteilt.

Gemeinderat Dr. Gierlinger wollte vom Ersten Bürgermeister Josef Trost wissen, ob Gerüchte zuträfen, die Genehmigung durch das Landratsamt würde nun doch nicht erteilt. Bürgermeister Trost teilte daraufhin mit, er habe vom Landrat die Information, eine erneute Abwägung der Belange der Unteren Naturschutzbehörde hätte zu einer geänderten Entscheidung geführt.

Der erste Antrag in Neubeuern auf Errichtung einer Biogasanlage führte zu einer lebhaften Grundsatzdiskussion. Der Landwirt Johann Strein möchte eine solche Anlage bei seinem im Außenbereich gelegenen Betrieb errichten. Die meisten Gemeinderäte begrüßten zwar grundsätzlich alternative Energiegewinnung, waren aber der Ansicht, dass in der flächenarmen Gemeinde Neubeuern Vorsicht geboten sei.

Kreisrat und Landwirt Josef Paul berichtete, er habe mit mehreren Landwirten gesprochen, die wie er ein solches Vorhaben nicht befürworten können. Für eine 80-Kilowatt-Anlage seien zirka 30 Hektar Fläche notwendig, um die Anlage zu beschicken. Auch Thomas Schwitteck befürchtet, dass Einlagerungsstoffe auch aus anderen Gemeinden herantransportiert werden könnten, was zu einer ökologisch untragbaren Zunahme eines zusätzlichen Ziel- und Quellverkehrs führen würde. Landwirt Johann Fritz wies darauf hin, dass eine solche Anlage auch nur teilweise gefahren werden könne, wenn die Beschickung mit Gülle und nachwachsenden Rohstoffen aus dem eigenen Betrieb nicht ausreiche.

Zweiter Bürgermeister Johann Schmid erinnerte an die schwierige Einnahmesituation in der Landwirtschaft und erklärte, er sehe es positiv, wenn ein Landwirt eine solche Initiative ergreift. Außerdem würde sich für die Gemeinde die Möglichkeit bieten, ihre Grünabfälle dort zu entsorgen.

Mit großer Mehrheit wurde schließlich das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Einen Antrag auf Änderung des Bebauungsplans "Heft" zur teilweisen Bebauung einer Biotopfläche bei der Erweiterung eines Bürogebäudes im Gewerbegebiet stellte Sandra Hellauer. Die notwendige Ausgleichsbepflanzung für den baulichen Eingriff wurde bereits mit der Unteren Naturschutzbehörde abgesprochen. Franz Steinkirchner macht sich aber Sorgen, dass durch die Überbauung und damit verbundenen Verrohrung des offenen Wasserableitungsgrabens eine Gefahr bei starkem Regen zu befürchten sei. Das vorgesehene Rohr mit DN 200 sehen die Räte Steinkirchner und Schwitteck als viel zu gering an. Es wurde beschlossen, die Bebauungsplanänderung durchzuführen und wegen des Rohrdurchmessers noch einmal einen Ortstermin mit Ingenieur Stief anzusetzen.

Sebald Loferer beantragt, ein an der Hinterhörer Straße in zweiter Reihe gelegenes altes Stallgebäude in Wohnraum umwandeln zu können. Die Gemeinderäte Holzmaier und Schwitteck geben zu bedenken, hier im Außenbereich keine Bezugsfälle durch Schaffung von Baurecht außerhalb des Satzungsbiets zu schaffen. Die Mehrheit konnte sich aus den genannten Gründen nicht zu einer Erweiterung der baurechtlichen Satzung in diesem sensiblen Bereich entschließen.

Eine bereits im Dezember 2009 beschlossene Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung für Wasser und Abwasser wurde nach redaktioneller Gestaltung durch die Gemeindeverwaltung einstimmig erlassen.

Mit großer Freude und Stolz informierte Zweiter Bürgermeister Johann Schmid über die Überreichung des aktuellen Forstbetriebsgutachtens durch die Forstbehörde, in dem bestätigt wird, dass sich die Neubeurer Waldflächen in sehr gutem Zustand befinden und vorbildlich bewirtschaftet werden.

gil/Oberbayerisches Volksblatt

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