Entscheidung über Mensa zurückgestellt

Stephanskirchen - Als "noch nicht entscheidungsreif" hat der Gemeinderat den Einbau einer Mensa in die Otfried-Preußler-Schule beschieden. Der Grund: die hohen Kosten!

Angesichts der von vielen Mitgliedern als zu hoch empfundenen Kosten in Höhe von 282.000 Euro - nur für eine reine Essensausgabe und Sitzplätze - vertagte die Mehrheit nach langer, zum Teil hitziger Diskussion den Beschluss.

Bereits der Bauausschuss hatte auf eine Abspeckung der Planung gedrängt: Auf Einbaugeräte wie den Kombidämpfer oder die Haubenspülmaschine könne bei der Ausstattung verzichtet werden, schlug er vor. In der Tat handelt es sich bei der geplanten neuen Einrichtung für das Mittagessen lediglich um eine "Ausgabeküche". Die Speisen werden warm angeliefert und an die Schüler verteilt. Sie essen in einer Mensa, für die ein Mehrzweckraum umgewandelt wird. Hier sollen auf etwa 100 Quadratmetern 80 Plätze entstehen - samt Erweiterungsoption für weitere 66 Plätze.

Es entsteht also keine echte Küche, wo frisch gekocht wird oder Mahlzeiten aufbereitet werden, sondern lediglich eine Ausgabestelle plus Sitzbereich. Die Gesamtkosten für den Umbau der vorgesehenen Räumlichkeiten im Erdgeschoss samt Ausstattung bezifferten die Planer auf 282.000 Euro.

Diese Summe wollte CSU-Fraktionsvorsitzender Dr. Rolf-Jürgen Löffler nicht akzeptieren. "Das können wir nicht einfach durchwinken", fand er. Die gesamte Planung müsse noch einmal auf den Prüfstand, der Gemeinderat sich vor Ort ein Bild machen und alle Positionen auf ihre Notwendigkeit überprüfen. Löffler sieht bereits Einsparpotenzial. So hinterfragte er, warum für eine Ausgabeküche eine Lüftung notwendig sei. Ob die Verlegung von Anschlüssen für einen späteren Ausbau zu einer richtigen Küche wirklich notwendig sei, müsse ebenfalls untersucht, kurzum: das künftige Essenskonzept vor der Mensaplanung beschlossen werden. Der CSU-Fraktionsvorsitzende stellte auch die Baunebenkosten über 53.000 Euro in Frage.

Planer wehrten sich gegen Angriffe

Die Planer wehrten sich mit Hinweis auf die Honorarordnung, an die sie gebunden seien. Es müssten zehn Gewerke ausgeschrieben werden, der Umbauzuschlag sei mit 25 Prozent extrem niedrig angesetzt worden, hieß es.

Gemeindebaumeister Wolfgang Arnst warnte davor, das Vertrauensverhältnis zu den Planern, die bei der energetischen Sanierung der Otfried-Preußler-Schule hervorragend gearbeitet und unter den veranschlagten Kosten gelegen hätten, in Frage zu stellen - noch dazu in öffentlicher Sitzung.

Trotzdem stieß die Summe von 282.000 Euro vielen Ratsmitgliedern sauer auf. Leopold Lukas (CSU) sprach von einer "überzogenen Planung" und hinterfragte, warum nicht die vorhandene Schulküche umgebaut werden könne. Sie ist jedoch zu Unterrichtszwecken belegt und steht nicht zur Verfügung, erläuterte Bürgermeister Rainer Auer. "Mich hat es fast umgehauen", ärgerte sich ein sichtlich aufgebrachter Christian Helget (Parteifreie Bürger) über die veranschlagten Kosten: "Wir bauen doch nichts Neues." Robert Zehetmaier (Bayernpartei) sah einmal mehr bewiesen: "Wieder bekommen wir wenig für viel Geld." Jürgen Richter (CSU) forderte außerdem genaue Aussagen dazu, welche Ausbaustandards gesetzlich vorgeschrieben seien. Selbst SPD-Fraktionsvorsitzende Margit Sievi, die gegen die Vertagung der Entscheidung stimmte, sah Klärungsbedarf und verteidigte die Tatsache, dass aus Reihen des Gemeinderates intensiv nachgefragt wurde. Christine Annies (Parteifreie Bürger) kritisierte jedoch, warum erneut so umfangreich in die Diskussion eingestiegen werde angesichts der Tatsache, dass "unser guter Bauausschuss" schon vorberaten und abgespeckt habe.

Etliche Punkte mit Einsparpotenzial

Nach wie vor ist das Mensakonzept nach Überzeugung von Löffler jedoch eine "Optimalplanung" mit Einsparpotenzialen. Gewisse Punkte sind jedoch vorgeschrieben, zeigte sich in der Diskussion: etwa die Beauftragung eines Elektroplaners, die Ausführung der Ausgabeküche in Edelstahl sowie der Fettabscheider.

Grundsätzlich stellten die Mitglieder die Notwendigkeit, das Mittagessen in der Schule zu ordnen und in einen besseren räumlichen Rahmen zu stellen, nicht in Frage. Derzeit speisen die Kinder und Jugendlichen an zwei verschiedenen Orten - in beengten Räumlichkeiten. Vor allem zu Stoßzeiten ist die Essensausgabe nur schwer zu bewältigen. In der neuen Mensa sollen alle Mittagsgäste zusammengeführt werden. Derzeit essen täglich bis zu 72 Schüler der offenen Ganztagsschule und der Mittagsbetreuung, der Trend geht langfristig zu etwa 100, teilte die Schulleitung mit. Die Arbeiten für den Umbau im Erdgeschoss der Mittelschule und für die Errichtung einer Mensa sollen in den Sommerferien stattfinden. Die Baustellenzeit wird jedoch, so Arnst, länger dauern. Die Vertagung der endgültigen Entscheidung bringt den Zeitplan noch nicht durcheinander, hieß es.

duc/Oberbayerisches Volksblatt

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