Fliegt Ostermünchen aus dem Busfahrplan?

Busanbindung Ostermünchen fraglich
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Die Busanbindung von Ostermünchen Richtung Rosenheim steht auf der Kippe. 

Ostermünchen - Der Buslinie zwischen Ostermünchen, Großkarolinenfeld und Rosenheim droht zum Fahrplanwechsel eine erhebliche Ausdünnung:

Der Abschnitt Ostermünchen-Tattenhausen soll zum 11. Dezember sogar komplett aus dem Fahrplan verschwindenAbschnittweise fahren dort die Busse im 30-Minuten-Takt. In anderen ländlichen Gemeinden können die Fahrgäste davon nur träumen.Fünf Busverbindungen gibt es werktags von Ostermünchen in Richtung Rosenheim. Zwischen den beiden Haltestellen Tattenhausen/Raiffeisen und Ostermünchen/Tulpenweg soll die Linie 9495 nun jedoch vollständig eingestellt werden. Das gab Tuntenhausens Bürgermeister Otto Lederer im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung bekannt. Der Grund dafür sei eine viel zu geringe Auslastung, ergänzte Erik Thomas, Geschäftsführer der Gemeinde, auf Nachfrage unserer Zeitung. Pro Fahrt säßen auf diesem Streckenabschnitt durchschnittlich nur "0,5 bis eine Person" im Bus. "Dieses Defizit ist auf Dauer nicht tragbar", so Thomas.

Grund für diesen "Einbruch" der Fahrgastzahlen seien unter anderem veränderte Bedingungen bei der Schülerbeförderung. Hätten in den vergangenen Jahren viele Ostermünchener die weiterführenden Schulen in Rosenheim besucht, würden sie inzwischen fast ausnahmslos das Gymnasium, die Realschule und die Wirtschaftsschule in Bad Aibling ansteuern. Deshalb seien die Busse der Linie 46 nach Bad Aibling umso voller, die der Linie 9495 nach Rosenheim jedoch umso weniger frequentiert.

Dass Ostermünchen komplett aus dem Fahrplan gestrichen werden soll, liege unter anderem daran, dass dort eine verhältnismäßig gute und zudem streckengleiche Zugverbindung (15 Fahrten pro Tag) bestehe, ergänzte Hans Zagler, Geschäftsleiter für den Bereich "Landkreis" bei der Rosenheimer Verkehrsgesellschaft.

Im Gegensatz dazu soll das benachbarte Tattenhausen (Gemeinde Großkarolinenfeld) aufgrund seiner großen Distanz zum nächstgelegenen Bahnhof weiterhin von den RVO-Bussen weiterhin angesteuert und von Ausdünnungen verschont bleiben.

Dass es Überlegungen zur Umgestaltungen der Linie gebe, bestätigte auch Rico Auerswald von der zuständigen Niederlassung des Regionalverkehrs Oberbayern (RVO) in Rosenheim, gegenüber unserer Zeitung. Der RVO betreibt als Konzessionär die Linie 9495. Details wollte Auerswald nicht nennen, da die Unterlagen noch bei der Regierung von Oberbayern zur Genehmigung vorlägen.

Auf Einlassung einiger Gemeinderäte will Bürgermeister Lederer erreichen, dass wenigstens die Fahrten in der Zeit, in der kein Zug fährt, erhalten bleiben - eventuell auch per Kleinbus.

Martin Aerzbäck

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