Nach Unwetter: Riederung will "Gesicht" zurück

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Nach den schweren Unwettern in den vergangenen Wochen haben die Aufräumarbeiten begonnen wie hier in Pietzing. In Riedering haben einige Obstbäume wieder zu blühen begonnen.

Riedering - Der schwere Sturm vor einem Monat hat das Landschaftsbild der Gemeinde Riedering verändert. Es fehlen ganze Wälder, Obstgärten und viele frei stehende Landschaftsbäume.

Die Riederinger Gartenbauvereine wollen nun der Gemeinde ihr "Gesicht" wiedergeben. Sie rufen zu einer gemeinsamen Pflanzaktion auf. Unterstützung bekommen sie auch von Landrat Josef Neiderhell, dem Kreisverband für Gartenbau und Landespflege und der Obstverwertung Rohrdorf.

"Das Fehlen der Bäume ist überall zu sehen und zu spüren", klagt derzeit nicht nur Josef Stein vom Obst- und Gartenbauverein Hirnsberg-Pietzing. Vielen Riederinger Naturliebhabern und Gartlern wird erst jetzt, Wochen nach dem Unwetter, das Ausmaß des Schadens bewusst. "Die Natur tut überall kund, dass sie aus dem Rhythmus geraten ist", stellt auch Thomas Pummerer vom Obst- und Gartenbauverein Riedering fest. Das verbliebene Grün sei nicht mehr satt, sondern eher fahl und grau, verursacht durch die braun werdenden angeschlagenen Blätter.

Unwetter um und in Riedering

 © Ammelburger
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Viele Obstbäume haben noch einmal angefangen zu blühen. Was schön aussieht, hat aber nach der Erkenntnis der Fachleute einen traurigen Grund - Es ist eine verzweifelte Notreaktion der Bäume, um noch für Nachkommenschaft zu sorgen.

Bei den Obst und Gartenbauvereinen Riederings fürchtet man sogar, dass die Schäden noch größer ausfallen könnten als derzeit erkennbar. "Viele Bäume stehen zwar noch, aber ihre Krone oder das Wurzelwerk sind so stark geschädigt, dass sie aufwendig saniert oder aber aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssen", erklärt Stein. Besonders die jungen Bäume seien stark angeschlagen. Derartige Verletzungen würden meist zu Infektionen mit Pilzen und Bakterien und letztendlich zum Bruch führen.

Bei den Gartenbauvereinen der Gemeinde Riedering und dem Kreisverband für Gartenbau und Landespflege macht man sich aber nicht nur Sorgen um die Obstbäume. Man befürchtet auch, dass von dem Sturm gefällte Laubbäume in der freien Landschaft nicht mehr nachgepflanzt werden.

Darum haben sich die Obst- und Gartenbauvereine aus Riedering, Söllhuben, Neukirchen und Hirnsberg-Pietzing nun in einer gemeinsamen Sondersitzung in Wolferkam dazu entschlossen, eine Pflanzaktion durchzuführen und die Ersatzbäume mit mindestens 50 Prozent zu fördern. Auch Landrat Josef Neiderhell und die Obstverwertung Rohrdorf haben ihre finanzielle und ideelle Hilfe angeboten, um den Orten Obstgärten und freistehende Einzelbäume zurückzugeben.

Mittels einer anonymen Befragung soll jetzt erfasst werden, wie viele Obst- und Einzelbäume dem Unwetter tatsächlich zum Opfer gefallen sind. Außerdem wollen die Obst- und Gartenbauvereine eine Bestellaktion durchführen, bei der die Grundstücksbesitzer die von ihnen gewünschten Ersatzbäume angeben können. Die Lieferung soll voraussichtlich noch im Herbst erfolgen.

Gefördert werden nur die landschaftsprägenden Halb- und Hochstammobstbäume. Bei den freistehenden Laubbäumen gilt das Angebot für die landschaftstypischen Arten und Sorten wie Linde, Eiche, Ahorn, Walnuss, Vogelkirsche und andere. Bei diesen Landschaftsbäumen übernehmen die Gartenbauvereine sogar Pflanzung und Pflege in den ersten Jahren.

wu/Oberbayerisches Volksblatt

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