Preis für Wolf zu hoch

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Nußdorf - Mit dem Thema „Wolf“ hat sich Nußdorfs Gemeinderat in jüngster Sitzung beschäftigt. Es stand ein Antrag zum Wolfsmanagement in Bayern auf der Tagesordnung.

Nachdem sich das Gremium wegen der Auswirkungen auf Tourismus und Almwirtschaft mehrheitlich für die Behandlung der Resolution des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern (AVO) entschieden hatte, stand jetzt dessen Antrag zum Wolfsmanagement in Bayern auf der Tagesordnung.

Ziele des AVO sind danach unter anderem die Ausweisung des bayerischen Alpenraumes als wolfsfreies Gebiet und die "Entnahme des im Mangfallgebirge ansässigen Wolfes" entsprechend der im Bundesnaturschutzgesetz vorgesehenen Ausnahmenregelung. Während sich einzelne Räte den Verbleib eines einzelnen Wolfes vorstellen konnten, verwiesen andere auf die bevorstehende Rudelbildung mit ihren weitreichenden Folgen.

So sei etwa die Schafhaltung in der Lausitz nach Bevölkerung durch den Wolf auf weniger als 20 Prozent zurückgegangen. Folgen geringerer Beweidung sind wiederum zunehmende Verbuschung, eine Verringerung der Almweideflächen mit Rückgang der Almwirtschaft. "Wer Angst um seine Tiere auf der Alm haben muss, gibt halt auf", heißt es. Ein effektives Wolfsmanagement durch den Freistaat sei bisher nicht erkennbar. Insbesondere gebe es, abgesehen vom hohen Aufwand, keine wolfssichere Einzäunung auf den Almweiden. Die Regierung müsse sich hier mehr "als bloß ein paar Euro" für nachweislich vom Wolf gerissene Schafe einfallen lassen. Laut Landesamt für Umweltschutz wurden in 14 Monaten für 19 gerissene Schafe über 2500 Euro aus dem speziellen Wildtierfonds ausgezahlt.

Einige Gemeinderäte stellten fest, dass sich die heutige Almwirtschaft in der heutigen Weise nur ohne Wolf entwickeln konnte. "Mit der Rückkehr des Wolfes verlieren wir unsere Almflächen: Dieser Preis ist zu hoch!". Es gelte die vielfältigen Leistungen der Almbauern für die Allgemeinheit zu würdigen und deren Existenz solidarisch zu sichern.

Mit neun zu fünf Stimmen erklärte der Gemeinderat mehrheitlich, die Ziele des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern zum bayerischen Wolfsmanagement mitzutragen und zu unterstützen.

Einstimmig befürwortete der Gemeinderat die Pläne für den Umbau mit Sanierung des gemeindlichen Verkehrsamts. Bestandteil der neuen "Tourist-Info" ist eine behindertengerechte Toilette, die von außen zugänglich ist. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf 145.000 Euro. Den Zuschussantrag im Rahmen des Programms zur regionalen Wirtschaftsförderung genehmigten die Räte einstimmig. Das Verkehrsamt ist während der Umbauphase im Sitzungssaal der Gemeinde, erstes Obergeschoss untergebracht.

Ausführlich erläuterte Rechnungsprüfungsausschussvorsitzender Andreas Auer die Ergebnisse der Jahresrechnungsprüfung 2009 und bestätigte eine saubere Kassenführung. Das Jahresrechnungsergebnis 2009 wurde daraufhin im Verwaltungshaushalt mit Solleinnahmen und Sollausgaben in Höhe von jeweils 3.938.226,85 Euro und im Vermögenshaushalt in den Solleinnahmen und Sollausgaben mit 1.742.010,26 Euro, entsprechend einem Gesamthaushalt in Höhe von jeweils 5.680.237,11 Euro festgestellt.

Erster Bürgermeister Sepp Oberauer erläuterte das aktuelle Plankonzept für die Einrichtung der Inntaler Werkakademie im Obergeschoss des Rathausanbaus. Die Räumlichkeiten, die im Rahmen des Leader-Projekts gefördert werden, sollen vielfältigsten kulturellen Nutzungen offenstehen, wobei der Vernetzung des Angebots mit der Region große Bedeutung zukommt. Bei geschätzten Kosten in Höhe von etwa 250.000 Euro wird sich der Eigenanteil der Gemeinde auf rund 150.000 Euro belaufen. Nach dem einstimmigen Votum des Rats soll der Förderantrag im Rahmen des Leader Projekts gestellt werden.

Die Gemeinde nimmt am Wettbewerb "Grüne Begegnungs- und Erlebnis(t)räume" teil. Mit dem vom Bayerischen Landesverband für Gartenbau- und Landespflege ausgeschriebenen Wettbewerb sollen die Spielmöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen aufgezeigt und verbessert werden. Vorgesehen ist ein attraktives Angebot von Spielplatzgeräten im Bereich des Grundschulpausenhofes zu ergänzen, das vormittags von Schülern und nachmittags von allen genutzt werden kann.

lgu/Oberbayerisches Volksblatt

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