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Tankrabatt endet zum 1. September

Spritpreise nach Tankrabatt-Aus: Ölkonzerne verpassen Rosenheimer Tankstellenbetreiber Maulkorb

Kein Benzin-Hamsterkauf, sondern Sprit für den Rasenmäher: Dieser Kunde einer Tankstelle in Brannenburg ist schon lange auf alternative Antriebe umgestiegen.
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Kein Benzin-Hamsterkauf, sondern Sprit für den Rasenmäher: Dieser Kunde einer Tankstelle in Brannenburg ist schon lange auf alternative Antriebe umgestiegen.

Noch bis 31. August gilt der Tankrabatt – und dennoch steigen die Spritpreise seit Tagen kontinuierlich. Was haben die Verbraucher im Raum Rosenheim da noch zu erwarten? Seitens mehrerer Tankstellen gibt es auf diese Frage keine Antwort. Sie haben von ihren Sprit-Konzernen einen Maulkorb verpasst bekommen.

Rosenheim – Ein Blick auf die Preisanzeige an der Tankstelle in Brannenburg – dann geht’s ab zum Zapfhahn. In weniger als einer Minute ist der kleine, grüne Fünf-Liter-Kanister voll. Doch mit einem Hamsterkauf von Treibstoff, bevor der Spritpreis nach Auslaufen des Tankrabatts zum 1. September noch weiter in die Höhe schnellt, hat der Kauf des Kunden nichts zu tun.

Er braucht das Benzin für seinen Rasenmäher. Bei seinem Auto ist er schon vor Jahren auf einen Gasantrieb umgestiegen, um nicht dem Mineralölmarkt, der seiner Meinung nach „kaum noch berechenbar“ ist, ausgesetzt zu sein.

Spritpreis kennt nur eine Richtung

Drei Monate lang sollte die Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel die Autofahrer an der Zapfsäule entlasten – und ihnen bis zu 30 Cent pro Liter sparen. Doch obwohl der Tankrabatt noch bis einschließlich 31. August Gültigkeit hat, kennen die Spritpreise derzeit nur eine Richtung – nach oben.

„Die Spritpreise steigen jeden Tag, unabhängig vom Ende des Tankrabatts“, sagt daher auch Katharina Lucà, Pressesprecherin beim ADAC Südbayern. Seit Mitte August seien die Kosten für Benzin und Diesel peu à peu „nach oben gegangen“. Der Grund dafür sei, dass die Nachfrage an den Tankstellen mit Blick auf das Ende der Sonderreglung gestiegen sei. „Viele hatten vielleicht schon im Hinterkopf, dass der Sprit jetzt wieder teurer werden könnte, und sind deswegen gleich noch mal zum Volltanken gefahren“, so Lucà.

Zudem sei auch der Ölpreis im August leicht gestiegen. „Die Hoffnung ist aber, dass die Tankstellenbetreiber ihre Tanks noch mal mit dem günstigeren Kraftstoff gefüllt haben und das an die Kunden weitergeben“, sagt die ADAC-Sprecherin. Dann wäre der Unterschied zumindest in den kommenden ein bis zwei Wochen noch nicht so gravierend.

Denn das Auslaufen der Steuersenkung könnte das Preisniveau nochmals deutlich anheben, befürchtet der Automobilclub. Der ADAC rechne zwar nicht damit, dass der Treibstoff wieder um die rund 35 Cent für Benzin und 17 Cent je Liter Diesel, die durch den Rabatt gespart werden hätten sollen, teurer wird. Aber tiefer in die Tasche greifen werden Autofahrer wohl müssen. Wann der große Preissprung komme, könne man aber noch nicht vorhersehen.

Großer Run auf die Zapfsäulen?

Hat der große Run auf die Tankstellen in der Region, um nochmals an den etwas vergünstigten Sprit zu kommen, vielleicht schon begonnen? In der Tankstelle von Christian Staffner in Brannenburg noch nicht. Und er rechnet auch nicht mit dem großen Ansturm, denn: „Die Leute, die wirklich darauf angewiesen sind, möglichst günstig zu tanken, haben durch die allgemeine Teuerung gar nicht mehr genug Reserven im Geldbeutel, um jetzt auf einen Schlag 70 oder 100 Euro für einen vollen Tank hinzulegen.“

Vielen Tankstellenbetreibern ist im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen anzumerken, dass sie vom Thema Tankrabatt genervt sind – sie die ganze Thematik teilweise sogar schwer belastet. Oder dass sie auch gar nichts sagen dürfen. So haben Betreiber einiger Tankstellen, beispielsweise eine Aral-Tankstelle aus Wasserburg, seitens des Konzerns im Vorfeld eine E-Mail erhalten, in der sie aufgefordert werden, sich nicht zum Thema Tankrabatt zu äußern. Auch die Jet-Tankstellen in der Region verweisen auf die Pressestelle des Konzerns, die aber bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen war.

Kommt der Run auf Österreich?

Und dann schwingen bei einigen Tankstellenbetreibern auch noch Existenzängste mit, wie beispielsweise bei einer Tankstelle im Inntal, deren Besitzerin befürchtet, dass in Zukunft wieder viele Autofahrer nach Österreich zum Tanken fahren werden. Doch daran glaubt Karl Thrainer, Inhaber der gleichnamigen Tankstelle in Niederndorf – nur wenige 100 Meter hinter der deutschen Grenze – nicht. „Wir rechnen nicht mit einen großen Ansturm von Tanktouristen“, so dessen klare Aussage.

Dort bewegen sich die Spritpreise aktuell beim Super-Benzin mit 1,77 Euro nur wenige Cent unter dem Preis auf der deutschen Seite. Deutlich größer ist die Spanne beim Diesel: Werden in Rosenheim in der Regel über 2,15 Euro pro Liter fällig, waren es in Niederndorf gegen Dienstagmittag (30. August) nur 2,02 Euro.

Zwischen 20 und 22 Uhr an die Zapfsäule

Der ADAC rät Autofahrern, die „Augen offen zu halten“ und dann zu tanken, wenn es günstiger ist. Dies könne mit einer App auf dem Handy kontrolliert werden. „Wer zwischen 20 und 22 Uhr tankt, der könne in der Gesamtheit etwas Geld sparen, sagt Katharina Lucà, ADAC-Pressesprecherin. Von „Hamsterkäufen“ noch vor Auslaufen des Tankrabatts rät der Automobilclub den Verkehrsteilnehmern hingegen ab.

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