Noch keine Tendenz erkennbar

Neubeuern/München - Wie geht es weiter mit der Firma Akzenta? Diese Frage ist sechs Wochen, nachdem das Unternehmen die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragte, weiter offen.

"Es gibt noch keine Entwicklung in eine bestimmte Richtung, wir sind weiterhin damit beschäftigt, uns einen Überblick über den großen Sachverhalt zu verschaffen", teilte Rechtsanwalt Axel W. Bierbach auf Anfrage unserer Zeitung mit. Bierbach wurde vom Amtsgericht Rosenheim zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Eigentlich lautete sein Auftrag, innerhalb von vier Wochen ein Gutachten über den Zustand der Neubeurer Akzenta AG und deren ebenfalls insolvente Tochter Cent AG zu erstellen. Doch daraus ist nichts geworden. Es werde noch mindestens weitere drei Wochen dauern, bis das Gutachten fertig ist, heißt es in der Münchner Kanzlei des Insolvenzverwalters. Erst dann könne man ein Urteil darüber übergeben, wie groß die Verbindlichkeiten sind und welche Aussichten für eine Fortführung des Unternehmens bestehen.

Vermutlich zieht sich die Sache so lange hin, weil die Geschäftsabläufe nicht lückenlos nach betriebswirtschaftlichen Kriterien dokumentiert sind. Der aktuelle Akzenta-Chef Siegfried Bauer hatte geklagt, sein direkter Vorgänger sei bei der Geschäftsübergabe nicht in der Lage gewesen, die Jahresabschlüsse für die Jahre 2005 bis 2007 vorzulegen. Wie berichtet, hatte das umstrittene Geschäftsmodell der Akzenta AG, die so genannte Umsatzbeteiligungen mit der Aussicht auf hohe Renditen verkaufte, jahrelang großen Zulauf erfahren. Obwohl in Fachmagazinen davor gewarnt wurde, steckten über 20000 Kunden ihr Geld in die Neubeurer Firma. Im Rahmen einer Großrazzia wurden dann im Frühjahr 2006 vier Vorstandsmitglieder festgenommen, Firmengelder eingefroren und Akten beschlagnahmt.

Drei führenden Köpfe wurden im August 2008 wegen Betrugs zu Gefängnisstrafen von fast sieben beziehungsweise fünf Jahren verurteilt. Sie sollen sich viel Geld in die eigenen Taschen gesteckt haben. Der jüngere Sohn des Seniorchefs kam mit einer Jugendstrafe von zwei Jahren, ausgesetzt zur Bewährung, davon. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. ls

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Rosenheim Land

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT