Unwetter fegt über Oberbayern, Tirol und der Region

Großalarm am Chiemsee, Stromausfall und mehrere umgestürzte Bäume

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In Landshut stürzte ein Baum auf ein Wohnhaus.

Landkreis - Am Samstag ist am Nachmittag ein kurzes, aber teilweise recht heftiges Gewitter über Oberbayern, das angrenzende Österreich und die Region hinweg gefegt. Dabei gab es auch einiges an Arbeit für die Rettungskräfte:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Unwetter zieht am Samstagnachmittag über Oberbayern und die Region
  • umgestürzte Bäume, Zäune und ein Stromausfall
  • Großeinsätze auf dem Chiemsee und dem Achensee

Update, 13.45 Uhr - Lagebild von Vogelbeobachtungsstation

Am Rettungseinsatz auf dem Chiemsee war auch die Feuerwehr Chieming beteiligt. Mit ihrem Boot unterstützten die Floriansjünger die Wasserwacht. Zudem waren einige Kameraden mit einem Einsatzfahrzeug zur Hirschauer Bucht gefahren, um von der dortigen Vogelbeobachtungsstation einen Überblick über die aktuelle Lage zu erhalten. Nach rund eineinhalb Stunden konnten die Feuerwehrler dann wieder einrücken.

Update, 10.20 Uhr - 22 Personen am Chiemsee gerettet

Als am Samstagnachmittag gegen 15 Uhr Sturmwarnung für den Chiemsee ausgelöst wurde, befanden sich noch zahlreiche Wassersportler auf dem See. Bereits ein halbe Stunde später setzten heftige Windböen und Starkregen im westlichen Teil des Sees ein. Für die Wasserrettungsdienste wurde nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd Großalarm ausgelöst, da die örtlichen Stationen der Wasserwachten wegen Corona derzeit noch nicht besetzt sind.

Insgesamt mussten die Einsatzkräfte der Wasserschutzpolizei, der Feuerwehr, der DLRG sowie der Wasserwacht 22 Personen aus insgesamt 13 Wasserfahrzeugen aus dem Gefahrenbereich retten. Betroffen waren die Besatzungen von Segel- und Elektrobooten, Kajaks und Stand-Up-Paddler. Dabei wurden insgesamt 14 Rettungsboote eingesetzt. Außerdem war auch der Rettungshubschrauber "Christoph 14" an dem Einsatz beteiligt.

Die Wasserschutzpolizei Prien am Chiemsee wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Rettungsmittel immer einsatzklar sein und rechtzeitig angelegt werden müssen. Ferner müssten die Standorte der Sturmwarnleuchten jedem Wassersportler am Chiemsee bekannt sein und - je nach Wetterlage - beobachtet werden, hieß es in der Mitteilung der Polizei weiter.

Die Erstmeldung:

Für die Landkreise Rosenheim, Altötting, Traunstein und das Berchtesgadener Land hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine Wetterwarnung herausgegeben. In Rosenheim gab es sogar einen heftigen Hagelschauer, wie ein Amateurvideo, das rosenheim24.de vorliegt, beweist. Im nördlichen Landkreis Mühldorf mussten unter anderem in den Gemeinden Schwindegg und Buchbach Bauzäune gesichert werden. In Erlbach (Landkreis Altötting) kam es kurzzeitig zu einem Stromausfall. Zudem wurden auch Wasserrettungseinsätze am Chiemsee gemeldet.

Aus Niederbayern wurden 26 unwetterbedingte Einsätze gemeldet. Der Schwerpunkt habe dabei im Raum Landshut gelegen, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mit. Verletzte gab es dort ersten Erkenntnissen zufolge glücklicherweise nicht. 

Jedoch hatte vor allem die Landshuter Feuerwehr viel Arbeit. Unter anderem war ein großer Baum im Stadtgebiet auf ein Wohnhaus gestürzt. Zudem stürzte eine Kiefer auf eine Garage und musste nach Angaben der Floriansjünger "in mühevoller Kleinarbeit zurückgeschnitten und beseitigt werden", wie es auf Facebook hieß. Zudem stürzte am Eisstadion am Gutenbergweg ein Bauzaun um und musste von der Feuerwehr wieder aufgestellt werden. Der Schwerpunkt der Einsätze lag in der Zeit zwischen 15 Uhr und 19 Uhr.

Großeinsatz am Achensee in Tirol

Derweil gab es am Achensee in Tirol gegen 16 Uhr mehrere Notrufe. Es würden mehrere Wind- bzw. Kite-Surfer, welche nicht mehr selbstständig ans Ufer gelangen könnten, im See treiben, hieß es in den Mitteilungen. Vorausgegangen war ein von Norden durchziehendes Sturmtief mit heftigen Windböen und gewittrigen Regenschauern. 

Leserfotos vom Hagelsturm am Samstag

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Hagelsturm in Tattenhausen © privat
Hagelsturm in Tattenhausen © privat
Hagelkörner in Zaisering © privat
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Hagelsturm in Schechen © privat
Hagelkörner in Zaisering © privat
Hagelkörner in Zaisering © privat

Durch die Wasserrettung Maurach wurde mit Unterstützung der zufällig anwesenden Wasserrettung Fieberbrunn mit einem Sucheinsatz am Achensee begonnen. Zunächst gingen die Einsatzkräfte von sechs Betroffenen aus. Letztlich konnten die Einsatzkräfte vier Personen retten, zwei weitere gelangten selbstständig ans Ufer. Neben mehreren Wasserwachten waren auch mehrere Hubschrauber, zwei Notärzte, Rettungswagen und verschiedene Feuerwehren im Einsatz, wie die Landespolizeidirektion Tirol mitteilte. Nach der Rettungsaktion wurde der See vollständig "durchkämmt". Glücklicherweise konnten dabei keine weiteren in Seenot geratenen Personen festgestellt werden.

mw

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