Ortsmitte wird barrierefrei

Nußdorf - Die Entscheidung ist gefallen - einstimmig: Die Nußdorfer Ortsmitte wird barrierefrei ausgebaut!

Einstimmig stimmte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung dem Planentwurf des Ingenieurbüros Michael Stief zum Bau eines Gehweges entlang der Hauptstraße zwischen den Einmündungen Hochriesweg und Am Ring/Dorfanger zu. Der Landkreis stellt der Gemeinde die benötigte Fläche entlang der Kreisstraße RO1 zur Verfügung.

Geplant sind außerdem Gehwegabsenkungen zur leichteren Kreuzung der Ortsdurchfahrt im Bereich Parkplatz Neubeurer Straße vor der Steinbachbrücke sowie im Bereich der Hauptkreuzung/Einmüdung Brannenburger Straße. Der Rat betonte erneut die besondere Bedeutung des geplanten Gehwegs für die verkehrssichere, barrierefreie Anbindung von Kindergarten und Seniorenheim sowie für die fußläufige Verbindung zum Edeka-Markt. So diene der Bau nicht nur den Behinderten, sondern allen anderen Fußgängern. Der Bau soll nach der Frostperiode im Frühjahr 2011 erfolgen. Die Zustimmung sämtlicher betroffener Behörden und der Polizei liegt bereits vor. Das Sichtdreieck entlang des Parkplatzes an der Neubeuerer Straße wurde aus Gründen der Verkehrssicherheit von den säumenden Büschen freigestellt.

Die vom Rat in der letzten Sitzung gebilligte Änderung des Bauplans im Bereich Am Rain 6 wurde nach öffentlicher Auslegung als Satzung beschlossen. Die Einwendungen der Nachbarn wurden verlesen und so weit wie möglich berücksichtigt. Die Gremiumsmitglieder waren sich einig, die festgesetzte Gebäudehöhe von 5,20 Meter auf das natürliche Gelände zu beziehen, um die Dachlandschaft mit dem Umfeld abzustimmen. Die übrigen Einwendungen hielt der Rat für unbegründet, zumal er der Nachverdichtung im Sinne eines sparsamen Umgangs mit Baulandflächen den Vorzug vor der beeinträchtigten freien Sicht für die umliegende Wohnbebauung gab. Zur Verringerung der Bodenversiegelung soll die Zufahrt versickerungsfähig ausgeführt werden. Insbesondere blieb der Versuch einer flächensparenden Erschließung über die vorhandene Grundstückszufahrt der Nachbarn erfolglos. Einen Verstoß gegen den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz sah das Gremium nicht.

Eine weitere Nachverdichtung im Bebauungsplangebiet Nußdorf Nord beschloss der Gemeinderat für Am Steinbach 20. So stimmte das Ratsgremium dem von Monika und Christian Trattner sowie Irmgard und Lorenz Maurer eingereichten Bebauungsplanänderungsantrag zur Errichtung von zwei Einfamilienhäusern mit der Auflage zu, dass die Gebäudehöhe an die umliegenden Häuser auf 5,40 Meter angeglichen wird.

Im Rahmen der Bauvoranfrage von Maria und Willibald Dettendorfer zum Abriss des landwirtschaftlichen Nebengebäudes mit Neubau von zwei Ferienwohnungen und einer Traktorgarage/Werkstatt in Breiten 106 wurden neue Planunterlagen mit reduzierten Gebäudehöhenangaben vorgelegt. Der Gemeinderat billigte den Entwurf, die Versetzung der Fußbodenhöhe um 1,50 Meter verglichen zum Erdgeschossboden des Bauernhofs aufgrund der Standortverschiebung und der Überschwemmungsproblematik. Zu berücksichtigen sei die ländliche Gestaltung des Baukörpers, die Bauverbotszone zur Kreisstraße RO 1 und die rechtliche Sicherung der Privilegierungsvoraussetzungen mit Ferienwohnungen.

Florian Zacher kann mit dem Neubau des beantragten Wohn- und Geschäftshauses mit Garage Am Inn 2 beginnen, da der Bau den Bebauungsplanvorgaben entspricht. Voraussetzung ist, dass der Bauherr die naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme und die Rigolenanlage für die Oberflächenentwässerung entlang der Steinbachaue umsetzt.

Erster Bürgermeister Sepp Oberauer verwies auf die guten Erfahrungen mit den errichteten Hundetoiletten. Zur weiteren Verbesserung der Ortshygiene sollen zusätzlich drei Hundeklos im Gemeindebereich aufgestellt werden.

Der Vorsitzende informierte über den aktuellen Stand der Verhandlungen zum Ausbau der Staatsstraße 2359 zwischen Neubeuern und Nußdorf am Inn. Insbesondere stehe entsprechend den Ausführungen des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann die neue Beurteilung der Dringlichkeit aller beantragten Straßenbaumaßnahmen an.

Im Rahmen der geplanten Erneuerung des Fahrbahnoberbaus im Bereich der Bundesautobahn A 93 beschloss der Gemeinderat die Anordnung weiterer Geschwindigkeitsbeschränkungen und eines beidseitigen Lkw-Überholverbots.

Dem Antrag des katholischen Pfarrverbands Degerndorf-Brannenburg zur Bezuschussung des 27.000 Euro teuren Kühlautos für die Brannenburger Tafel und der laufenden Betriebskosten folgte der Gemeinderat in Abstimmung mit den Nachbargemeinden Flintsbach und Brannenburg mit einem Betrag in Höhe von 500 Euro. Oberauer lobte das unterstützende Angebot der Tafel, die auch bedürftigen Gemeindebürgern Nußdorfs zur Verfügung steht.

Abschließend dankte Oberauer Ortsheimatpflegerin Michaela Firmkäs stellvertretend für alle Förderer der Jubiläumsausstellung "Kunstkanal" für deren Einsatz und gratulierte zum großen Erfolg des Projekts, das offiziell am Montag, 3. Oktober, endet.

lgu/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Rosenheim Land

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT