Hier wartet man gerne länger auf den Zug

OVB
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ÖPNV-Beauftragte Ingrid Wittner kontrolliert die Haltestellen am neuen Fahrkartenautomaten.

Großkarolinenfeld - Bürgermeister Bernd Fessler würdigt die Verdienste der ÖPNV-Beauftragten Ingrif Wittner. Der Bahnhof ist attraktiver geworden

Ein großes Lob für ihr ehrenamtliches Engagement sprach Bürgermeister Bernd Fessler in der Großkarolinenfelder Gemeinderatssitzung Ingrid Wittner aus. Die Beauftragte des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) hat auch in den vergangenen Monaten wieder einiges unternommen, um den Bahnverkehr für die Bürger im Ort attraktiver zu gestalten.

Die unterschiedlichsten Anliegen wurden von Bürgern wieder an Ingrid Wittner herangetragen, wie sie in der Sitzung erzählte. "Doch bei Einzelanliegen, etwa dem Wunsch nach Schließfächern am Bahnhof, bin ich nicht der richtige Ansprechpartner." Derartige Maßnahmen seien aus Kosten- und Platzgründen nicht realisierbar.

Wittner legte in ihrem Tätigkeitsbericht Wert darauf, dass ihre Aufgabe "nur darin besteht, Überlegungen und Anregungen zu geben". Für die tatsächliche Organisation und Durchführung von Verbesserungen seien der Bürgermeister und die Gemeindebeauftragte für den Bahnhof, Karin Koziol, zuständig.

"Unser Bahnhof macht inzwischen einen guten und gepflegten Eindruck", zog Wittner Bilanz. Der neu eröffnete Kiosk im Bahnhof leiste einen wesentlichen Beitrag hierzu. Die Rednerin appellierte an die Gemeinderäte, das Angebot des Kioskbetreibers, der bereits zum ersten Frühzug öffnet, mit Kaffee, Backwaren, Snacks und Zeitungen häufiger in Anspruch zu nehmen: "Sonst wird sich das Geschäft für den Betreiber nicht rentieren."

Als positiv wertete die ÖPNV-Beauftragte die Renovierung und Wiederöffnung des Bahnhof-Wartesaals. Nach langem Kampf und vielen Telefonaten seien nun auch die Fahrpläne mit Abfahrtszeiten vom Münchener Hauptbahnhof in Großkaro zu finden. "Leider hängt die Bahn die Pläne nur im Wartehäuschen, aber nicht in unserem Wartesaal aus. Dafür musste Frau Koziol sorgen", kritisierte Wittner.

Ein geplanter Fahrkartenverkauf im Kiosk musste nach Rücksprache mit dem Fahrgastverband "Pro Bahn" wegen der Komplexität der Software aufgegeben werden. Doch auch einen Erfolg konnte die ÖPNV-Beauftragte vermelden: Über "Pro Bahn" sei erreicht worden, dass ab sofort an den Anzeigetafeln in Rosenheim und im Münchener Hauptbahnhof Großkarolinenfeld als eigene Haltestelle angezeigt wird.

Für den Erhalt der Regionalbusse setzte sich Wittner ebenfalls ein, da aufgrund geringerer Fahrgastzahlen die Streichung von Bussen im Gespräch sei. "Dabei weise ich immer wieder darauf hin, wie wichtig die Anbindung des Ortsteiles Tattenhausen ist."

Mit der Anregung, als Gemeinde dem Fahrgastverband "Pro Bahn" beizutreten, trat Wittner an die Räte heran. "Pro Bahn ist für mich eine wichtige Unterstützung und der jährliche Mitgliedsbeitrag würde sich auf 75 Euro belaufen." Bürgermeister Fessler zeigte sich diesem Vorschlag gegenüber nicht abgeneigt. Das Gremium wird demnächst über einen Beitritt entscheiden.

Auch das Thema Brennerbasistunnel mit der Zulauf-strecke München-Rosenheim schnitt Wittner kurz an. Hierfür würden noch keine konkreten Pläne vorliegen. Eine Vereinbarung mit Österreich in Bezug auf eine Planungsforderung ist für Januar nächsten Jahres vorgesehen.

Abschließend dankte Fessler der ÖPNV-Beauftragten: "Da sie sich in der Praxis äußerst gut auskennen, sind sie für uns als Expertin eine große Hilfe, um bei Entscheidungen die Prioritäten richtig setzen zu können."

dli

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