Ingrid Hofer ärgert sich über neuen Dorfkern

"Weit von ansprechender Dorfmitte entfernt"

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Kastanienbäume beschnitten, Mauer gebaut: Die Umgestaltungen vor dem Alten Wirt ärgern Ingrid Hofer.

Großkarolinenfeld - Seit 36 Jahren wohnt Ingrid Hofer in Großkarolinenfeld - und die Veränderungen an der Dorfmitte schmecken ihr gar nicht.

Ingrid Hofer wohnt seit 36 Jahren in Großkarolinenfeld, die Gemeinde liegt ihr am Herzen. Was sich zuletzt im Ortskern getan hat, ist so gar nicht nach ihren Vorstellungen: "Die Gemeinde hat sich zum Ziel gesetzt, eine ansprechende Dorfmitte zu schaffen - davon sind wir weiter denn je entfernt", so die 71-Jährige.


Der Grund für ihren Groll: Das Grundstück vor dem Alten Wirt wird umgestaltet. Der neue Inhaber ließ die Kastanienbäume zurückschneiden, zudem hat er eine Mauer errichtet. "Der Wirtsgarten gibt jetzt ein Bild ab, dass man sich fürchtet." Die 71-Jährige vermutet, dass die Kastanienbäume den Eingriff nicht überleben werden.

"Auch wenn es im Moment vielleicht noch nicht so ausssieht - hier entsteht ein schöner Biergarten", sagt der neue Besitzer Goran Krizanac. "Die Bäume werden wieder, schließlich wurden sie von Fachleuten zugeschnitten." Ihm liege selbst an den Kastanienbäumen, schließlich wünscht er sich für seine Biergartenbesucher im Sommer Schatten. "Und die Mauer war notwendig als Lärmschutz und Schutz für die Kinder." Natürlich werde sie noch verputzt und angestrichen.


Bürgermeister Bernd Fessler findet, dass die Maßnahmen des neuen Besitzers insgesamt in die richtige Richtung laufen. "Die Mauer etwa kann ich mir ganz nett vorstellen, wenn da später mal die eine oder andere Blume draufsteht." Rein rechtlich könne die Gemeinde nichts dagegen machen, wie Bauamtsleiter Markus Czaja erklärt: "Für diesen Teil gibt es keinen Bebauungsplan. Vermutlich ist das ein handwerklicher Fehler aus der Vergangenheit."

Fessler sieht die Arbeiten insgesamt auf dem richtigen Weg. Jahrelang stand etwa ein Flüssiggastank auf dem Grundstück - der neue Pächter hat ihn nun verbuddelt, was das Ortsbild schöner mache. Außerdem habe Krizanac ohne Zwang behindertenfreundliche Toiletten einbauen lassen. Das findet der Bürgermeister gut.

rfe/Oberbayerisches Volksblatt

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